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Schwere Ausschreitungen israelischer Siedler

Während sich Israelis und Palästinenser in Jordanien zu sicherheitspolitischen Gesprächen treffen, kommt es zu einem tödlichen Anschlag auf zwei Israelis. Daraufhin gibt es schwere Ausschreitungen. Und die USA warnen vor einer weiteren Eskalation.
Von Israelnetz
Ausschreitungen Siedler

JERUSALEM / HUWARA (inn) – Nach dem tödlichen Anschlag eines palästinensischen Terroristen am Sonntag ist es zu schweren Unruhen israelischer Siedler gekommen. Bei dem Anschlag in dem palästinensischen Ort Huwara waren zwei Israelis ums Leben gekommen. Huwara liegt etwa auf halber Strecke zwischen der israelischen Siedlung Ariel und der Stadt Nablus.

Anschließend kam es im Laufe des Sonntags zu schweren Unruhen israelischer Siedler. Dabei wurde nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA ein 37-jähriger Palästinenser durch Schüsse tödlich verletzt. Nach Angaben der Armee wurden die Schüsse von keinem Soldaten abgegeben. Mindestens 100 Palästinenser wurden außerdem verletzt. Der israelische Rettungsdienst teilte mit, dass zudem mindestens drei Israelis durch Steinwürfe verletzt wurden.

Zudem wurden zahlreiche palästinensische Häuser und Geschäfte von den Siedlern in Brand gesteckt. Israelische Soldaten brachten dutzende Palästinenser vor den Flammen in Sicherheit.

Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) rief am Sonntagabend seine Landsleute auf, das Gesetz nicht in die eigenen Hände zu nehmen und stattdessen auf die Sicherheitskräfte zu vertrauen. Staatspräsident Jitzchak Herzog äußerte sich ähnlich: „Das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen, zu randalieren und Gewalt gegen Unschuldige auszuüben – das ist nicht unsere Art, und ich spreche meine energische Verurteilung aus. Wir müssen der Armee, der Polizei und den Sicherheitskräften erlauben, den verabscheuungswürdigen Terroristen festzunehmen und die Ordnung sofort wiederherzustellen.“

Eskalation während israelisch-palästinensischer Gespräche

Angesichts der Eskalation der Lage kündigte die Armee an, ihre Truppen im Westjordanland zu verstärken. Ein Sprecher teilte mit, dass „die Sicherheitskontrollen auf den Straßen, die nach Nablus hinein- und herausführen, verstärkt werden“. Zudem setze die Armee die Fahndung nach dem palästinensischen Terroristen fort.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) verurteilte am Abend die „terroristischen Akte“, die von Siedlern ausgehen würden. Schuld trage zudem die „rechtsextreme israelische Regierung“. Das amerikanische Außenministerium ließ verlauten, dass die USA die Gewalt im Westjordanland und den Terroranschlag auf zwei Israelis verurteilten, und warnte vor einer weiteren Eskalation. Die Europäische Union forderte israelische und palästinensische Behörden auf, „diesen endlosen Kreislauf der Gewalt zu beenden“.

Der Terroranschlag und die Siedlergewalt fallen inmitten von sicherheitspolitischen Gesprächen zwischen Israel und Palästinenser. Am Sonntag trafen sich Vertreter beider Seiten im jordanischen Badeort Akaba. Ziel sei es gewesen, „Vertrauen“ aufzubauen. Bei den Gesprächen waren auch Vertreter Ägyptens und der USA vor Ort. Anlass für die Gespräche war ein tödlicher Anti-Terror-Einsatz der israelischen Armee am Mittwoch, bei dem elf Palästinenser ums Leben kamen. Aus einer Abschlusserklärung geht hervor, dass alle Beteiligten eine weitere Eskalation vermeiden und auf einen „gerechten und langfristigen Frieden“ hinarbeiten wollen. (mas)

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21 Antworten

  1. Abbas täte besser daran seine Mörder zurück zu pfeifen. Den Mord an den beiden Israelis hat er nicht verurteilt.

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  2. „Der Terroranschlag und die Siedlergewalt…“

    Der Pogrom in der arabischen Ortschaft, wo ein Mann von radikalen Siedlern ermordet und viele verletzt wurden, ist also kein Terror?

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  3. Wie ich bereits mehrfach kommentiert habe: es herrscht Krieg im Westjordanland. Ein Befreiungskrieg gegen die Besatzungsmacht Israel. Und die israelischen Siedler, die sich von der Besatzungsmacht beschützt weiss, marodiert. Das Besatzungsregime bringt Israel den Untergang.

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    1. Genosse Luley, wie oft muss man es noch erklären, Israel ist im eigenen Land keine Besatzungsmacht. Da können sie schreiben was sie wollen, es ist falsch!

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    2. Einen Befreiungskrieg führt man gegen das Militär und nicht gegen Zivilisten. Was für feige „Befreiungskämpfer“. Und die israelischen Siedler: wie viel waren es denn? Haben Sie eine Zahl, Herr Luley?

