Der IS behauptet in seinem Propaganda-Blatt „Dabiq”, er habe einen Mossad-Spion gefasst.
Der IS behauptet in seinem Propaganda-Blatt „Dabiq”, er habe einen Mossad-Spion gefasst.

IS: „Haben Mossad-Spion gefasst“

JERUSALEM (inn) – Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hält laut eigenen Angaben einen israelischen Araber gefangen. Sie behauptet, der 19-Jährige sei ein Spion des israelischen Geheimdienstes Mossad.

Bei dem Araber handelt es sich um Muhammad Said Ismail Musallam aus Jerusalem. In seinem Magazin „Dabiq“ veröffentlichte der IS ein „Interview mit einem Spion, der für den israelischen Mossad arbeitet“. Darin heißt es, Musallam sei früher bei der Feuerwehr gewesen. Ein jüdischer Nachbar habe ihn für den Mossad gewonnen. Er habe gelernt, Informationen von anderen zu erhalten und ein Verhör zu überleben, zitiert das Propagandablatt den Araber. Dem Mossad habe er Waffenverstecke, Waffenhändler, die Namen von Palästinensern, die für den IS kämpfen, und für Jerusalem geplante Operationen verraten sollen.

Musallams Familie lebt im Ostteil Jerusalems. Sie hat laut der Tageszeitung „Ha‘aretz“ bestätigt, dass ein Sohn vor drei Monaten nach Syrien gereist sei, um sich dort dem IS anzuschließen. Musallam habe zuvor seine 12-jährige Schulbildung abgeschlossen und als Freiwilliger bei der Feuerwehr gearbeitet.

„Ein ganz normales Kind“

Der Vater, Said Musallam, erzählte gegenüber „Ha‘aretz“, sein Sohn habe ihn vor drei Monaten um Geld für einen Weiterbildungskurs in Rischon LeZion gebeten. „Er ist an dem Morgen gegangen und am nächsten Tag habe ich versucht, ihn anzurufen, aber das Telefon war ausgeschaltet. Ich dachte, dass er vielleicht beschäftigt ist. Nach einer Woche haben wir eine E-Mail erhalten, darin schrieb er, dass er ein Märtyrer werden möchte und alles in seinem Leben aufgibt, auch seine Familie.“ Später habe Muhammad seiner Familie mitgeteilt, dass er sich dem IS angeschlossen habe. Er studiere nun Religion und erlerne den Umgang mit Waffen.

Im Januar habe die Familie durch einen Fremden erfahren, dass ihr Sohn in einem syrischen Gefängnis sitze. Er habe versucht, den IS zu verlassen und in die Türkei zu fliehen. Bis zu dem „Interview“ im IS-Blatt „Dabiq“ habe die Familie nichts über das Schicksal ihres Sohnes gewusst. Laut dem Vater war Muhammed „nicht religiös, er war ein normales Kind, jeder hat ihn geliebt“.

Die Familie wies die Behauptungen zurück, dass ihr Sohn für den Mossad arbeitet. „Er ist kein Spion – er ist von sich aus gegangen. Sie haben ihn im Internet rekrutiert. Ich weiß nicht, was sie zu ihm gesagt haben oder wie sie in seinen Kopf gelangt sind. Aber er ist weder mit dem Mossad, noch dem Inlandsgeheimdienst Schin Beit, noch mit sonst jemandem verbunden.“

Von: dn

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