Auf den Golan-Höhen hat Israel Erdölvorkommen entdeckt
Auf den Golan-Höhen hat Israel Erdölvorkommen entdeckt

Beobachtung: Erdölland Israel

Über Jahrzehnte hin wurde Israel als Land ohne nennenswerte Bodenschätze gesehen. Gewiss, das Tote Meer ist eine Fundgrube für Salze, Mineralien und Magnesium. Doch es fehlten Öl und Erdgas, die „Gabe Allahs“ für den Orient, wie Muslime sagen. Das hat sich geändert.

Die Welt rings um Israel schwimmt in Öl und Gas. Von Libyen bis zum Persischen Golf werden die weltgrößten Lagerstätten ausgebeutet. Es fing im nordirakischen Mossul, in Kuwait und in Saudi-Arabien an: US-amerikanische und britische Unternehmen begannen vor einhundert Jahren im Orient mit der Erdölsuche und der Förderung. Die daraus gewonnenen Treibstoffe waren das Schmiermittel für den Zweiten Weltkrieg. Danach wurden Öl und Gas zur Energie der westlichen Industrieentwicklungen. Für den Nahen Osten wurde es einfach überfließender Reichtum im wahrsten Sinne des Wortes. Die arabisch-islamische Welt scheffelte „Petro-Dollars“. Nur um Israel hatten die unterirdischen Öl-Seen offenbar einen weiten Bogen gemacht. Selbst Syrien und Jordanien gehörten nicht zu den reichen Öl-Staaten.

Doch es darf als ein modernes Wunder gelten: Israel fördert Gas aus Feldern unter dem Mittelmeer. In den nächsten Jahren wird das Gas von internationalen Konzernen verwaltet und verkauft.

Nach mehreren Anschlägen auf die Pipelines auf der Sinai-Halbinsel hatte Ägypten 2012 die Gaslieferungen nach Israel gestoppt. Seit 2013 strömt Gas aus den Lagerstätten des israelischen „Tamar-Feldes“ zur Weiterverarbeitung nach Aschdod. Das Gasfeld beginnt gut 90 Kilometer vor der südisraelischen Stadt unter dem Mittelmeer. Schätzungen zufolge könnte in den nächsten zwanzig Jahren Gas im Wert von rund 100 Milliarden Euro gefördert werden. Inzwischen gibt es Gespräche mit Griechenland und Zypern über langfristige Lieferungen. Die Türkei hat Interesse angemeldet und schon erklärt, dass der neue Reichtum nicht nur Israel gehören kann.

Anfang 2016 startete mit einem Treffen die strategische Zusammenarbeit von Israel, Griechenland und Zypern. Israels Premier Benjamin Netanjahu erklärte: „Dieses Treffen ist tatsächlich historisch.“ Im Bereich Förderung der Erdgasvorkommen aus Israel über Zypern nach Griechenland sowie einer Verbindung der Elektrizitätsnetze der drei Staaten werden diese Länder künftig enger kooperieren, teilte Netanjahu mit. Zugleich haben die drei Staaten im östlichen Mittelmeerraum auch eine militärische Kooperation vereinbart. Anfang März wurde ein gemeinsames Manöver der israelischen Luftwaffe und zypriotischer Streitkräfte durchgeführt. Das Manöver unter dem Namen „Onisilos-Gideon 1-2016“ ist ein Signal an den türkisch besetzten Teil Zyperns und die Türkei überhaupt.

Dessen ungeachtet wurde nahezu zeitgleich ein Vertrag über den Erdgas-Verkauf aus dem großen Feld „Leviathan“ an das Konsortium der israelischen Firma „Edeltech Group“ und deren türkischer Partnerfirma „Zorlu Enerji“ geschlossen. Für 1,3 Milliarden US-Dollar sollen sechs Milliarden Kubikmeter Gas erworben werden, das über 18 Jahre geliefert werden soll.

Erdölland der Zukunft

Die Babylonier nannten den geheimnisvoll brennenden Stoff „naptu“ (Leuchtendes) und schufen so die Wortgrundlage für den heute gängigen Begriff „Naphta“. Die Bibel nennt Begriffe wie „Erdharz“ und „Erdpech“. Vermutlich handelt es sich dabei um Bitumen, das parallel zum Erdöl zu finden ist.

Große Ölreserven, die Israels Bedürfnisse über viele Jahre decken könnten, sind Berichten zufolge auf den Golanhöhen gefunden worden. Die israelische Regierung hatte 2013 Bohrungen in den Golanhöhen genehmigt. Eine entsprechende Lizenz erhielt das amerikanische Unternehmen „Genie Energy“. Die Lizenz erlaubt Bohrungen in einem Gebiet, das sich von Katzrin im Norden des Golan bis Zemach im Süden erstreckt. Noch ungeklärt: Die Komplexität der Förderung aus dem Schiefergestein. Umweltschonende Verfahren sollen angewendet werden.

Doch das Öl könnte neben den Gasfeldern unter dem Mittelmeer das zweite Standbein der israelischen Energieversorgung und ein Exportprodukt sein. Bereits jetzt kann keiner mehr sagen, Mose habe das Volk Israel durch die Wüste in das einzige Land geführt, wo es kein Öl gibt. (ep)

Von: Egmond Prill

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