      Israel hat Kriege überstanden, es hat zweimal die Intifada überstanden und es existiert immer noch. Zum Leidwesen der Großpalästina und Israel-muss-weg Apologeten. Israel wird auch dies überstehen.

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      1. „Einen Befreiungskrieg führt man gegen das Militär und nicht gegen Zivilisten“

        Warum im gesprengten King David Hotel wirklich nur Militärangehörige?

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        1. Wenigstens wurden die gewarnt und wenn man die Warnung nicht verschlampt hätte, wäre keiner ums Leben gekommen. Dreimal sogar wurde gewarnt.

          Aber Frage, Horst, haben die Terroristen die die beiden Brüder ermordet haben, ein Schild angebracht auf dem stand, dass die Befahrung der Straße für Israelis tödlich ist? Ach so, geht ja nicht, man könnte ja in Verdacht geraten, dass man Apartheid gegen Israelis ausübt. Denn sollen sie halt lieber sterben. Zynismus Ende.

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  4. Times of Israel:

    „Later on Monday morning, National Security Minister Itamar Ben Gvir convened his far-right Otzma Yehudit Knesset faction in Evyatar, and declared that Sunday’s terror attack proved the country was at war, and said that Israel must “crush” its enemies, including through targeted killings of leaders of Palestinian terror groups.“
    (Später am Montagmorgen berief der nationale Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir seine rechtsextreme Knesset-Fraktion Otzma Yehudit in Evyatar ein und erklärte, dass der Terroranschlag vom Sonntag beweise, dass sich das Land im Krieg befinde, und sagte, dass Israel seine Feinde „vernichten“ müsse, auch durch gezielte Angriffe Morde an Anführern palästinensischer Terrorgruppen.)

    Israel und Deutschland eine „Wertegemeinschaft?“

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    1. Wertegemeinschaft. Was regen Sie sich auf, Herr Luley

      Seit Jahrzehnten zahlt D Geld an die PA, das diese für die Zahlung ihrer Häftlingsgehälter und Märtyrerrenten – also die Bezahlung von Judenmord – verwendet.

      Deutschland und PA: haben Sie da auch ein Problem mit der Wertegemeinschaft?

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    2. Der Vorsitzende des „Sicherheitsrats“ der Knesset Zvika Fogel:

      „Nach einem Mord wie gestern müssen die Dörfer (der Palästinenser) brennen. Huwara geschlossen und verbrannt, das ist es, was ich sehen will.“

      Solche Aussagen sind nur ein Aufreger, wenn sie ein Araber sagt. Da fordert man „schwere Konsequenzen“

      Für eine Politiker und Juden in Israel haben solche Aussagen natürlich keinerlei Konsequenzen.

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      1. Aufruf zu angeblicher Verteidigung der Al Aksa, die Ungläubigen aus der Grabeskirche zu entfernen: Welcher Konsequenz hat dies für Herrn Abbas?

        Welche Konsequenz hat die Bezahlung von Häftlingsgehälter und Märtyrerrenten für Judenmord?
        Ist das in Ordnung, Kelte? Ist der Mord an israelischen Zivilisten in Ordnung, Kelte?

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  5. Luley: Schade, dass Ihr „politischer Bruder“ hajo nicht dabei ist. ER hat sicher JEDES Recht, Israel für alloes Mögliche an den Pranger zu stellen. Schließlich ist er ja stolz auf seine Dienstzeit in der U.S.-Army, u. a. in der 101 Airborne Division – die Division, die gemäß U.S.-Untersuchungen im Vietnam-Krieg Kriegsverbrechen begangen hat! Gibt es hier etwa eine „unheilige Allianz“ von rechts- und linksradikalen Israel-Hassern!?

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    1. Mr. Georgetown
      Zum wiederholten Mal, bringen Sie meinen Namen bei einer Diskussion ins Spiel, an der ich nicht beteiligt bin.
      Womit haben Sie ein Problem ? Damit,das ich an anderer Stelle IHRE Unwahrheiten widerlegt habe?
      Zu der 101st Airborne, und Ihren „ Militärischen Kenntnissen“ die Sie offensichtlich aus den Publikationen von Mr. Greiner beziehen.
      Ich habe mit keinem Wort, die Kriegsverbrechen der U.S.-Streitkräfte, auch nicht die, der 101st Airborne, negiert.
      Deshalb käme ich auch nie auf die Idee wie Sie hier einen solchen Nonsense zu schreiben „ Die Mär der toten palästinensischen Zivilisten ist längst widerlegt, es waren überwiegend Terroristen (meist in zivil, wie üblich!)“ ( Auf die Antwort von wem die „ Mär widerlegt“ wurde warte ich übrigens immer noch!!) Zu dem hier „ Die sind den USA-Truppen doch an Kampfmotivation/-kraft weit überlegen – und auch an Kampfmoral sowie moral-gesteuertem Verhalten gegenüber dem Gegner!“ Jetzt mal abgesehen von dem Unsinn mit der „ Kampfmotivation und Kampfkraft“
      Wie verstehen Sie unter einem „ moral-gesteuertem Verhalten“? Das am Boden liegende wehrlose und verwundete Palästinenser abgeknallt werden wie räudige Hunde? Um nur ein Beispiel zu nennen.

