Kritik an Knessetmitglied Sukkot

Der Abgeordnete Sukkot beschädigt mit einem Vorschlaghammer ein Terrordenkmal. Die Armee wirft ihm Missbrauch des Begleitschutzes vor. Zahlreiche Politiker verurteilen die Aktion.
Von Israelnetz
Umstrittene Aktion: Der Abgeordnete Sukkot beschädigte eigenmächtig ein Denkmal für Terroristen in dem palästinensischen Dorf Madama

NABLUS (inn) – Der Abgeordnete Zvi Sukkot hat mit einer eigenmächtigen Aktion im Westjordanland die Kritik zahlreicher Politiker auf sich gezogen. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der Politiker der Partei Religiöser Zionismus in dem palästinensischen Dorf Madama bei Nablus einen Gedenkstein für Terroristen mit einem Vorschlaghammer beschädigt. Soldaten stehen an seiner Seite und greifen nicht ein.

Im Nachhinein kritisierte die Armee jedoch den Vorfall vom Dienstagmorgen. Sie warf Sukkot Täuschung und Manipulation vor. Ursprünglich habe der 35-Jährige bei der Armee eine „Tour der Denkmäler“ durch die palästinensischen Dörfer Beita, Burin und Madama beantragt. Die Armee habe zugesagt und Soldaten als Begleitschutz abgestellt.

Die Aktion mit dem Hammer sei jedoch nicht abgesprochen gewesen. Die Soldaten hätten ihre Vorgesetzten informiert und um Anweisung gebeten. Diese ordneten dann den Abbruch der Tour an. Die Armee wirft Sukkot vor, den Begleitschutz ausgenutzt zu haben. Er habe seine Befugnis überschritten.

Denkmal für Terroristen

Weiter erklärte das Militär, es zerstöre selbst regelmäßig hetzerische Denkmäler. Sukkot selbst gab an, er habe die Aktion gestartet, da die Armee dieser Aufgabe nicht nachkomme.

Das Denkmal ist im Namen der Terrorgruppe „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) aufgestellt. Es listet eine Reihe von Terroristen auf. Wie die Nachrichtenseite „Aruz Scheva“ berichtet, ist unter ihnen Jaman Tajeb Al Faradsch. Laut Oberstem Gericht beauftragte er im Jahr 2003 einen Selbstmordanschlag, bei dem am 25. Dezember 2003 an der Geha-Kreuzung bei Tel Aviv vier Israelis getötet wurden.

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Breite Kritik

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) kritisierte die Aktion ebenfalls. „Das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, ist inakzeptabel und stört die Fähigkeit der Armee, sich auf ihre Einsätze gegen Terror und Hetze zu fokussieren.“

Netanjahus Hauptrivale im Wahlkampf, Gadi Eisenkot (Jaschar), äußerte sich ähnlich. Das Verhalten Sukkots sei eine „Schande“ zum Schaden Israels. Zugleich warf er Netanjahu vor, Leute wie Sukkot gewähren zu lassen und die Sicherheit in den Siedlungen zu gefährden.

Sukkots Parteichef, Finanzminister Bezalel Smotritsch, gestand zu, dass die Zerstörung von hetzerischen Denkmälern im Westjordanland allein der Armee vorbehalten sei. Oppositionspolitikern warf er bei der Gelegenheit jedoch vor, die Siedlungen abreißen und einen „Terrorstaat im Herzen unseres Landes“ errichten zu wollen.

Sukkot gehört seit 2023 mit einer kurzen Unterbrechung der Knesset an. Seit Dezember 2025 ist er Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport. (df)

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8 Kommentare

  1. Diese eigenmächtige Aktion im Westjordanland ist reine Brandstiftung. Sie provoziert absichtlich neue Gewalteskalationen und erschwert die ohnehin fragile Sicherheitslage für alle Beteiligten vor Ort.

  2. Ein demokratischer Staat basiert auf Recht und Moral – nicht auf dem Vorschlaghammer. Was Zvi Sukkot im Westjordanland abgezogen hat, ist keine Verteidigung unseres Landes, sondern messianische Selbstjustiz. Er missbraucht unsere Soldaten als Statisten für PR-Videos und gefährdet leichtfertig ihre Leben für billigen Populismus. Wer den Rechtsstaat so untergräbt, schadet der inneren Sicherheit Israels massiv.

    1. Hallo Sarah. Zunächst einmal ist es schön, dass du nach so langer Zeit den Weg zu uns wiedergefunden hast😉.

      Ich gehe mit deinem Kommentar Konform.
      Genau diese messianische Selbstjustiz führt dazu, dass die Armee gespalten und geschwächt wird. Wenn Abgeordnete wie Sukkot eigenmächtig Gesetze brechen, während Soldaten danebenstehen müssen, zerstört das das staatliche Gewaltmonopol. Die Armeeführung hat völlig recht, wenn sie warnt, dass solche Aktionen die Truppen von ihren eigentlichen Aufgaben zur Terrorbekämpfung ablenken. Es ist Populismus in Reinform – brandgefährlich für die innere Sicherheit Israels.

      Übrigens ist es Sukkots nicht erster Alleingang. Er war in der Vergangenheit unter anderem an der Stürmung des IDF-Sicherheitslagers Sde Teiman beteiligt und drang im Juli 2026 eigenmächtig in eine Schule in Ostjerusalem ein, um dort Symbole zu entfernen.

  3. Braucht man ein Denkmal für Mörder, bzw. Terroristen? Pals schon. Siehe das Museum von Abbas errichtet. Volk erst von Arafat 1962 als Pals deklariert. Im Museum hängen überwiegend Terroristen.
    Wobei- diese Zerstörung ist ziemlich “ dumm“. Das Foto geht um die Welt? Sicher falsch bewertet. Die armen Märtyrer……

  4. Shalom, Wer ist für diese Taten und Aktionen in Judäa/Samaria verantwortlich und unterstützt solche Aktionen??? Einzig und allein die „JETZTIGE REGIERUNG“!!! Jerusalem

  5. Die Aufregung ist groß weil es sich um Israel und um einen Juden handelt. Auch in Israel leben nur normale Menschen und keine perfekten. So etwas passiert leider, so what!

  6. So etwas sollte offiziellen Stellen vorbehalten bleiben. Aber das ein Haredi sich diese Eigenmächtigkeit erlaubt und die anwesenden Zahalniks schauen einfach zu und informieren ihre Vorgesetzten erst, als der Schaden schon angerichtet ist, das ist ja wohl auch ein Unding.
    Die gehören genauso zur Minna gemacht wie dieser Knesset-Abgeordnete, den ich im übrigen rausschmeißen würde. Diese Leute wie auch die Noar haGvaot sind es ,welche jegliche Chance auf ein friedliches Zusammenleben von Juden und Palästinensern und Christen im WJL untergraben, wenn denn dort unbedingt gesiedelt werden muss.
    SHALOM

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