Osmanisches Reich: Israels Regierung erkennt Völkermord an Armeniern an

Auf Initiative von Außenminister Sa'ar erkennt das israelische Kabinett den osmanischen Genozid an den Armeniern an. Der Politiker spricht von einer „historischen und moralischen Pflicht“.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung hat am Sonntag den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich anerkannt. Der Antrag kam von Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung). Die Kabinettsmitglieder nahmen ihn einstimmig an. Der Vorschlag kommt nun zur Abstimmung in die Knesset.

Vor der Abstimmung warb Sa’ar für den Beschluss: „Der Völkermord an den Armeniern begann am 24. April 1915 mit der Festnahme, Deportation und Ermordung Hunderter armenischer Geistlicher, Führungspersonen und Intellektueller in Konstantinopel“, rief er in Erinnerung.

Nach der Auslöschung der Führung der Gemeinschaft habe die osmanische Regierung begonnen, die armenische Bevölkerung systematisch auszulöschen: „Männer wurden zu Zwangsarbeit verpflichtet und in der Folge ermordet. Frauen, Kinder und Alte wurden aus ihren Häusern vertrieben und auf lange Todesmärsche durch die syrische Wüste geschickt. Dabei waren sie Massenmorden, Vergewaltigung und absichtlichem Aushungern und Verdurstenlassen ausgesetzt.“ Letztlich habe das alles zum Tod von etwa 1,5 Millionen Menschen geführt.

Zweifel trotz historischer Dokumente

Trotz ausführlicher und zweifelsfreier historischer Dokumentation bleibe der Völkermord bis heute „Subjekt einer institutionalisierten Kampagne von Leugnung und Verharmlosung“, ergänzte der Außenminister. Dazu gehöre eine manipulative Umschreibung der Geschichte, vor allem durch die türkische Regierung. „Dabei wird weithin angenommen, dass das Osmanische Reich auf systematische Weise Verbrechen beging, die auf einen Völkermord hinauslaufen – mit dem Ziel, das armenische Volk zu zerstören.“

Sa’ar wies darauf hin, dass bislang 32 Länder den Völkermord anerkannt hätten. Zu ihnen gehören Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Kanada, Österreich, Russland, die Schweiz und die USA. Auch der Libanon und Syrien seien dabei, betonte er.

Erste Anerkennung 2016 durch Knesset-Ausschuss

Im Sommer 2016 verabschiedete der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport unter dem Vorsitz von Jakov Margi (Schass) eine entsprechende Erklärung. Er rief Regierung und Parlament auf, dem Schritt zu folgen. Die Initiative für die Sitzung kam von der Abgeordneten Sahava Gal-On (Merez). In den vergangenen Jahren gab es in der Knesset mehrere Versuche, eine Mehrheit für die Anerkennung des Genozids an den Armeniern zu erlangen, unter anderem 2018. Sie scheiterten jedoch.

Als die Entzweiung mit der Türkei wegen des Gazakrieges zunahm, erklärte Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) im August 2025 bei einem Podcast-Interview, er habe den Völkermord anerkannt. Die Türkei warf ihm daraufhin vor, er wolle „Tragödien der Vergangenheit für politische Motive ausbeuten“.

Sa’ar sagte in der Kabinettssitzung vom Sonntag: „Ich denke, für Israel als jüdischen Staat ist die Zeit gekommen, diese Position anzunehmen.“ Die Frage „Warum geschah es nicht früher?“ sei für ihn weniger bedeutend. „Es ist nie zu spät, um das Richtige zu tun.“ Die Anerkennung sei eine moralische und historische Pflicht. Dass es sich um einen „Racheakt“ für offene Feindseligkeit handele, die mit „der furchtbaren Rhetorik und den feindseligen Aktionen der Türkei“ einhergehe, wies der Minister zurück. Israel hatte bislang aus Rücksicht auf die ohnehin angeschlagenen Beziehungen zur Türkei auf eine Anerkennung verzichtet.

