Palästinensische Raketen haben möglicherweise das Kraftwerk in Gaza und einen Spielplatz getroffen.
Palästinensische Raketen haben möglicherweise das Kraftwerk in Gaza und einen Spielplatz getroffen.

Wieder Raketen in UNO-Schule

GAZA (inn) – Zum dritten Mal seit Ausbruch des Gazakriegs sind in einer Schule der Flüchtlingshilfeorganisation UNRWA in Gaza Raketen entdeckt worden. Wie der Sprecher der Organisation in Ostjerusalem, Chris Gunness, am Dienstagabend mitteilte, hätten Experten der UNO den Raketenfund wegen Kämpfen in dem Viertel nicht untersuchen können.

Der Sprecher verurteilte die Gruppe oder Gruppen, die durch das Einlagern von Waffen in einem Schulgebäude der Vereinten Nationen Zivilisten gefährden. Es handle sich um einen flagranten Verstoß gegen die Neutralität von UNO-Einrichtungen im Gazastreifen.

Laut internationalen Konventionen gelten Schulen, Krankenhäuser oder Gotteshäuser als “geschützte Institutionen”, solange sie nicht als militärische Stellungen oder Waffenlager zweckentfremdet werden. Dann freilich verwandeln sie sich in legitime militärische Ziele, selbst wenn in ihnen Flüchtlinge Zuflucht suchen, wie im Fall vieler UNO-Schulen im Gazastreifen.

Kraftwerk und Spielplatz durch Hamas-Raketen getroffen?

Seit den Morgenstunden des Dienstags steht eine riesige schwarze Rauchwolke über Gaza, weil die Benzinlager des einzigen Kraftwerks im Gazastreifen getroffen worden sind und ausbrennen. Auf Nachfrage sagte ein israelischer Militärsprecher nur, dass der Vorfall „geprüft“ werde. Aus israelischen Sicherheitskreisen war zu erfahren, dass angeblich das israelische Militär am Morgen in der Gegend des Kraftwerks nicht aktiv gewesen sei. So wurde angedeutet, dass die Benzintanks möglicherweise durch eine vorzeitig abgestürzte Rakete der Hamas getroffen worden sein könnten.

Ein israelischer Reporter erklärte, dass die Reparatur des Kraftwerkes mindestens ein Jahr dauern werde. Bis dahin wären die 1,8 Millionen Einwohner des Gazastreifens allein von einer Stromversorgung aus Israel abhängig. Es existieren zehn Hochspannungsleitungen, von denen im Augenblick jedoch nur zwei verwendet würden und eine zu Beginn des Krieges durch eine Rakete der Hamas beschädigt worden ist.

Am Montag hatte der israelische Militärsprecher den Beschuss eines Kinderspielplatzes nahe des Schifa-Krankenhauses geprüft. Dabei seien nach palästinensischen Angaben zehn Menschen, darunter mehrere Kinder, getötet worden. Wie der Militärsprecher mitteilte und mit Luftaufnahmen unterlegte, seien mehrere Raketen auf Israel abgeschossen worden, wobei eine Rakete frühzeitig abstürzte und nahe des Krankenhauses explodierte. Die Palästinenser hatten zuvor Israel beschuldigt, auf die Klinik Raketen oder Granaten abgeschossen zu haben.

Ermordete Siedlerfamilie wird zu „Opfern israelischer Soldaten“

Derweil kursieren in den sozialen Netzwerken erneut grausige Fotos von blutüberströmten Kindern mit offenen Schädeln. Mit den Bildern wird je nach Absender auf Twitter oder Facebook mal zur Solidarität mit Syrien aufgerufen oder Israel beschuldigt, Massaker oder – laut palästinensischem Gesundheitsministerium – sogar einen „Völkermord“ im Gazastreifen anzurichten. Mangels Quellenangaben ist nicht zu ermitteln, ob die Bilder in Gaza, in Aleppo oder gar in Bagdad aufgenommen worden sind. Die Organisation „Free Palestine“ hat sogar einwandfrei identifizierbare Aufnahmen einer 2011 im Westjordanland ermordeten jüdischen Siedlerfamilie verwendet, um daraus „Opfer israelischer Soldaten im Gazastreifen“ zu machen.

Von: Ulrich W. Sahm

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