Eine Drohne drang am Sonntag aus dem syrischen in den israelischen Luftraum ein (Symbolbild)
Eine Drohne drang am Sonntag aus dem syrischen in den israelischen Luftraum ein (Symbolbild)

Fremde Drohne: Israel gelingt Abschuss nicht

Israel hat am Sonntag Abwehrraketen des Typs Patriot auf eine Drohne abgefeuert, die aus Syrien in seinen Luftraum eingedrungen war. Dem Militär gelang es nicht, den Flugkörper abzuschießen. Es sagt aber, dass „alles unter Kontrolle“ war. Ein General außer Dienst spricht von einem peinlichen Scheitern.

JERUSALEM (inn) – Israelisches Radar hat am Sonntagabend über syrischem Gebiet eine Drohne entdeckt, wie sie in Richtung Israel flog und schließlich in den israelischen Luftraum eindrang. Zwei hochmoderne Patriot-Raketen vom Typ Pac-2, wie sie auch die NATO in Osteuropa gegen mögliche Angriffe aus Russland einsetzt, stiegen auf, um die winzige und langsame Drohne abzuschießen. Sie trafen nicht. Ihre Trümmer gingen auf israelischem Gebiet nieder. Im Kibbutz Ajelet HaSchachar verletzten sie ein 14-jähriges Mädchen.

Gleichzeitig stiegen israelische F-16-Kampfflugzeuge auf. Mit einer Luft-Luft-Rakete versuchten auch sie erfolglos, den feindlichen Flugkörper zu treffen. Die bislang nicht identifizierte Drohne drehte ab und kehrte unversehrt nach Syrien zurück.

Israelische Militärs tippen darauf, dass das unbemannte Flugzeug von den Syrern, der Hisbollah oder gar den Russen eingesetzt worden war. Der Militärsprecher behauptete, dass die Lage ab dem Augenblick, wo die Drohne vom Radar erfasst worden war, „ständig unter voller Kontrolle“ gewesen sei. Gleichzeitig hieß es, man könne sich noch nicht erklären, wieso weder die Patriot-Raketen noch die Kampfflugzeuge fähig waren, den feindlichen Flugkörper abzuschießen.

Gefährliche Lage

Im Gegensatz zum Militärsprecher sahen israelische Medien im Vorgehen der Militärs ein peinliches Scheitern, zumal Israel nicht nur durch Drohnen und Raketen aus Syrien bedroht wird. Der Rundfunk befragte dazu den hoch angesehenen General a.D. Giora Eiland. Dieser gab an, Drohnen hätten nicht die Fähigkeit, anfliegenden Raketen auszuweichen, wie das Kampfflugzeuge könnten. Die beiden Patriot-Raketen hätten sich möglicherweise gegenseitig getroffen und zerstört. Unerklärlich war ihm, wieso auch die Rakete der Kampfflugzeuge die langsam und tief fliegende Drohne verpasst habe. Eiland vermutete, dass es sich um eine Drohne der Syrer handelte, zumal es mit den Russen eine enge Kooperation gebe.

Die Lage sei sehr gefährlich gewesen. Drohnen könnten nicht nur für Aufklärung durch Luftaufnahmen eingesetzt werden, sondern bewaffnet oder mit Sprengstoff beladen auch angreifen. Im Gegensatz zum Militärsprecher behauptete Eiland, dass der Vorgang viele Fragen aufwerfe. „Offenbar war nichts unter Kontrolle.“ Während des Irak-Kriegs 1991 wurden erstmals amerikanische Patriot-Raketen zum Schutz gegen anfliegende ballistische Scudraketen aus Irak eingesetzt. Sie haben selten getroffen und mehr Schaden am Boden durch herabfallende Trümmer angerichtet, als die Scudraketen. (uws)

Von: Ulrich W. Sahm

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