Am Freitag habe er ein Anerkennungsschreiben von der armenischen Kirche und der armenischen Gemeinde in Jerusalem erhalten, sagte Sa’ar weiter. Nach seinen Angaben leben sieben bis acht Millionen Armenier infolge des Völkermordes in der Diaspora, in Armenien selbst seien es weniger als drei Millionen. Auslandsarmenier gebe es unter anderem im Libanon und im Iran.

Türkei bestreitet Völkermord

Die Türkei erkennt offiziell nur an, dass viele Armenier im Osmanischen Reich bei Zusammenstößen mit Regierungstruppen im Ersten Weltkrieg getötet wurden. Die hohe Zahl der Opfer zweifelt sie ebenso an wie Berichte über systematisch geplante Tötungen.

Das mit der Türkei verbündete Aserbaidschan, das mehrere Konfliktrunden mit Armenien ausgetragen hat, kritisierte am Montag den israelischen Kabinettsbeschluss. Aus dem Außenministerium hieß es laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“: „Die Entscheidung der israelischen Regierung, den sogenannten ‚Genozid an den Armeniern‘ anzuerkennen, ist eine Angelegenheit von großer Besorgnis.“

Das Ministerium fügte an: „Die Verzerrung historischer Fakten rund um die Ereignisse von 1915 und die Reduzierung eines komplexen historischen Themas auf eine politische Entscheidung ohne einen Hauch von rechtlicher oder wissenschaftlicher Basis sind nicht akzeptabel.“ Solche Aktionen trügen nicht zu Versöhnung oder gegenseitiger Verständigung bei. Vielmehr vertieften sie bestehende Spaltungen und stünden Bemühungen um einen dauerhaften Frieden und Stabilität in der Region im Wege. „Wir rufen die israelische Regierung auf, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.“

Der muslimisch geprägte Staat Aserbaidschan zwischen Kaspischem Meer und Kaukasus pflegt indes auch gute Beziehungen mit Israel. (eh)

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21 Kommentare

  1. Achtung, bin auf gewisse Kommentare gespannt, die einen Strick für wen wonl draus drehen.

  2. Was lange währt, wird endlich gut ! Allerdings hatte die Anerkennung des türkischen Völkermordes an den Armenien durch diverse Länder, Parlamente und Institutionen bislang keinerlei Konsequenzen für die Türkei. Warum wohl ? Für Washington ist der Möchte-gern-Sultan in Ankara strategisch wichtig, deshalb darf er auch den Nato-Partner Griechenland provozieren. Vor etlichen Jahren hat der französische Cineast Henri Verneuil zwei grossartige Filme über den Völkermord und die armenische Diaspora in Frankreich gedreht , „Mayrig“ und „588, rue Paradis“ (unter anderem mit Omar Sharif und Claudia Cardinale).

  3. Kleiner Nachtrag : die „40 Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel sind immer noch lesenswert.

    1. @Antonia
      Danke für den Tipp! Bin ja immer ganz wild nach „Input“.🤣🤣🤣

  4. Anderthalb Millionen Armenier, nach Lesart der Türken allesamt Terroristen, deren Köpfe man auf Tischen und Kommoden zu Haufen gestapelt hat, Männer, Frauen, Kinder.
    Oh Mann, ein ganzes Volk, genau wie auch die Kurden, oder auch Israel, durch die Bank Terroristen………Hilfe,Hilfe, Hilfe…..die Türkei ist durchsetzt und umgeben von lauter Terroristen.
    SHALOM

  5. Schon peinlich nach 110 Jahren einen „Völkermord“ anzuerkennen, nur weil es Israel gerade in den Kram passt. Warum hat Israel dann bis heute geschwiegen? Warum erst jetzt? Ein erneuter Versuch von der eigenen Misere abzulenken?

