US-Energieminister Wright: Atomdeal mit Saudi-Arabien gewährleistet Sicherheit

In einem neuen Deal gestatten die USA Saudi-Arabien die Anreicherung von Uran für zivile Zwecke. Von Normalisierung mit Israel ist vorerst keine Rede mehr.
Von Israelnetz

WASHINGTON / RIAD (inn) – US-Präsident Donald Trump (Republikaner) hat einen Nukleardeal mit Saudi-Arabien bewilligt. Dies gab das amerikanische Energieministerium am Mittwoch bekannt. Anders als bei früheren Vorstößen vorgesehen, enthält das Abkommen keine Normalisierung der saudischen Beziehungen zu Israel. Trump betonte allerdings später, eine finale Genehmigung werde erst mit einem Beitritt zu den Abraham-Abkommen zwischen Israel und muslimischen Ländern erteilt.

Unterzeichnet haben die Vereinbarung die beiden Energieminister, Chris Wright (Republikaner) und Prinz Abulasis Bin Salman. Saudi-Arabien erhält damit das Recht, Uran für zivile Zwecke zu nutzen. Der Deal sei auf 30 Jahre angelegt, sagte ein US-Beamter dem Sender CNN. Amerikanische Firmen lieferten Technologie und Expertenwissen, um das saudische Programm zu entwickeln.

Keine internationale Kontrolle

Das Abkommen sieht keine internationale Überwachung vor. Damit unterscheidet es sich von einem ähnlichen Deal, den die USA 2009 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichneten. Er wird als „Goldstandard“ bezeichnet. Die betreffenden Länder versprechen, Uran nicht selbst anzureichern, sondern es zu importieren.

Theoretisch könnte Saudi-Arabien mittels der Anreicherung von Uran auch Atomwaffen herstellen. Kronprinz Mohammed Bin Salman hat in der Vergangenheit versichert, das Land werde Atomwaffen produzieren, falls der Iran welche erlangen sollte. Der amerikanische Energieminister Wright beteuerte allerdings: „Die Vereinbarungen erhalten die höchsten Standards von Atomsicherheit und Nichtverbreitung von Kernwaffen aufrecht.“

Was die Kontrolle angeht, ist Saudi-Arabien zögerlich. Denn in diesem Zusammenhang könnten internationale Inspektoren die nur Muslimen zugängliche Stadt Mekka oder königliche Paläste betreten wollen. Deshalb enthalte die Vereinbarung beiderseitige Absicherungen ohne eine solche Inspektion, heißt es bei CNN.

US-Ministerium: Gut für amerikanische Wirtschaft

Das Ministerium sprach euphorisch vom Beginn einer „jahrzehntelangen, viele Milliarden Dollar schweren Partnerschaft“. Die Vereinbarung werde „hochbezahlte amerikanische Arbeitsplätze und langjähriges Wirtschaftswachstum schaffen“. Wright fügte an: „Dank Präsident Trump ist die amerikanische Atomrenaissance im Gange und wird dem amerikanischen und dem saudischen Volk langjährigen Nutzen bringen.“ Der Deal kommt noch zur Überprüfung vor den Kongress, wobei eine Ablehnung unwahrscheinlich ist.

Das saudische Energieministerium bestätigte die „Vereinbarung über friedliche Nuklearzusammenarbeit“. Sie stärke „die Bemühungen, Energiequellen zu diversifizieren“. Moderne Technologien könnten gefördert und Möglichkeiten für Zusammenarbeit und Investition so ausweitet werden, dass es den beiderseitigen Interessen der beiden befreundeten Länder diene. Ein Sprecher der saudischen Botschaft in Washington sagte, das Abkommen „spiegelt die gemeinsame Vision beider Länder wider, die Zusammenarbeit bei Energie und zukünftigen Technologien auszuweiten“.

Befürworter sehen neben lukrativen Geschäftsmöglichkeiten für die amerikanische Atomindustrie einen weiteren Vorteil: Rivalen wie Russland und China werden dabei ausgeschlossen. Denn Saudi-Arabien verpflichtet sich, die für den Aufbau der Anlagen nötige Technologie aus den USA zu beziehen.

Gegner befürchten hingegen einen Aufrüstungswettkampf in der Nahostregion. Henry Sokolski leitet das Bildungszentrum für eine Politik der Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPEC) mit Sitz im US-Bundesstaat Virginia. Er warf im Gespräch mit CNN die Frage auf: „Welche neuen Standards wird der saudische Deal für die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Ägypten setzen?“

Normalisierung ursprünglich als Anreiz

Die USA streben ein Atom-Abkommen mit Saudi-Arabien schon seit Jahren an. Auch unter dem früheren Präsidenten Joe Biden (2021–2024) gab es einen solchen Prozess. Doch der damals angestrebte Deal sollte als Bedingung eine Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel enthalten. Diese Bemühungen kamen nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 vorerst zum Stillstand.

Dan Shapiro war unter dem Demokraten Biden Berater des Außenministeriums für regionale Integration im Nahen Osten. Er sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur JTA mit Bezug auf das Abkommen: „Es scheint, dass die Trump-Regierung es ohne Normalisierung hergeschenkt hat.“

Der am 11. Juli verstorbene Senator Lindsey Graham hatte Trump gedrängt, Saudi-Arabien ohne eine Annäherung an Israel keine nuklearen Zugeständnisse zu machen. Noch im Juni sagte der Republikaner dem Nachrichtensender „CBS News“: „Wir werden versuchen, Saudi-Arabien dazu zu bringen, den Abraham-Abkommen beizutreten, um den arabisch-israelischen Konflikt 2026 zu beenden.“ (eh)

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3 Kommentare

  1. Saudi Arabien macht davon abhängig Abraham Abkommen beizutreten, erst Zweistaaten. Bin Salman, bitte Hamas Hisbollah entwaffnen.

  2. Senator Lindsey Grahams Bedenken waren richtig, aber auch Energieminister Chris Wright hat Recht, denn Saudi-Arabien ist indirekt über Pakistan eine Atommacht und von diesem Atomdeal werden die Rivalen Russland und China ausgeschlossen.

  3. Uran-Anreicherung für – is klar – zivile Zwecke, keine internationale Kontrolle wegen Mekka (direkt hinter dem schwarzen Stein werden sie ja wohl kaum Atombomben bauen) , keine Anerkennung Israels. Saudi-Arabien verspricht, keine Atomwaffen zu produzieren; grosses Indianer-Ehrenwort. Ganz wie der Iran. Hauptsache, gut für die US-Wirtschaft. Amerika muss „great again“ werden, auch wenn die Welt darüber untergeht. Ich weiss nicht, wieweit die Hassidim mit der Berechnung der Ankunft des Messias sind, aber es eilt wirklich, macht hinne, Jungs. (Dieser Kommentar enthält Ironie und Sarkasmus)

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