Meinung

„Du sagst Zionist, aber meinst eigentlich Jude“

Der brutale Angriff auf einen Mann mit Israel-Anstecknadel bei Würzburg ist kein Einzelfall. Er zeigt vielmehr, wie aus Worten Taten werden. Ein Gastkommentar von Michail Kantor
Von Israelnetz

Sonntagabend, kurz vor Mitternacht, eine Ampel in Höchberg bei Würzburg. Ein 65-jähriger Mann steht dort, an seinem Revers eine winzige Anstecknadel mit der Flagge Israels. Ein 20-jähriger Syrer, der ihn zuvor bereits auf einem Volksfest durch Belästigungen aufgefallen war, kommt ins Gespräch mit ihm über den Nahen Osten. Wenig später sieht er die Nadel – und schlägt zu. Der Mann versucht zu fliehen, wird eingeholt, zu Boden gebracht. Am Boden liegend ist er wehrlos, doch tritt der Angreifer weiter gegen Kopf und Oberkörper.

Erst als die Polizei eintrifft, lässt er von ihm ab. Das Opfer, Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Würzburg, erleidet einen Wirbelbruch und weitere Kopfverletzungen, wird auf der Intensivstation behandelt. Die Generalstaatsanwaltschaft München hat den Fall übernommen, der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz ermittelt wegen versuchten Mordes.

Es ist verstörend leicht, diese Tat aus der vergangenen Woche als Einzelfall abzutun: ein enthemmter junger Mann, eine zufällige Begegnung, eine winzige Nadel. Doch genau diese Verharmlosung ist Teil des Problems. Denn diese Tat kam nicht aus dem Nichts. Bevor der Angreifer zuschlug, sprach er. Bevor die Fäuste fielen, fiel das Wort. Und dieses Muster – zuerst die verbale Enthemmung, dann die physische – ist kein Zufall, sondern das Endprodukt eines Klimas, das wir seit Jahren zulassen, kleinreden und, schlimmer noch, in Teilen für legitim erklären.

Am Anfang war das Wort

Wer heute in sozialen Netzwerken unterwegs ist – auf Telegram, Instagram, TikTok oder X –, begegnet in schöner Regelmäßigkeit einer Rhetorik, die Israel nicht kritisiert, sondern dämonisiert: „Kindermörder“, „Genozid-Staat“, „Siedlerkolonialismus“, Vergleiche mit dem NS-Regime, offene Gewaltverherrlichung gegenüber „Zionisten“. Diese Inhalte werden nicht gelöscht, sie werden algorithmisch verstärkt, weil Empörung Reichweite erzeugt.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) und inzwischen der europäische Digital Services Act (DSA) verpflichten Plattformen zwar zur zügigen Entfernung offensichtlich rechtswidriger Inhalte – Volksverhetzung, Aufstachelung zu Gewalt, Beleidigung nach § 185 StGB. In der Praxis aber bleibt genau diese Verpflichtung ein zahnloser Papiertiger: Meldewege sind undurchsichtig, Bearbeitungszeiten faktisch folgenlos, Bußgeldverfahren die Ausnahme. Wer als Anwalt Löschanträge stellt oder Verfahren begleitet, kennt das Ergebnis: Inhalte verschwinden, wenn überhaupt, Tage oder Wochen zu spät – lange nachdem sie ihre radikalisierende Wirkung entfaltet haben.

Der 20-jährige Angreifer von Höchberg ist kein Phantom, das über Nacht entstanden ist. Er ist das Produkt eines digitalen Resonanzraums, in dem israelfeindliche Hetze als politischer Diskurs getarnt zirkuliert, ungestört und ungestraft. Man muss nicht in eine Radikalisierungsforschung einsteigen, um zu erkennen: Wer täglich liest, Israelis und ihre Unterstützer seien Mörder, Kolonisatoren, Unmenschen, für den ist der Schritt zur Faust kein großer mehr. Gewalt beginnt nicht mit dem ersten Schlag. Sie beginnt mit dem ersten Post, der unwidersprochen bleibt.

