Unterschriften für den Frieden: Trump versammelte Politker aus Nahost im Weißen Haus

Unterschriften für den Frieden: Trump versammelte Politker aus Nahost im Weißen Haus

Israel, Emirate und Bahrain unterzeichnen Normalisierungs-Abkommen

Die Normalisierungs-Abkommen mit den Emiraten und Bahrain sieht der israelische Premier Netanjahu als Anfang vom Ende des arabisch-israelischen Konflikts. Die Vertreter der Golfstaaten vergessen nicht, die Palästinenser zu erwähnen.

WASHINGTON (inn) – Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain haben am Dienstag in Washington Abkommen zur Normalisierung mit Israel unterzeichnet. Auf dem Rasen vor dem Weißen Haus leitete US-Präsident Donald Trump die Zeremonie mit rund 700 Gästen.

Für Israel war Premier Benjamin Netanjahu angereist. Die Emirate und Bahrain waren mit ihren jeweiligen Außenministern vertreten, Abdullah Bin Sajed und Abdullatif Bin Raschid al-Sajani.

„Ein neuer Naher Osten“

In seiner Rede betonte Trump, dieser diplomatische Schritt sei der Beginn eines „neuen Nahen Ostens“. Die Abkommen bildeten die Grundlage für einen „umfassenden Frieden“. In der Vergangenheit hätten Lügen einen Teufelskreis des Terrors in der Region aufrecht erhalten, etwa die Lüge, die Al-Aqsa-Moschee werde angegriffen.

Netanjahu sagte, dieser Tag verändere die Geschichte. Er bringe „allen Kindern Abrahams Frieden“ und könne den arabisch-israelischen Konflikt „ein für alle Mal“ beenden. Juden hätten Jahrhunderte für Frieden gebetet, der Staat Israel seit Jahrzehnten. Der jüdische Staat kenne die Wunden des Krieges, umso mehr schätzten seine Bewohner die Segnungen des Friedens.

Betonung der Zwei-Staaten-Lösung

Der emiratische Außenminister Bin Sajed sprach in seiner auf Arabisch gehaltenen Rede von einem „Wandel im Herzen des Nahen Ostens“. Er dankte Netanjahu für den Stopp der „Annexions-Pläne“. Das Abkommen werde den Emiraten ermöglichen, die Palästinenser weiterhin auf dem Weg zu einem „unabhängigen Staat“ zu unterstützen.

Sein bahrainischer Amtskollege Al-Sajani betonte, besonders die jungen Menschen der jeweiligen Länder profitierten von dem Abkommen. Der Nahe Osten sei schon zu lange von Konflikten geprägt, die die jungen Menschen in Beschlag genommen hätten. Er ergänzte, die Zwei-Staaten-Lösung sei die Grundlage für einen dauerhaften Frieden.

Nach den Reden begaben sich die Politiker unter Fanfaren-Klängen an den Unterzeichnungstisch. Dort setzten sie ihre Unterschriften unter die englische, hebräische und arabische Version der Abkommen. Der emiratische Außenminister Bin Sajed wusste zunächst offenbar nicht, wo genau er seine Unterschrift platzieren sollte. Netanjahu erhob sich kurz von seinem Platz und zeigte ihm die Stelle.

Trump: Weitere Länder werden folgen

Im Vorfeld der Unterzeichnung hatte Trump seine Gäste nacheinander ins Oval Office geladen. Im Beisein von Netanjahu sagte er, „fünf bis sechs“ weitere Länder seien „sehr schnell“ zur Normalisierung bereit. Auch die Palästinenser würden irgendwann „beitreten“.

Als Geste schenkte Trump Netanjahu einen symbolischen Schlüssel zum Weißen Haus – es sei aber eigentlich ein Schlüssel „zu unserem Land und zu unseren Herzen“. Netanjahu bedankte sich und „konterte“, Trump habe einen festen Platz im Herzen der Israelis „wegen all der großartigen Dinge, die Sie für den jüdischen Staat getan haben“.

Einladung nach Jerusalem

Noch vor der Unterzeichnung lud der israelische Präsident Reuven Rivlin die Staatsoberhäupter der beteiligten Golfstaaten, Scheich Chalifa Bin Sajed al-Nahjan al-Najan (Emirate) und König Hamad Bin Isa Bin Salman al-Chalifa (Bahrain), via Twitter nach Jerusalem ein. Er ergänzte: „Ich hoffe, dass dieser Geist der Zusammenarbeit uns dabei hilft, eine Zukunft des Vertrauens mit unseren palästinensischen Nachbarn zu errichten.“

Während der Zeremonie in Washington feuerten Terroristen aus dem Gazastreifen zwei Raketen auf die israelische Küstenstädte Aschkelon und Aschdod. Die Armee fing ein Geschoss ab, eines schlug jedoch in Aschdod ein. Ersten Berichten zufolge wurden dabei zwei Männer durch Glassplitter verletzt. Vier weitere Personen erlitten einen Angstanfall.

Von: df

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