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  6. Luley und Kelte bringen hier ihre alten Lügen/Unterstellungen vor. Was immer man von den Siedlern halten mag (und ich bin ihr politischer Gegner): Ohne die vielen Morde von palästinensischer Seite wäre es nicht zu dieser“ Spirale der Gewalt“ gekommen. Und erst Recht nicht, wenn Arafat und Abbas nicht MEHRFACH die Verhandlungsbemühungen von israelischer Seite abgebrochen bzw. nicht beantwortet hätten. Die Palästinenser könnten schon über 20 Jahre in einem eigenen Staat leben, wenn sie es wirklich gewollt hätten und von ihren Gewaltphantasien Abstand genommen hätten. Gründe von palästinensischer Seite wurden nie genannt. Es kam lediglich zu konstruierten Gegengründe der palästinensischen Freunde in Deutschland – die aber sämtliche nicht überzeugen konnten.

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  7. Israel ist eine Besatzungsmacht – und sich rächende Siedler sind auch Terroristen? Was würden denn Sie tun, wenn Ihre Freunde brutal ermordet würden? Racheakte sind nie richtig und militärische Terrorbekämpfung fühlt sich immer wie Krieg an. Aber der Unterschied sieht wie folgt aus: Israel bestraft seine Landsleute, die Rächer, während die Palästinenser ihre Terroristen feiern und belohnen. Weshalb wird immer verschwiegen, wie Israel bei den Palästinensern Infrastruktur gebaut hat, sogar terroristische Patienten versorgt usw.? Passiert das umgekehrt auch? Es gibt zwar auch unter den Palästinensern Menschen, die Israelis helfen. Das Problem ist nur, dass diese dafür oft von ihren Leuten bestraft werden.

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    1. Ganz genau. Ich vergesse nie eine TV-Sendung vor Jahren in der ein Palästinenser im Gaza-Streifen auf offener Strasse laut herausschreit: „Die Israelis schränken uns ein und machen uns manchmal das Leben schwer, aber sie lassen uns in unseren Häusern in Ruhe, aber die Hamas will unsere Gedanken kontrollieren, und ist weit schlimmer!“

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  8. Die Deutsche Polizei lernt seit langem von der Israelischen um auf die gleiche Zustände die bald auch bei uns herrschen werden vorbereitet zu werden. Siehe heute Schweden wo bereits auch ein Krieg herrscht. Meine eigene Familie musste bereits aus der arabischen Stadt Malmö bereits flüchten. Als Jude dort erkannt zu werden ist fast ein sicherer Tod.

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  9. Due Gebiete sind nach wie vor umstritten und ihr endgültiger Status offen. Die arabische Ablehnung des Teilungsplanes war ein sehr großer Fehler, der bis heute leider große Auswirkungen hat. Israel hat sehr viel Erfahrung mit Terroristen und wird klug handeln. Von Israel kann Deutschland einiges lernen.

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  10. Ich wiederhole: die Siedler sind Israels Untergang! Vorher gibt es einen Bürgerkrieg. Times of Israel meldet e gestern:
    Das Militär sagte am Montagabend, eine Gruppe von Siedlern, die Steine ​​auf israelische Streitkräfte im Westjordanland geschleudert hatten, habe angeblich versucht, einen Offizier mit einem Fahrzeug zu rammen, der jüngste in einer Reihe von gewalttätigen Vorfällen.

    Die israelischen Verteidigungskräfte gaben eine Erklärung ab, in der sie sagten, sie verurteilten „die schweren Vorfälle von Gewalt“ gegen israelische Truppen im Westjordanland, die inmitten von Unruhen von Siedlern in einer palästinensischen Stadt in der Nähe von Nablus stattfanden, nachdem dort zwei Israelis bei einem Schusswechsel getötet worden waren.

    Nach Angaben des Militärs warfen während des Vorfalls am Montag mehrere Siedler Steine ​​auf israelische Truppen in der Nähe der Siedlung Shavei Shomron.

    „Ein israelischer Staatsbürger hat versucht, einen IDF-Offizier zu überfahren, der sich an diesem Ort aufhielt. Die Truppe reagierte, indem sie auf die Räder des Fahrzeugs schoss, und das Fahrzeug floh“, sagte die Armee.

    In einem anderen Vorfall am Sonntagabend sagte die IDF, ein hochrangiger Offizier sei von einer Gruppe Siedler in der Nähe der Siedlung Rimonim im Westjordanland angegriffen worden.

    Der Angriff ereignete sich, nachdem der Kommandant der Territorialbrigade Binyamin, Oberst Eliav Elbaz, aus seinem Jeep ausgestiegen war, um Siedler daran zu hindern, Steine ​​auf palästinensische Fahrzeuge zu schleudern, die die Rimonim-Kreuzung nordöstlich von Jerusalem passierten.

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