Ist nun auch offiziell für eine Normalisierung mit Israel: Der sudanesische Übergangspremier Hamduk

Ist nun auch offiziell für eine Normalisierung mit Israel: Der sudanesische Übergangspremier Hamduk

Sudan bestätigt Normalisierungs-Gespräche mit Israel

Nach den Emiraten und Bahrain steht eine Normalisierung mit dem Sudan an. Weitere arabische Länder könnten bald folgen – das hängt aber an den Entwicklungen in den USA.

JERUSALEM / KHARTUM (inn) – Israel und der Sudan wollen ihre Beziehungen normalisieren. Die Übergangsregierung in Khartum bestätigte am Sonntag eine entsprechende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Im Gegenzug streichen die USA das afrikanische Land von der Terrorliste. Damit kann der Sudan wieder auf internationale Finanzhilfen zugreifen.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag von einem „dramatischen Durchbruch für den Frieden“. Er erinnerte zudem daran, dass die Hauptstadt des Sudan, Khartum, einst für die „Drei Neins“ der arabischen Welt von 1967 gestanden habe. „Wir haben das geändert“, gab er nun zu Protokoll. Nach dem Sechs-Tage-Krieg hatte die Arabische Liga bei einem Gipfel in Khartum mit Blick auf Israel eine Anerkennung, Verhandlungen und Frieden ausgeschlossen.

Wie Netanjahu weiter anmerkte, nutzte der Iran den Sudan in den vergangenen Jahren als Durchgangsland für Waffenschmuggel, um die Terror-Organisation Hamas im Gazastreifen aufzurüsten. Ein bekannter Fall war das Frachtschiff „Klos-C“, dass die israelische Marine im Jahr 2014 aufbrachte. „Das hat mich dazu gezwungen, Gegenmaßnahmen anzuordnen, und tatsächlich hat sich das geändert“, schrieb Netanjahu, ohne dabei Details zu nennen.

Langes Werben

In den kommenden Tagen werde eine israelische Delegation in den Sudan aufbrechen, „um die Abkommen fertigzustellen“. Von der Normalisierungs-Ankündigung profitiert das Land schon jetzt: Israel hat ihm eine Weizen-Lieferung im Wert von 5 Millionen US-Dollar zugesichert. Im Jahr 2018 hatten sich die Brotpreise um das Dreifache verteuert. Dies war der Auslöser für den Sturz des Diktators Omar al-Baschir im April 2019.

Derzeit befindet sich der Sudan in einer politischen Übergangsphase. Dies war einer der Gründe von Übergangspremier Abdallah Hamduk, eine Normalisierung zu verschieben. In den vergangenen Monaten hatten die USA versucht, den Sudan zu einer Normalisierung zu bewegen. Gespräche zwischen Israel und dem Sudan waren bereits im Februar bekannt geworden.

Normalisierungen am Horizont

Der Sudan wäre das fünfte arabische Land, mit dem Israel Beziehungen aufnimmt. Netanjahu erklärte am Sonntag, dem Sudan würden weitere Länder folgen. Erst am Sonntag billigte das Kabinett in Jerusalem das im September unterzeichnete Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Nach unbestätigten Informationen des Fernsehsenders „Kanal 12“ wird Saudi-Arabien im Falle eines Sieges von Trump eine Normalisierung kurz nach den Wahlen verkünden. Das soll der Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Jossi Cohen, in einem Hintergrundgespräch gesagt haben. Andere israelische Quellen teilten darüber hinaus mit, dass der Oman das „wahrscheinlichste“ Land sei, das als nächstes eine Normalisierung mit Israel ankündigt.

Von: df

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