    Natürlich ist es noch armseliger einem anderen Land ein Völkermord vorzuwerfen, nach 110 Jahren, während einem selber, ein aktueller Völkermord angelastet und dazu investigiert wird. Welche Strategie wird hier wohl versucht? Versucht der Schurkenstaat Israel derzeit ernsthaft etwas mit der Türkei anzuzetteln? Ist das wieder ein Versuch sich an der Machtposition festzuklammern, mithilfe eines erneuten Konflikts, weil die anderen Konflikte derzeit in die „Waffenruhe“ übergehen? Das könnte eine der Gründe sein, warum heute Syrien erneut von der israelischen Armee angegriffen wurde.

    Anders kann ich mir das derzeit nicht erklären. Wie weit will Israel sinken? Die Antwort darauf lautet: JA!

    1. So tief, wie Sie mit Ihrem unverblümten Antisemitismus und Ihrer bornierten Israelfeindlichkeit inzwischen gesunken sind, kann Israel gar nicht sinken.
      Andere Staaten haben viel eher den Genozid an den Armeniern angeprangert und da Erdogan Israel immer wieder mit dem Vorwurf des Genozids überzieht, bekommt er von dem so Beschuldigten das selber mal um die Ohren gehauen, und mit weit größerer Berechtigung.
      Und hätte man damals schon so investigativ
      arbeiten können wie heutzutage, würde Israel die von Ihnen verliehene Bezeichnung als
      ,,Schurkenstaat“ mit Kusshand an die Türkei weiterreichen können, und das mit weit größerer Berechtigung, weil die Türkei eine ganze Menge mehr Dreck vor der eigenen Türe liegen hat als Israel, und das über einen Zeitraum, der die Existenzzeit des wiedergeborenen Israel um ein mehrfaches übertrifft.

    2. Auch der deutsche Kaiser hat die Türken gewähren lassen, nur zur Information.

    3. Erkennen Sie den Völkermord an den Armeniern an? Was haben die Armenier dem osman. Reich getan?
      32 Länder haben ihn anerkannt. Damit liegt Israel noch gut, wieviele muslimische Staaten haben den Völkermord der jetzigen Türkei anerkannt? Wie wollen SIE noch sinken, Buhl?

      Seit 2016 gab es mehrere Versuche in Israel die Anerkennung durchzusetzen. Dies ist ein Prozess, der dauern kann. D hat 2016 die Anerkennung vollzogen. Und wenn Sie sich mal die Mühe machen würden, die Rolle der dt. Reichsregierung eine Schande war. Aber das stört Sie ja nicht, schließlich waren wir ja keine Juden.

    4. @Blub
      Was ist daran peinlich? Da die Beziehungen zw Israel und Türkei derart kaputt sind, gibt es für Israel keinen Grund mehr zu schweigen. Wer wie Erdogan das Wort Völkermord gegen Israel führt, muss bereit sein, es auch dort einzugestehen, wo es das eigene Handeln betrifft. Nun jault Erdogan laut auf, klaro, getroffene Hunde bellen und er möchte seine eigene Verantwortung abwehren. Aber Israel macht nach erlebtem Holocaust einen Schritt zu moralischer Klarheit, weil es weiß, wie es ist, vergessen und verleugnet zu werden. Die Türkei verliert an Glaubwürdigkeit, denn sie läuft vor ihrer eigenen Geschichte davon.
      Die Gründe, die Sie Israel anlasten und die Bezeichnung als Schurkenstaat, zeigen Ihre unmoralische Gesinnung.
      @JSR beschreibt es oben richtig. Sie wollen Israel für einen richtigen Schritt, einen Strick draus drehen.

      1. Also, ein Land das wegen Völkermordes angeklagt ist und derzeit gerichtlich untersucht wird, versucht ein anderes Land des Völkermordes anzuprangern. Wer auch nur einen Schritt weiter denken kann, erkennt hier die Misere.

        „Da die Beziehungen zw Israel und Türkei derart kaputt sind, gibt es für Israel keinen Grund mehr zu schweigen.“

        Erkennen Sie die Doppelmoral in Ihrer eigenen Aussage wirklich nicht ? Ihrer Aussage nach soll ein Völkermord nur dann angesprochen werden, wenn es einen nicht-Freund/ Feind trifft. Das spiegelt die Denkweise gewisser, aber mit Sicherheit nicht weniger Israelis. Genau nach diesem Motto fährt die israelische Politik. Menschenrechte? Was soll das sein?
        Sie haben sich den Strick um Ihren eigenen Hals gewickelt. Glückwunsch.
        Von Glaubwürdigkeit brauchen Sie ab diesem Punkt nicht mehr zu reden.