Die Tarnung heißt Antizionismus

Und hier liegt der eigentliche Kern des Problems, der über den Einzelfall Würzburg weit hinausreicht: Der klassische Antisemitismus ist gesellschaftlich – zu Recht – verpönt. Wer offen „Juden hasse ich“ sagt, gilt als Extremist. Wer aber „Zionisten hasse ich“, „Israel muss von der Landkarte verschwinden“ oder „Free Palestine from the river to the sea“ ruft, bewegt sich für viele noch im Rahmen legitimer politischer Meinungsäußerung. Genau diese Verschiebung macht den heutigen Antisemitismus so gefährlich und so schwer zu bekämpfen: Er hat gelernt, sich umzubenennen.

Das geschieht aus zwei Richtungen, die sich in ihrer Wirkung erschreckend ähneln, obwohl ihre Herkunft unterschiedlich ist. Aus Teilen der politischen Linken kommt ein postkolonialer Deutungsrahmen, der Israel pauschal als „Siedlerkolonialprojekt“ markiert und jede Verteidigung des jüdischen Staates a priori delegitimiert – eine Israelkritik, die sich selbst als antirassistisch und emanzipatorisch versteht, tatsächlich aber Jüdinnen und Juden weltweit für die Politik einer Regierung in Haftung nimmt, der sie oft nicht einmal angehören.

Aus islamistisch geprägten Milieus kommt ein religiös codierter Israelhass, der Juden und „Zionisten“ ohnehin nie klar unterschieden hat und für den der Nahostkonflikt seit jeher Chiffre für eine viel ältere Feindschaft ist. Beide Strömungen, so unterschiedlich ihre Ausgangspunkte, treffen sich in einem extremen, entgrenzten Israelhass, der es erlaubt, offen zu hassen, ohne sich selbst als Antisemit zu erkennen. Das Wort „Zionist“ wird zur Chiffre. Man sagt Zionist, meint aber Jude – und meint es oft ganz genau so.

Der Mann in Höchberg trug keine Kippa, keinen Davidstern. Er trug eine winzige Israelflagge. Das genügte. Es genügte, weil in den Köpfen mancher längst kein Unterschied mehr existiert zwischen dem Staat Israel, seinen Bürgern, seinen Unterstützern und „den Juden“ insgesamt. Diese Gleichsetzung ist keine Randnotiz der Antisemitismusdefinition der IHRA – sie ist ihr Kernstück, und sie wird durch die tägliche Flut ungefilterter Hetze im Netz jeden Tag neu eingeübt.

Was zu tun wäre

Es braucht, was die bayerische Justiz mit ihrem zentralen Antisemitismusbeauftragten vorexerziert: konsequente Verfolgung, klare Einordnung als das, was solche Taten sind – nicht „Israelkritik, die eskaliert ist“, sondern Antisemitismus.

Aber Strafverfolgung kommt immer zu spät, wenn sie erst beim fertigen Täter ansetzt. Nötig ist eine Vorverlagerung: eine tatsächliche, nicht nur auf dem Papier existierende Durchsetzung von NetzDG und DSA, mit echten Sanktionen für Plattformen, die Aufstachelung zu Gewalt gegen Juden und Israelis systematisch dulden; spezialisierte, ausreichend ausgestattete Meldestellen; und vor allem den politischen und gesellschaftlichen Mut, „Antizionismus“ nicht länger pauschal als respektable politische Haltung durchgehen zu lassen, wenn er in Wahrheit nur das neue Vokabular alter Feindschaft ist.

Die DIG forderte nach dem Angriff „klaren Widerspruch – auf der Straße, in politischen Bündnissen und überall dort, wo Antizionismus als legitimer Protest ausgegeben wird“. DIG-Präsident Volker Beck formulierte es noch schärfer: „Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen.“ Das darf in Deutschland, 2026, keine hinnehmbare Realität sein.

