Mitglied von UN-Kommission über eigene Aussagen „erschüttert“

Der UN-Menschenrechtler Kothari bedauert in einem Brief einzelne Interview-Aussagen zu Israel. Das israelische Außenministerium weist dies als „erbärmlich und nicht überzeugend“ zurück.
Von Israelnetz
Miloon Kothari

Foto: Simon Fraser University | CC BY 2.0 Generic

Der UN-Menschenrechtler bedauert nach eigenen Aussagen seine Wortwahl in einem Interview

GENF / JERUSALEM (inn) – Miloon Kothari hat in einem Brief an den Vorsitzenden des UN-Menschenrechtsrates, Federico Villegas, zu seinen antisemitischen Kommentaren Stellung bezogen. Kothari ist eines von drei Mitgliedern der „Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalem und Israel“ (COI), die der Menschenrechtsrat nach dem Gaza-Konflikt im Mai 2021 einberufen hat.

Kothari wünscht sich „Schutz“

In seinem Brief vom Donnerstag entschuldigt Kothari sich für seine Wortwahl und besonders für deren Wirkung. Als überzeugter Menschenrechtler habe er sich immer gegen jede Form von Diskriminierung eingesetzt, inklusive Antisemitismus. Er bedauere seine Worte und sei „erschüttert“ darüber, dass diese „als antisemitisch aufgenommen“ worden seien.

Kothari fordert Villegas eindringlich auf, die Kommission zu „schützen“. Zuvor hatten der Präsident sowie Vertreter von rund 20 Mitgliedstaaten Kotharis Äußerungen verurteilt. Bereits am Sonntag forderte Premierminister Jair Lapid (Jesch Atid) in einem Appell an den UN-Generalsekretär erneut die Auflösung der Kommission. Die COI „wurde von den öffentlich geäußerten Vorurteilen ihrer Führung grundlegend beschmutzt“, sagte er.

„Jüdische Lobby“ war nicht antisemitisch gemeint

In einem Interview vergangenen Monat bezeichnete Kothari Israel als „Apartheidstaat“, der sich durch „Siedlerkolonialismus“ auszeichne. Er stellte die Mitgliedschaft Israels bei den Vereinten Nationen in Frage und behauptete, viele soziale Medien würden von „der jüdischen Lobby kontrolliert“.

In seinem Brief versucht sich der Menschenrechtler an einer Erklärung für die beiden letzteren Aussagen. Deren beleidigende Wirkung habe ihn „zutiefst erschüttert“. Er habe lediglich „gehässige persönlichen Angriffe auf die Mitglieder der Kommission in den sozialen Medien“ anprangern wollen. Mit dem Kommentar über die Mitgliedschaft Israels bei den Vereinten Nationen habe er „die Nichteinhaltung von UN-Beschlüssen durch Israel“ hervorheben wollen. Einen Ausschluss habe er damit keineswegs gefordert.

„Erbärmlich und nicht überzeugend“

In einer Erklärung vom Donnerstagabend bezeichnete das israelische Außenministerium Kotharis Entschuldigung als „ein erbärmliches und nicht überzeugendes Manöver, das die lange Liste antiisraelischer und antisemitischer Äußerungen von ihm und den anderen COI-Mitgliedern nicht kompensiert“.

Israel hat von Anfang an die Zusammenarbeit mit dem Gremium verweigert. Alle drei Mitglieder waren zuvor bereits durch anti-israelische Bemerkungen aufgefallen. Ihr erster Bericht im Juni 2022 bestätigte den Verdacht fehlender Neutralität. Die Untersuchung ist allein auf israelisches Fehlverhalten ausgerichtet und ignoriert Menschenrechtsverletzungen gegen Juden und Israelis. (cs)

Schreiben Sie einen Kommentar

8 Antworten

    1. Und Lebende erst recht nicht.

      Dier Tatsache, dass er nicht verstanden haben will, dass seine Aussagen antisemitisch sind, zeigt nur, dass er wie so manch anderer Zeitgenosse auch, Antisemitismus so definiert, wie es ihm gerade gefällt.
      Wohl Angst um seinen Job. Da muss man wieder schleimen. Aber gesagt ist gesagt.

      Ich wünsche dir einen gesegneten Schabbat.

      12
      1. Toda raba, liebe Christin.
        Dir ein gesegnetes Wochenende.
        OT: Wir fliegen nächste Woche nach Israel zu den Lieben.

        3
  1. Seine Erklärung ist genauso primitiv wie sein Antisemitismus.
    Lügen was das Zeug hält, da braucht man sich über die Ergebnisse der Prüfung ja nicht wundern.

    Möchte nicht wissen, wie viele UN Mitarbeiter so tun als wenn sie die glauben würden für ein “weiter so”.

    14
  2. Wer sich mit guten Gründen gegen die Politik Israels ausspricht, muß noch lange nicht automatisch ein Antisemit sein. Das sollte man nicht vergessen. Leider vermischen das die meisten bedingungslos Israel Unterstützenden, um Kritik an Israel zu diskreditieren. Perfide!

    23
    1. Welche guten Gründe hatte der Herr denn? Wohl keiner, der mit Kritik zu tun hat. Und er die alte antisemitische “Weisheit” daher bringt, die besagt, die Juden – sprich die Israelis – regieren die Welt hat den Schuss echt nicht gehört. Leider begreifen das die meisten bedingungslos Großpalästina und Israel-muss-weg Unterstützenden nicht, schließlich muss ja jede Kritik an Großpalästina verhindert werden. Perfide!

      5
  3. Das ist bald kaum noch zu ertragen. Israel muss seine Bürger vor blutigem Terror schützen und anstatt diesen Terrorwahn anzuprangern, wird Israel für die lebensnotwendigen Abwehrmaßnahmen als Aggressor verdreht hingestellt.
    Die Aggressoren sind die Terrorbanden wie hamas, hezbollah, islamischer djihad palästina (pij) und wie sie alle heißen.
    Gleichgeschaltete Wahnsinnige, die mit der Ideologie des politischen Islam, bestehend aus sharia, Hassversen in Verbindung mit hadithen und Märtyrerkult zu mörderischen Verbrechen bereit sind.
    Kein Wort über diese Wirklichkeit und Tatsachen von diesem Heuchler.

    2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen