Meinung

Untaten zum Schaden Israels

Die politischen Vorgaben für die Bekämpfung der Siedlergewalt sind zu sacht. Dabei liegt ein konsequentes Vorgehen im Interesse des Landes. Ein Kommentar
Von Daniel Frick
Bei ihren Gewaltaktionen setzen extremistische Siedler auch palästinensische Autos in Brand

Israel muss die Gewalt, die von Siedlern ausgeht, stärker als bislang eindämmen. Diese Untaten sind nicht nur ein Verbrechen an den Palästinensern. Sie schaden auch Israel und verstärken den ohnehin vorhandenen Unmut bei vielen Regierungen und in der Bevölkerung westlicher Staaten. Die gewalttätigen Siedler erschweren es denjenigen, die es gut mit Israel meinen, für den jüdischen Staat einzutreten.

Bei diesem Phänomen handelt es sich um ein hausgemachtes Problem. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte Ende 2024 die Verwaltungshaft für Siedler abgeschafft. In einer Rückschau auf das Jahr 2025 benannte die Armee diese Maßnahme als eines der Problem bei der Bekämpfung der Gewalt.

Oft ist zu hören, dass es sich bei diesen Aktionen um ein Randphänomen handelt, von einer Minderheit ausgeübt. Das mag stimmen, aber was bringt dieser Hinweis, wenn die Armee dem Phänomen nicht mit der gebotenen Verve nachgeht? Auf diese Weise verschiebt sich ein Randphänomen in Richtung Mitte. Es darf auch keinen Unterschied machen, ob Siedler gegen illegale Bauten oder Politiker gegen Denkmäler für Terroristen in palästinensischen Dörfern vorgehen. Dies alles ist allein Sache der Armee.

Gewaltbereites Umfeld

Diese Taten zu verurteilen ist auch und gerade dann geboten, wenn man sich keine Illusionen über die Gewaltbereitschaft der Palästinenser macht, zumal nach dem Terrormassaker vom 7. Oktober 2023. Terrorverherrlichung an palästinensischen Schulen gehört zur grotesken Normalität, bei Einrichtungen des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) ebenso wie bei der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA).

Da westlich-europäische Staaten diese Werke und damit auch den dort gelehrten Judenhass mit massiven Mitteln fördern – Deutschland ist hier Vorreiter –, fehlt ihnen die moralische Autorität, Siedlergewalt zu verurteilen. Israel sollte ohnehin nicht auf diese Wortmeldungen hören, sondern das Phänomen aus eigenem Ansporn bekämpfen.

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Eine Frage der Wahrnehmung

Der Ansporn ergibt sich auch aus dem Umstand, dass der Kampf gegen Siedlergewalt Teil des Existenzkampfes ist, mit dem der jüdische Staat seit seiner Gründung konfrontiert ist, doch mit besonderer Intensität seit dem 7. Oktober. Bekanntlich kämpft Israel nicht nur an militärischen Fronten, sondern auch an der Front der Wahrnehmungen und Meinungsbildungen.

Das Außenministerium und andere offizielle Kanäle haben in den vergangenen Monaten begriffen, wie wichtig dieser Bereich ist. Sie haben gelernt, schlagfertiger und medientauglicher aufzutreten, um gegen anti-israelische Narrative vorzugehen. Siedler, die mit ihren Gewalttaten den Ruf ramponieren, schaden diesen Bemühungen. Umso wichtiger ist es, ihnen Einhalt zu gebieten.

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4 Kommentare

  1. Ja, das stärkt die vielen unlösbaren Probleme von innen und von außen. Ein gefundenes „Fressen“ für die Feinde Israels und auch für viele „halbherzige“ Freunde Israels.
    Lieber Gruß Martin

  2. Der Kommentar von Daniel Frick legt den Finger in die Wunde: Das Problem sind nicht nur die Täter, sondern die politische Lähmung der aktuellen Regierung. Indem sie extremistische Auswüchse aus wahltaktischen Gründen toleriert, versagt sie bei ihrer Kernaufgabe – dem Schutz des Landes. Ein Kurswechsel hin zu einer Null-Toleranz-Politik ist überfällig, um die Anarchie zu stoppen und die Autorität des Staates wiederherzustellen.
    Die politische Tolerierung dieser Gruppen isoliert Israel von seinen wichtigsten Verbündeten wie den USA und der EU. Wer Israel wirklich schützen und seine Zukunft sichern will, darf radikalen Kräften im Westjordanland keine politische Rückendeckung mehr geben.

  3. Wow, toda raba, Herr Frick, dieser Wahrnehmung und Sichtweise kann ich mich ohne Abstriche anschließen, einigen ganz bestimmten Proforisten wird es vermute ich, ebenfalls bestätigen,was sie schon die ganze Zeit bezüglich dieser Problematik äußern.
    SHALOM

  4. „Israel muss die Gewalt, die von Siedlern ausgeht, stärker als bislang eindämmen. Diese Untaten sind nicht nur ein Verbrechen an den Palästinensern. Sie schaden auch Israel und verstärken den ohnehin vorhandenen Unmut bei vielen Regierungen und in der Bevölkerung westlicher Staaten. Die gewalttätigen Siedler erschweren es denjenigen, die es gut mit Israel meinen, für den jüdischen Staat einzutreten.“

    Im ersten Abschnitt wird klar, wie viel Wert auf Menschlichkeit und Menschenleben gelegt wird und wie viel wichtiger es den Leuten ist, den eigenen Ruf zu bewahren.

    Mein Lehrer würde bei diesem Text wohl sagen: Am Thema vorbei, setzen!

    Siedlerproblem wird angesprochen, um dann im restlichen Text die Palästinenser wieder schlecht zu reden und zu entmenschlichen.

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