Der Mann von Höchberg liegt heute mit gebrochenem Rücken auf einer Intensivstation, weil er eine Nadel trug. Bevor sein Angreifer zutrat, hatte er gesprochen. Und bevor dieser gesprochen hatte, hatte er gelesen, gescrollt, sich in einem digitalen Milieu bewegt, das ihm all das längst als selbstverständlich vorgesagt hatte. Wer diesen Zusammenhang ignoriert und Gewalt nur als Ergebnis individueller Verrohung behandelt, wird die nächste Tat nicht verhindern. Wer verstehen will, warum ein Mann für eine Israelflagge fast totgeschlagen wird, muss zuerst dorthin schauen, wo die Worte fielen, aus denen die Tritte wurden.

Michail Kantor ist Rechtsanwalt in Düsseldorf.

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42 Kommentare

  1. Wohl geschrieben, Herr Kantor, das trage ich vollumfänglich mit. Es wird mich aber nicht daran hindern, weiterhin meinen kleinen Anstecker und meinen Stern zu tragen.
    SHALOM

    1. Es freut mich, dass Sie auch weiterhin den Mut haben, Ihren kleinen Anstecker und Ihren Stern zu tragen.

  2. Dem Kommentar ist nichts hinzuzufügen, ausser vielleicht, dass die importierten Antisemiten beim ersten agressiven Verhalten, in Wort und/oder Tat, auszuweisen sind.

    1. Ach wäre das schön! Leider haben unsere Politiker (entschuldigt bitte den Ausdruck) „keinen Arsch in der Hose“ um sowas zu beschließen und unsere Richter sind viel zu mild und „tolerant“ (Ironie).

  3. Leider ist der Mensch auch des Menschen Feind und manche Menschen verhalten sich so geschickt, dass man nicht gleich merkt, dass sie aufgrund tiefe böse sind. Sie sind wie ein Wolf im Schlafpelz. Dem angegriffenen Mann in Würzburg wünsche die volle Genesung.

  4. Sehr geehrter Herr Kantor, Sie beschreiben die Realität sehr 👍, dennoch möchte ich Ihnen entgegenhalten: Antisemitismus ist menschlich nicht zu besiegen!
    Lieber Gruß Martin

  5. Auch dieser Syrer ist der Polizei nicht unbekannt, Ermittlungsverfahren gegen ihn wurden eingestellt. Ich bin gespannt, welches Strafmaß ihm zugesprochen wird.
    Ich wünsche dem 65jährigen Mann schnelle und gute Heilung. Alle Achtung für das Tragen der Anstecknadel, auch dir @Klaus.
    Ich bin direkt dankbar und froh, dass bisher niemand unser Auto demoliert oder in Brand gesteckt hat wegen des Aufklebers:
    I love Israel. Gestern schon geschrieben:
    In unserem Urlaubsort am Bodensee war an der Werft u.a. die Israelflagge gehisst. Auf meiner Nachfrage in der Pizzeria im selben Haus hieß es, sie seien multikulti, ein Werftmitarbeiter sei Israeli. Heute las ich in den Rezensionen: Israelische Flagge zu zeigen, während in Gaza 71.000 Menschen getötet wurden, sei absolut ekelhaft. Ich habe mich für das Hissen der Flagge bedankt. So unterschiedlich sehen wir Menschen das. Eine Trendumkehr ist vielleicht nicht möglich gegen Israel-Hass, aber es gilt auf jeden Fall aufzustehen und für Israel einzustehen.

  6. Ich werde meinen Anstecker „Deutschland/Israel“ auch weiterhin tragen!

    Herzliche Grüße ❤️‍🩹

      1. @Blub
        Ihr Kommentar ist völlig überflüssig. Oder wurden Sie schon einmal von einem Israelfreund zusammengeschlagen?

        1. Ich schreibe genau das gleiche wie der Kommentator über mir, aber mein Beitrag ist überflüssig? Sehen Sie das Problem?

          Ich weiß nicht was Ihr Satz am Ende für eine Bedeutung haben soll.

