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Armee ruft Palästinenser zur Räumung von Ost-Rafah auf

Die geplante Offensive auf Rafah nimmt konkrete Züge an. Derweil greift die Hisbollah weiter aus dem Libanon an.
Von Israelnetz
Armeechef Halevi bei einer Lagebesprechung am zentralen Gazastreifen

TEL AVIV (inn) – Die israelische Armee hat am Montag die Bevölkerung in Rafah dazu aufgerufen, den Ostteil der Stadt zu räumen. Die Menschen sollen sich in humanitäre Zonen begeben, die weiter nördlich bei Chan Junis oder Al-Mawasi liegen. Um 8 Uhr Ortszeit begann die Armee damit, entsprechende Flugblätter abzuwerfen. Der Aufruf erfolgte auch durch Textnachrichten und Anrufe.

In Rafah befinden sich nach Armeeangaben noch vier der sechs verbliebenen Hamas-Bataillone. Zugleich sind dort rund eine Million Menschen untergekommen, die aus den nördlichen Teilen des Gazastreifens geflohen sind. In der humanitären Zone leben derzeit 100.000 Schutzsuchende.

Schlechte Aussichten für Geiseldeal

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) hatte in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass eine Bodenoperation in Rafah in jedem Fall kommen werde – unabhängig von einem Geiseldeal und internationaler Ablehnung. Viele Akteure in der Weltpolitik, darunter die USA, wollen eine solche Offensive vermeiden, da sich in ihren Augen damit die humanitäre Lage verschlimmern würde.

Derzeit laufen noch Geiselgespräche, deren Erfolg scheint aber unwahrscheinlich. Die Hamas fordert ein Ende des Krieges, was Israel ablehnt. Eine Hamas-Delegation war am Sonntag von Ägypten nach Katar gereist. Dorthin ist auch der Leiter des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, aufgebrochen. Am Dienstag sollen die Gespräche in Kairo weitergehen.

Vier Soldaten bei Angriff getötet

Am Sonntag musste die Armee einen herben Verlust hinnehmen: Bei einem Raketenangriff auf israelisches Gebiet an der Grenze zum südlichen Gazastreifen sind vier Soldaten getötet worden. Terroristen hatten die Raketen aus Rafah abgefeuert. Die Soldaten hatten militärisches Gerät bewacht, das für die geplante Offensive dorthin verlagert wurde.

Die Armee schloss daraufhin den Übergang Kerem Schalom bis auf Weiteres. Über diesen Weg waren bislang erhebliche Mengen an humanitärer Hilfe in den Gazastreifen gekommen.

Ebenfalls am Sonntag griff die Armee nach eigenen Angaben ein Kommandozentrum der Hamas an, das sich auf einem Gelände der UN-Organisation für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) befunden habe. Von dort aus hätten die Terroristen Angriffe auf die Armee und auf die Hilfskonvois ausgeführt.

Nordisrael: Verletzte bei Drohnenangriff

Die Sicherheitslage bleibt auch in den anderen Konfliktzonen angespannt. Die Hisbollah feuerte am Montagmorgen mehrere Raketen auf Israel ab und griff den jüdischen Staat mit Drohnen an. Zwei Menschen in der nordisraelischen Stadt Metula wurden durch Drohnen schwer verletzt.

Bereits in der Nacht zum Montag wurden zwei Raketen aus Syrien auf den Golan abgefeuert. Die Geschosse richteten aber keinen Schaden an. Außerdem gab die Luftwaffe bekannt, dass sie zwei Drohnen aus Richtung Osten abgefangen habe, ohne weitere Details zu nennen. Vom Iran unterstützte Milizen im Irak gaben derweil an, zwei Drohnen in Richtung Eilat abgefeuert zu haben.