        @christin wer noch nicht einmal die 4 Buchstaben, Blub, aneinander reihen kann, verdient auch keine Beachtung. Oder gab es hier einen Foristen mit dem alias Buhl?

        Wer hier immer noch glaubt, diese Aktion hätte einen tieferen Sinn als ein politisches Statement und Provokation, dann tut mir diese Person ziemlich leid. Der armenische Präsident hat und umsonst keine Stellungnahme dazu bezogen. Er möchte nicht Teil der politischen Instrumentalisierung von Israel werden. Obendrein hat er selber schon zugegeben das der Völkermords Vorwurf gegenüber der Türkei oder dem osmanischen Reich nichts weiter als eine haltlose Anschuldigung sei. Türkei wollte die Archive öffnen, Armenien hat sich geweigert.
        Kann man alles in Ruhe nach recherchieren.

        1. Blub, haben Sie zur Stellungnahme des armenischen Präsidenten Quellen, seriöse oder zuverlässige?
          Ich habe überall gesucht und nichts weiter gefunden als die Äußerungen des Präsidenten, sein Land in diesem Zusammenhang nicht instrumentalisieren
          zu lassen. Er hat nichts von einer Absurdität des Vorwurfes gesagt, Diese Äußerung kam von Azerbaidjian.
          Bleiben Sie gefälligst bei den Tatsachen oder liefern Sie belegbare Beweise für Ihre Behauptung, sonst ist sie als das übliche von Ihnen abzuhaken.

        2. @Blub
          Können Sie noch in den Spiegel schauen oder wissen Sie wirklich nicht, was Lüge und Wahrheit ist? Haben Sie wirklich recherchiert? Ich behaupte, dass Sie es nicht oder nur flüchtig getan haben. Ich habe mal ein Auszug aus einer KI, die ähnlich auch bei anderen zu finden ist:

          „Daher ist die häufig in sozialen Medien verbreitete Aussage „Die Türkei wollte die Archive öffnen, aber der armenische Präsident hat das abgelehnt“ irreführend. Genauer wäre:
          Ja, die Türkei bot eine Historikerkommission an und erklärte ihre Archive für offen.
          Ja, Armenien lehnte die Historikerkommission ab.
          Aber: Die Ablehnung bezog sich auf die Kommission, nicht einfach auf das Öffnen von Archiven. Zudem ist zwischen beiden Seiten und unter Historikern umstritten, wie vollständig und frei die türkischen Archive tatsächlich zugänglich sind.“ Details dazu kann man recherchieren.

          Sie schreiben „… Genau nach diesem Motto fährt die israelische Politik. Menschenrechte? … Von Glaubwürdigkeit brauchen Sie ab diesem Punkt nicht mehr zu reden.“ Nennen Sie mir nur 1(!) Beispiel, wo ein Staat einem befreundeten Staat „Negatives“ vorwirft. Es ist Usus in der Politik, dass Freunde anders behandelt werden als „Feinde“. Das so hinzustellen, dass das ein schändliches Verhalten von Israel ist, nenne ich – ich nutze Ihren Ausdruck – Doppelmoral und zwar von Ihnen.