          @Ella, dafür das Sie nicht möchten das alle aggressiven Siedler, alle faschistischen Israelis mit den anderen „normalen“ in ein Topf geschmissen werden, machen Sie das auf der andere Seite aber ziemlich offensichtlich.
          Aus meiner Aussage schließen Sie direkt auf die Hamas, warum? Ein von vielen Staaten anerkannter Staat, Palästina, hat eine eigene Flagge. Diese setzen Sie mit Hamas gleich, dem ist aber nicht so. Ist für Sie jeder arabischer Semit direkt ein Hamas Anhänger? Ziemlich schwach von Ihnen, Ella. Sie bestätigen somit die Vermutung vieler Leser hier und begeben sich auf das Niveau von einem Smotrich und Ben Gvir. Für Sie sind alle Araber Terroristen.

          @christin eigentlich ignoriere ich Sie ja, aber diese Steilvorlage kann ich mit nicht entgehen lassen.

          „Und keiner wird Sie deswegen anspucken, schlagen, beleidigen.“
          Ja das stimmt, das liegt aber auch nur daran, weil ich nicht in Jerusalem wohne.
          Als Christ wäre mir in Jerusalem genau das passiert was Sie geschrieben haben. Als Moslem in Jerusalem… wer weiß.

          1. @Blub
            Das Problem,das ich Glasklar sehe sind Sie! Es geht hier um Antisemitismus. Und es geht um DE und nicht um Jerusalem. Das Sie nicht angespuckt werden,liegt wohl weniger daran das Sie hier in DE sind,sondern als Nicht-Jude hier sind. Denken Sie mal drüber nach!!!!!

          2. @Blub
            Was haben denn jetzt „die aggressiven Siedler“ mit der Anstecknadel zu tun? Beantworten Sie mir doch einfach meine Frage, WARUM Sie diese tragen. Ich vermute, weil Sie sich dem palästinensischen Volk verbunden fühlen. Was hat ein Palästinenser davon, wenn Sie den Anstecker tragen? Setzen Sie sich auch ansonsten für die Palästinenser ein und wie? Sie könnten sich z.B. für Howidy einsetzen. Er wird zurzeit in DE nur geduldet, hat kein Asylrecht und muss damit rechnen, jederzeit wieder nach Gaza abgeschoben zu werden. Das wäre bei dem Buch, das er schrieb, sein sicheres Todesurteil. Oder aber ist Howidy für Sie ein Verräter?
            Sie erzählen mir etwas von einem Palästina, das von vielen Staaten anerkannt ist. Was sagen Sie dazu, dass Hamas das gar nicht will? Für mich ist NICHT jeder Araber Terrorist. So ein Quatsch! Aber für mich ist es nicht erstrebenswert einen Staat als Staat anzuerkennen, der von Terroristen regiert wird. Ich bin sehr froh, dass ich von Ihrem Niveau meilenweit entfernt bin.

          3. Ja Blub, komisch, ich bin in Jerusalem noch nicht angespuckt, geschlagen oder beleidigt worden. Warum wohl? Und kommen Sie nicht wieder mit Schnabel. Wer als Christ jüd. Feiertage schändet (sage nur Shop und Yom Kippur) und sich sonst eindeutig gegen das jüd. Volk positioniert, sollte sich nicht wundern, dass es nicht jeder mag. Es ist nicht in Ordnung, dass so etwas passiert, aber vielleicht sollte er mal seine Haltung zum Volk Gottes überdenken.

            Und Muslime in Jerusalem? Komisch, es will keiner von denen nach Ramallah umziehen. Warum wohl, Blubchen?

            Und nochmals zurück zu Ihrem Anstecker: wann sind Sie je deswegen angegriffen worden? Wie viele andere?

          4. @ Blub

            Tun Sie doch nicht so naiv. So doof, dass Sie nicht erfassen würden, was hier gemeint ist, sind sie nun auch nicht!

      2. Tun Sie das ruhig, Blub, von uns Juden haben Sie jedenfalls nichts zu befürchten, ein gravierender Unterschied .

      3. Und keiner wird Sie deswegen anspucken, schlagen, beleidigen. Das ist der Unterschied zu den Trägern von jüd. Symbolen. Sie brauchen kein Mut dazu. Die andern schon.