Unterdessen begann die Armee in der Nacht zum Montag einen weiteren Anti-Terror-Einsatz in Tulkarm. Nach Armeeangaben töteten die Soldaten einen bewaffneten Terroristen und zerstörten ein Sprengstofflabor. Erst am Samstag hatte die Armee im Großraum der Autonomiestadt einen 13-stündigen Einsatz beendet. Die Sicherheitskräfte gingen nach eigenen Angaben gegen eine Terrorzelle der Hamas vor, die für mehrere Terrorangriffe verantwortlich war. (df)

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16 Antworten

  1. Ich wünsche der IDF viel Erfolg für die Evakuierung und die nachfolgende Militäroperation in Rafah.
    Dass aus Rafah Raketen auf Israel geschossen werden und 4 Israelische Soldaten erschossen wurden, ist ein Zeichen, dass nun auch in Rafah die HAMAS besiegt werden muss. HAMAS ist zu keinem echten Kompromiss fähig, wie man an den Raketen sieht. Die Welt muss neu denken…

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  2. Auch wenn IL mit arab. Handzettel mitteilte, Zelte am Meer aufbauen ließ, Medizinisches Zelt, für Essen, Wasser sorgt, haben sie die Welt gegen sich. Sinwar muss gefasst werden und Terroristen liquidiert. Das gibt noch viel Schmerz und noch mehr Hass im Internet und von Medien.
    OT:@ Redaktion. Möchte mich bei euch bedanken, dass ihr ehrlichen Journalismus betreibt.

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  3. Warum konnte Iron Dome die Raketen aus Rafah nicht abfangen? Nun muss man sich wieder anhören, dass Il den Übergang Kerem Schalom dicht macht und keine humanitäre Hilfe zukommen lässt.

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  4. Da Hamas einer bedingungslosen Kapitulation aus Fanatismus niemals zustimmen wird ist es eine einzige Möglichkeit Israels Existenz zu gewährleisten. Es gibt in Gaza auch keine Zivilisten. Die Zivilisten also die Menschen die die Juden nicht ermorden möchten sind entweder gelyncht oder aus Gaza längst geflüchtet. Im Nationalsozialistischen Deutschland waren damals weitaus mehr Zivilisten als heute in Gaza.

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    1. Na ja wie viele Zivilisten – wie sollen wir das aus der Ferne wissen? Solange die Geiseln nicht auftauchen wird der Zorn der Israelis nicht aufhören. Ich bin darüber traurig, deshalb bete ich für alle im Heiligen Land, was sonst? Mag meine nächste Reise nach Israel sein, ich werde mich anfangen zu erkundigen und es zu organisieren. * SHALOM

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  5. Derzeit laufen noch Geiselgespräche mit Hamas. Ist das nötig? Nein, besser wäre eine bedingungslose Kapitulation der Hamas.

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  6. Und jetzt will die Hamas einen Waffenstillstand? Warum ausgerechnet jetzt? In dieser Ecke müssen sich möglicherweise wichtige Hamasfanatiker mit den Geiseln versteckt halten!

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    1. Weil die Hamas genau weiß, dass am Ende der Offensive von Rafah die Zerschlagung ihre Militärstruktur steht. Und dass es Sinwar nicht mehr geben wird. Der wird endgültig lebenslänglich die „Gastfreundschaft“ Israels genießen dürfen. Die Hamas versucht sich zu retten.

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        1. Ne, aber viel zu gut für ihn. Hitler hat sich der Verantwortung durch seinen Selbstmord entzogen. Man hätte ihn hingerichtet, das ist keine Frage. Kann durchaus sein, dass auch Israel die Todesstrafe dafür wieder einführt. Ich könnte es nach vollziehen. Aber letztendlich macht man ihn dazu zu einem Märtyrer.

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          1. Das macht Israel bestimmt nicht – die Todesstrafe ist etwas von Diktatur. Wenn Sinwar bei einem militärischen Einsatz stirbt ist es aber gerecht?! Ich bin militärisch nicht gebildet, ich wünsche mir Deeskalation für das Heilige Land und Frieden – möge Israel und die anderen wieder erblühen! Mich macht es traurig, dass die Juden so oft das Gefühl haben alleine zu sein. Deshalb hören sie auch auf niemanden? Möge es eine militärische Lösung geben, in der der Staat ISRAEL wieder erblüht und damit die ganze Region zur Ruhe kommt. *SHALOM

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          2. @ Nicole:
            für Eichmann wurde die Todesstrafe eingesetzt. Und wieder abgeschafft. Sie ist aber immer wieder mal im Gespräch für Terroristen.

