Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist von Israel fasziniert - äußert sich aber auch kritisch.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist von Israel fasziniert - äußert sich aber auch kritisch.

„Kritischer und fordernder Partner Israels“

BERLIN (inn) – Zum 150. Geburtstag der SPD hat der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel mit der „Jüdischen Allgemeinen“ über das Verhältnis seiner Partei zu Israel gesprochen. Dabei bekräftigte er seinen Vergleich der Zustände in Hebron mit dem Apartheid-Regime Südafrikas.

Schon weil Israel die einzige Demokratie in der Region sei, habe er „nicht Israel mit dem alten Apartheidstaat Südafrikas verglichen, sondern die Zustände in Hebron“, so Gabriel. Der Vergleich sei auch in israelischen Zeitungsberichten häufig zu finden. Allerdings würde er seine Kritik heute ausführlicher formulieren, damit offensichtlicher sei, worauf sich seine Kritik beziehe. „Aber Empörung über Unrecht würde ich nie für mich behalten, nur weil es dafür auch heftige Kritik hageln kann.“

Gabriel ging in dem Interview auch auf seine eigene Biografie ein: „Auschwitzopfer und Auschwitzleugner in einer Familie: eine geradezu irrwitzige, aber eben auch leider durchaus typische deutsche Geschichte“, sagte er mit Blick auf seinen Vater, der den Holocaust leugnete. Gabriels erwachsene Tochter hatte auf mütterlicher Seite jüdische Vorfahren, die in Auschwitz ermordet und zuvor Opfer medizinischer Experimente der Nazis geworden waren. Israel besuche er häufig, erklärte der Politiker, weil es dort sehr schön sei und gute Freunde von ihm dort leben. Einige dieser Freunde lebten in einem Kibbuz direkt am Gazastreifen, wo sie der täglichen Bedrohung durch Raketenbeschuss ausgesetzt seien, berichtete Gabriel.

Der 53-Jährige warb in dem Interview für seine Partei und versprach, alles daran zu setzen, die guten deutsch-israelischen Beziehungen auszubauen. Im Blick auf den Friedensprozess und die Zweistaatenlösung werde Deutschland „allerdings auch ein kritischer und fordernder Partner sein“.

Von: mb

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