      4. @Blub
        Aus welchem Grund tragen Sie ihn? Weil Sie die Hamas toll finden, die ihrem Volk das Leben schwer macht? Howidy, der palästinensische Aktivist schreibt in seinem Buch von Folter bis fast zum Tod: „Wenn ein Palästinenser einem Palästinenser SO ETWAS antut, will ich kein Palästinenser sein.“ Es braucht eher Mut, ein Palästinenser zu sein, aber es braucht keinen Mut, in DE eine Anstecknadel der Palästinenser zu tragen. Im Gegenteil, Sie werden geküsst statt geschlagen. In DE trägt man die Anstecknadel der Israelis, um dem jüd. Volk seine Verbundenheit zu zeigen. Wie zeigen Sie Ihre Verbundenheit zu den Palästinensern? Indem Sie Israel andauernd beschuldigen und nicht erkennen, dass das palästinensische Volk viel mehr von der Hamas drangsaliert wird. Lesen Sie das Buch von Howidy, da wird Ihnen einiges klar.

      5. @Blub

        Lieber Blub,

        das ist Ihr gutes RECHT! Es ist ein Statement. So Gott will, ist es in diesem Land noch lange möglich.

        Herzliche Grüße

    1. @Liebe
      Sehr mutig. Falls nötig, wird Mario, unser Fahrer, 92 Jahre alt, Judoweltmeister, Sie beschützen.

      1. @Albert

        Lieber Albert,

        vielen Dank für den angebotenen Schutz. Ich bin zwar kein Judoweltmeister, habe in jungen Jahren aber selbst Kampfsport betrieben. Judo, „Der sanfte Weg“ … Mein sanfter Weg ist der Weg, den Jesus vorgegeben hat. Ein Statement setzen und sich die Dinge entwickeln lassen.

        Gott segne Sie und ihr Haus ❤️‍🩹

  7. Super Artikel und gut zusammengestellt, Herr Kantor. Zu diesem Punkt: Sie verwenden den Begriff „Zionist“, meinen aber eigentlich „Jude“.

    Es ist nun mal Fakt, dass sich Antisemetismus und Antizionismus sich in der Realität sehr häufig vermischen, weil die Ablehnung am Staat Israel oft als Ventil genutzt wird, um Judenhass auszuleben.
    Genau deshalb überschneiden sie sich in der Praxis und und in realen politischen Debatten sehr stark und sind oft kaum voreinander zu trennen.

    Es ist auch gut, dass Sie die IHRA-Definition erwähnen; sie hilft uns, den modernen Antisemitismus präzise und sichtbar zu machen – auch wenn manche Gruppen sie als „streng“ oder restriktiv empfinden.

    Was die Vergleiche mit dem NS-Regime betrifft: Die IHRA-Definition betont – anhand ihrer Beispiele –, dass auch der Vergleich der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten als antisemitisch gilt.

    (Fortsetzung folgt)

  8. (Fortsetzung)

    Abschließend möchte ich noch etwas Wichtiges hinzufügen.

    Die IHRA-Definition bezeichnet „bösartige Stereotype über die Macht der Juden als Kollektiv“ (wie etwa die Kontrolle über Medien, Wirtschaft oder Regierungen) ausdrücklich als antisemitisch.

    Antisemitische Verschwörungstheorien werden häufig verbreitet – insbesondere von der AfD und Rechtsextremisten im Allgemeinen –, die behaupten, eine globale Elite fördere die Einwanderung, um die weiße Bevölkerung in eine Minderheit zu verwandeln.
    Sie weisen in Ihrem Text darauf hin, dass klassischer Antisemitismus – zu Recht – gesellschaftlich tabu ist und gelernt hat, sich umzubenennen;
    tatsächlich wird der Begriff „Globalisten“ oft als Code für Juden verwendet.