            Falls Sinwar im Kampf fällt, dann ist es halt so. Da fällt mir immer Arafat ein. Der hat getönt, dass er bereit sei als Märtyrer zu sterben. Und dann hat er im Hof seiner Mukata in Ramallah lauter Fässer mit Stäben aufstellen lassen, um die Israelis daran zu hindern dort mit einem Hubschrauber zu landen und ihn mitzunehmen. Ich bezweifle, dass Sinwar kämpfen wird. Der wird sich wie Saddam feige in irgend einem Loch verstecken und hoffen, dass man ihn nicht findet.

            Israel allein? Ja, aber das war das jüdische Volk schon immer. Man hat es immer verfolgt. Sei es in Europa im Mittelalter, in Russland dann später und kam der Holocaust. Und auch das eigene Land sollen sie nicht besitzen dürfen. Wenn es nach der Welt ginge, hätten sie nur ein Recht: sterben.

            Sie sind Gottes Zeugnis in dieser Welt, mit und an ihnen zeigt sich Gott. Und damit kommt eine Bibelstelle zum Tragen, die vielfach zu lesen ist: das Volk, das sich absondert. Ja, sie müssen sich absondern – wollen es oft nicht – aber Gott kommt auch hier zum Ziel. Ich habe vor kurzem die Bibelstelle mit den Fischern und Jägern erwähnt. In der Anfangszeit des Staates Israel hat Israel um die Rückkehr seiner Bevölkerung geworben. Die Fischer wurden ausgesandt. Heute sehen wir, dass die Jäger am Werke sind. Der Hass treibt das Volk zurück. Die daran beteiligen und sich großartig fühlen über die Judenreinheit in ihren Ländern, erfüllen nur Gottes Plan.

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  7. Bibi darf den Kampf ums Überleben für Israel gegen die Hamas nicht beenden, sonst beginnt alles wieder von vorn, wenn die Hamas weiterhin mit Waffen aus Rußland, China, Nord Korea u.a. Diktaturen beliefert wird. Ich bete für Israel. Möge der Herr seinem Volk beistehen und es gegen diesen barbarischen Islamismus gewinnen lassen. Shalom!

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  8. @christin:
    ja es gab aber auch gute Zeiten für das jüdische Volk, Zeiten in denen es die anderen inspirierte und geliebt und geehrt wurde, gute Zeiten schlechte Zeiten ist auch Teil des Lebens, nicht umsonst heißt es bei einer Heirat zu lieben und zu ehren in guten wie in schlechten Zeiten. Vielleicht WEIL der Holocaust so lange her ist und die Europäer dieses Leiden und ihr eigenes vergessen haben oder wollen geschieht diese Krise. Ich denke auch, dass die Sehnsucht nach Frieden Israel und vielleicht sogar den Westen eingelullt haben. Vielleicht war die Annäherung der arabischen Halbinsel an den jüdischen Staat eine bittere Täuschung, die Islamisten als Vorwand dient abstrusen religiösem Wahn Raum zu geben. Ja und es tut mir dennoch weh, wenn ich Menschen in Gaza leiden sehe, genauso wenn Israel leidet – so einfach ist das. Wenn Stabilität und Ruhe nur durch einen klaren Sieg der IDF entsteht, so möge es sein. Darüber entscheidet Gott und er ist auch ein Gott der Liebe. Ich wünsche mir nicht nur einen klaren Sieg Israels, sondern auch konstruktive Maßnahmen zwischen Arabern und Juden, Versöhnung und Wiederaufbau und bessere Zeiten für das Heilige Land! * SHALOM

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