Palästinenser können Ramon-Flughafen nutzen

Für Türkeiflüge steht Palästinensern künftig auch der südisraelische Ramon-Flughafen zur Verfügung. Der Palästinensischen Autonomiebehörde schwebt jedoch eine andere Lösung vor.
Von Israelnetz
Ramon-Flughafen bei Eilat

Foto: EE, Wikipedia | CC BY-SA 4.0 International

Der Flughafen Ramon ging im Jahr 2019 in Betrieb

JERUSALEM (inn) – Palästinenser aus dem Westjordanland können ihre Flüge in die Türkei demnächst auch über den Ramon-Flughafen nahe der südisraelischen Stadt Eilat antreten. Das hat die israelische Flughafenbehörde am Dienstag entschieden. Zunächst sind wöchentlich zwei Flüge der türkischen Fluggesellschaften Pegasus und AtlasGlobal nach Antalya und Istanbul vorgesehen.

Normalerweise nutzen Palästinenser den Flughafen von Amman. Doch zuletzt hatte es Beschwerden über Engpässe am Allenby-Übergang zwischen dem Westjordanland und Jordanien gegeben. Die Nutzung des Ramon-Flughafens soll für Entlastung sorgen. Allerdings ist der Weg dahin länger: Von Ramallah aus sind es rund 240 Kilometer Luftlinie, bis zum Flughafen von Amman sind es 75 Kilometer. Eine Fahrt vom Norden des Westjordanlandes zum Ramon-Flughafen könnte fünf Stunden in Anspruch nehmen.

Unklar ist bislang, wie genau die Palästinenser zum Ramon-Flughafen kommen sollen, und ob dafür besondere Sicherheitsgenehmigungen erforderlich sind. Unbekannt ist auch, ob es über die Türkei hinaus weitere Flugziele für sie geben wird.

Geteilte Begeisterung

Der Anstoß für das Projekt kam vom Verbindungsmann der israelischen Armee für die Palästinenser, Generalmajor Ghassan Alian, wie die Nachrichtenseite „Times of Israel“ berichtet. Die für „Regierungsaktivitäten in den Gebieten“ zuständige Militärbehörde COGAT und der Inlandsgeheimdienst Schabak haben dafür Sicherheitsbestimmungen eingerichtet.

Politiker der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sehen das Projekt kritisch. Aus deren Sicht wäre es besser, den Flughafen Atarot am Nordrand von Jerusalem wiederzubeleben, der seit dem Jahr 2000 nicht mehr genutzt wird. Der israelische Minister für Regionale Zusammenarbeit, Essawi Fredsch (Meretz), hatte vergangenes Jahr eine gemeinsame Nutzung des Flughafenfeldes vorgeschlagen, setzte sich damit aber nicht durch. Anderen Plänen zufolge sollen hier Wohnbauten größtenteils für Ultra-Orthodoxe, aber auch für Araber entstehen. (df)

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Eine Antwort

  1. Die Lösung der PA wäre sicher ein eigener Flughafen, mit dem sie Waffen
    schmuggeln können, direkt ins Herz Israels.

    12

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