    5. @Blub
      Ich kann nur bestätigen, dass sich Israel schon seit mindestens 10 Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt hat (vermutlich noch viel länger). Als wir damals Yad Vashem besucht haben war dort jedenfalls eine Grosse Ausstellung über die Armenische Geschichte …

  6. Ich bin vor über 30 Jahren durch eine alte Armenerin während eines Praktikums in Südfrankreich um ersten Mal auf dieses grauenhafte Verbrechen aufmerksam gemacht worden. Sie ist als kleines Kind zur Zeitzeugin geworden und hat von alptraumhaften Erlebnissen berichtet. Als Deutscher habe ich nie zuvor davon in der Schule oder aus sonst einer Quelle davon erfahren. Auch nicht davon, dass zur damaligen Zeit deusche Vertreter des Reichsheeres in der Türkei vor Ort waren und zumindest indirekt an diesem islamistischen Massenmord mitbeteiligt waren. Und wir sollten die weiteren zahllosen Opfer dieser bis heute anhaltenden türkischen Völkermordpolitik nicht vergessen: Aleviten, Kurden, Aramäer, Assyrer, Pontos-Griechen etc. etc. und zuletzt wieder die Yesiden. Auf Hilfe von europäischer Seite haben diese Menschen vergeblich gewartet und diejenigen, die es nach Europa als Flüchtlinge geschafft haben, können ihre Schlächter hier wiedertreffen.

    1. @Benett
      Danke für Ihren Kommentar! 👍 Sie sprechen wichtige Themen an. Bemerkenswert die Rolle des Deutschen Kaiserreichs. Dazu ist vor über einem Jahrzehnt ein ausgezeichnetes Buch erschienen:

      Jürgen Gottschlich: Beihilfe zum Völkermord. Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier. Bonn 2015, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). 343 Seiten.

      Möchte jemand dieses Buch kaufen? Dann bitte zuerst überprüfen, ob es noch in der bpb bestellt vorrätig ist (wenn ja, ist es dort für 5 € zu haben).
      —–
      Zu den Pontos-Griechen:
      Konstantinos Emm. Fotiadis; Der Genozid an den Pontos-Griechen in Kleinasien. 2019. 693 Seiten,

      Hinweis: Ich hatte seinerzeit (2022) Schwierigkeiten, herauszufinden, ob dieses Buch auch in deutscher Sprache erschienen ist. Schien mir damals ein wenig „undurchsichtig“.
      —–
      Ich verzichte auf jede Bemerkung zum Inhalt dieser Bücher. Seit den Verbrechen sind über ein Jahrhundert vergangen. Beide Bücher sind Meisterwerke – ausgewogen, versöhnlich und gründlich. Geschichtliche Wahrheit (soweit sich ein Mensch ihr anzunähern vermag) steht hier über dem Bestreben, Verbrechen zu verschweigen, zu verharmlosen bzw. durch macht- oder handelspolitisches Lavieren zu „ersetzen“.
      —–
      @Antonia, vielen Dank für die Tipps! – Wegen „Mayrig“ und „588, rue Paradis“ werde ich recherchieren . . . Werfels wunderbaren Roman habe ich vor Jahren gelesen. Merkwürdig, an die Geschichte von Stephan und Haik erinnere ich mich am besten.

      1. Es gibt bezüglich der Vertreter des deutschen Kaiserreiches allerdings auch positive Nachrichten. Soweit ich es richtig gelesen habe, soll der deutsche General Erich von Frankenhayn die Osmanen um das Jahr 1917 von einem weiteren Völkermord diesmal an der im heiligen Land lebenden üdischen Bevölkerung abgehalten haben.

  7. Wenn man durch das armenische Viertel in der Hauptstadt Jerusalem geht, wird man immer wieder an diesen Teil der Geschichte erinnert. Die Bundesrepublik Deutschland hat diesen Beschluss schon länger gefasst. Seither hat Cem Özdemir, aktueller Ministerpräsident von Baden-Württemberg, eine Einreiseverbot für die Türkei, aus der seine Eltern stammen.

  8. Dass der Völkermord an den Armeniern anerkannt wird, ist grundsätzlich eine gute Sache.
    Man muss sich aber mit Fug und Recht die Frage stellen, warum die israelische Regierung, nachdem sie eine „moralische und historische Pflicht“ erkannt hat, die aserbaidschanische Regierung mit massiven Waffenlieferungen die ethnischen Säuberung in Bergkarabach mit der Vertreibung von 120000 Menschen ermöglicht hat.

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