PARDES HANNAH (inn) – Welche Orte sind heute noch sicher für reisefreudige Juden? Der Israeli Schai Jaisch hat eine Online-Plattform entwickelt, die dabei helfen will, diese Frage zu beantworten. „Safe for Jews“ (Sicher für Juden) sammelt Informationen über antisemitische Vorfälle weltweit und formuliert Empfehlungen für Reiseländer.
Dafür nutzt die Plattform eine vierstufige Rangliste, die auf einer Karte farbig markiert sind. Dabei steht dunkelgrün für „sicher“. In hellgrün markierten Ländern ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Für orange markierte Länder liegt eine Warnung wegen einer erhöhten Anzahl antisemitischer Vorfälle vor, während rote Länder als „gefährlich“ gelten.
Die Idee kam ihm, als er selbst eine Reise plante, erklärte Jaisch gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“. Auf der Suche nach einem für Juden sicheren Reiseland habe er sich eine nutzerfreundliche Seite gewünscht, die alle relevanten Informationen vereine. Damit war die Idee für „Safe for Jews“ geboren.
Im vergangenen Jahr ging die Plattform online. Damit sie möglichst aktuell bleibt, setzt Jaisch Künstliche Intelligenz (KI) ein. Mit ihrer Hilfe wertet er nicht nur Israels offizielle Reisewarnungen und -hinweise aus, sondern auch Meldungen über antisemitische Vorfälle, die von aktiven Nutzern eingebracht werden.
So entsteht zu jedem Land ein Bericht, der wiederum die Basis für die Kategorisierung liefert. Dennoch weist Jaisch die Nutzer darauf hin, sich nicht ausschließlich auf die vorliegenden Informationen zu verlassen. „Die Menschen müssen immer noch selbst nachforschen und den gesunden Menschenverstand nutzen“, sagte der 34-Jährige, der derzeit in Pardes Hannah lebt und von dort aus die Seite betreibt.
Deutschland: Kein sicheres Reiseland für Juden
Eine gute Wertung erhalten unter anderem die Länder Albanien, Litauen und Tschechien. Für Deutschland spricht die Seite indes eine Warnung aus. Damit fällt die Bundesrepublik in die dritte der vier Kategorien.
In die Bewertung floss zum einen der RIAS-Bericht ein, den die Organisation im Juni veröffentlichte. Demnach gab es in Deutschland 2025 mehr als 8.700 dokumentierte antisemitische Vorfälle, eine erhebliche Steigerung zum Vorjahr. Zum anderen hat der Staat Israel im vergangenen Jahr eine mittlere Bedrohungslage für Juden in Deutschland ausgemacht. Unter anderem empfiehlt er israelischen Reisenden, ihre Herkunft und etwaige jüdische Symbole zu verstecken.
Darüber hinaus greift „Safe for Jews“ auch aktuelle Vorfälle auf, wie etwa den tätlichen Übergriff auf ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der im Juli durch die Presse ging.
Als „gefährlich“ gelten insgesamt 23 Länder, von denen die meisten muslimisch geprägt sind. Darunter befinden sich Staaten wie Bangladesch, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhalten. Doch auch Länder wie die Türkei mit formellen, jedoch schlechten Beziehungen zu Israel stehen auf dieser Liste. (mw)
Ein Kommentar
Ich schäme mich für mein Land, das als antisemitisch gegen Juden gilt. Ich weiß ja um die Vorfälle, aber es tut mir unendlich weh und ich kann gar nicht so viel fressen, wir ich ko….. möchte. Den wahren Verbrechern hingegen bieten wir eine Heimat, zahlen ihnen Schul- und Ausbildung, bieten Wohnung an und lassen uns auf offener Straße von ihnen abmurksen. Sie bekommen Therapiestunden, die sie gar nicht wollen, wir bauen ihnen Moscheen, wir lehren sie die deutsche Sprache und schauen zu, wie sie sich radikalisieren. Aber ja, jeder ist willkommen, ausser Israelis. Das ist doch nicht mehr normal.