    1. Ein sehr guter Kommentar. Ich habe durch das Lesen von diesem noch etwas dazugelernt.

  9. Shalom,Ich trage OFFEN einen 7cm grossen Davidstern an einer Kette auf meiner Brust.Für jeden ersichtlich!Ich habe an jeder Jacke,4Stck.und 2Mäntel eineDE/IL Anstecknadel und ein Israelflaggen Pin.An einer israelischen Armee Regenjacke trage ich auf jeder Schulterseite eine Schulterbotten mit meinem ehemaligen Oberst Abzeichen(3Ahornblätter) und dazu auf jeder Seite einen Schulterlappen meiner ehemaligen Einheit“OKETZ“(Hundestaffel).Dazu an 3Jacken noch ein Pin meiner ehemaligen Einheit(OKETZ).Alle diese Sachen trage ich mit Stolz als Angehöriger der IDF und als Jüdischer Israeli. Jerusalem

    1. @Jerusalem
      Finde ich echt mutig von dir. Und du bist noch nie angegriffen worden wegen deiner zahlreichen Abzeichen? Sogar die Hundileins. 💖🐕 Der Dreibeiner hat es bestimmt gut bei dir. Viel Glück und Segen für dich weiterhin. Liebe Grüße Ella 🙏🇮🇱

  10. Shalom,Habe vergessen zu schreiben das meine 2Hunde ein Halstuch tragen mit Israel Flagge.Der eine ist ein IDF.OKETZ Hund der schwer verwundet wurde(1Auge blind+3Beine).Habe IHN nach DE mitgenommen nach meinem Ende in der IDF.Es geht IHM gut und die 2sind beste Freunde. Jerusalem

    1. @Jerusalem
      Auch wir, meine Ehefrau ich selbst, unser Hauspersonal, haben vergessen zu schreiben: unsere Katze trägt ein Halsband mit einer Mini-Israel-Flagge.

  11. Danke für den Artikel. Er bestätigt das, was ich hin und wieder auch hier im Forum kommentiere. Dabei erinnere ich mich an einen Foristen, der schrieb: „Ihr dürft mich gerne als Antizionisten bezeichnen, aber ich bin kein Antisemit.“

    @Gideon Lahav
    Ein guter Kommentar. Was „Antisemitische Verschwörungstheorien …“ angeht verweisen Sie zu Recht auf die rechte Ecke. Der Vorteil ist, dass diese im Normalfall einfach zu erkennen ist. Was aber nicht sofort sichtbar ist, sind die aus der linken Ecke, und damit meine ich nicht unbedingt weit links, sondern bis in die Mitte des Spektrums. Herr Kantor subsumiert das mit dem Begriff „Siedlerkolonialismus“. Diese – ja ich nenne es auch Verschwörungstheorie – kommen viel subtiler daher. Und von da ist es nicht weit zu „from the river …“. Ich schrieb „bis in die Mitte …“ und habe auch und in besonderer Weise die Jurisprudenz im Blick, die Antisemitismus nicht erkennt oder vielleicht sogar nicht erkennen will. Mir ist bewusst, dass dies eine harte Aussage ist.

    1. @Rts
      Zu deinem ersten Absatz im Kommentar. Da gibt’s einen Spruch der lautet: da beißt sich der Hund selbst in den Schwanz.😝😜

      1. @Manu
        Nicht der Hund, die Katze. Unsere Katze, die beste von allen, tut das nie.

        1. @Albert Nola
          Doch,der Hund. Sie wissen doch: es war die Nachtigall und nicht die Lerche!😆😅🤣

  12. Super Beitrag, Herr Kantor, danke dafür!

    Wenn ich mich bisher und auch jetzt nicht in meiner gewohnten Manier zu dem Artikel äußere, werden sicherlich viele User hier dankbar die Hände zum Himmel erheben (Bestätigung oder Zustimmungen dürft ihr euch verkneifen).

    Es liegt jedenfalls sicher nicht daran, dass mich dieses Thema nicht angreift, ich habe nur leider mein mir zur Verfügung stehendes Zeit-Kontingent für IN dieser Tage schon an anderer Stelle verfeuert. Man kann halt nicht „auf jeder Hochzeit tanzen“.

    Vielleicht komme ich später nochmal darauf zurück (das soll keine Drohung sein, ihr müsst die Hände nicht wieder ermattet niederstrecken!)

    Nur so viel: Es lebe der Zionismus!!!

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