NEW YORK (inn) – Zu den oft vorgetragenen Vorwürfen gegen Israel gehört die Tötung von „Journalisten“ im Gazastreifen und anderen Konfliktgebieten. Das „Komitee zum Schutz von Journalisten“ (CPJ) zählt dabei zu den lautstarken Kritikern des jüdischen Staates. Doch nun gibt die amerikanische Organisation zu, dass einige der von ihr als „getötete Journalisten“ eingestuften Personen Terroristen waren.
In einer Mitteilung vom vergangen Donnerstag erklärte das CPJ, dass es acht Personen von seiner Liste der getöteten Journalisten oder Medienschaffenden gestrichen hat. Denn diese hatten sich als „Kämpfer“ der Hamas oder des Islamischen Dschihad entpuppt: Die Terror-Organisationen hatten Nachrufe auf besagte Personen veröffentlicht.
Das CPJ teilte weiter mit, dass es aus diesem Anlass seine Datenbank zu getöteten Journalisten im Gazastreifen einer Überprüfung unterzieht. Drei Tage vor dieser Mitteilung hatte die israelische Nachrichtenseite „Times of Israel“ eine Recherche veröffentlicht, der zufolge Terrorgruppen in den vergangenen Wochen und Monaten eine Reihe von Nachrufen auf Personen veröffentlicht haben, die zuvor gemeinhin als Journalisten galten.
Nach der Aktualisierung führt das CPJ noch 209 im Gazastreifen getötete „Journalisten“ und „Medienschaffende“. Die Organisation Honest Reporting hält die Zahl nach wie vor für aufgebauscht. Eine Überprüfung der Namen habe ergeben, dass rund die Hälfte der aufgeführten Personen Verbindungen zur Terrorgruppen aufweisen.
CPJ: Vortäuschung Gefahr für Journalisten
Bereits vor einigen Wochen war Beobachtern aufgefallen, dass das CPJ Namen aus seiner Datenbank entfernt hat, ohne dies jedoch offiziell bekanntzugeben. In der nun erfolgten Mitteilung verurteilte die Organisation das auf Täuschung angelegte Auftreten, etwa durch das Tragen von Pressewesten. „Solche Handlungen gefährden jeden einzelnen Journalisten, der legitim zu berichten versucht“, sagte Geschäftsführerin Jodie Ginsberg.
Vor der Aufnahme in die Liste werde jeder Fall mit mindestens zwei unabhängigen Quellen und soweit möglich weiteren Nachforschungen überprüft, erklärte die Organisation ihre Methode. Sie beklagte allerdings, dass sie keinen Zugang zum Gazastreifen habe.
Indes halte sich das CPJ bei der Einstufung der Fälle an das humanitäre Völkerrecht: Demnach gelten Journalisten, die zu nicht-staatlichen Akteuren gehören, als Zivilisten, solange sie nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Das bedeutet: Auch wer Propaganda einer Terror-Organisation verbreitet, gilt als „Journalist“ oder „Medienschaffender“.
Medienschaffende im Dienste des Terrors
Israel teilt diese Auffassung offenkundig nicht, sondern sieht Propaganda als Aspekt des Terrors gegen Israel. Die Armee tötet auch Akteure, die diese Propaganda betreiben. Zu dieser Progaganda gehören etwa Aufnahmen von Hamas-Geiseln, ein Mittel des Psychoterrors gegen die israelische Bevölkerung.
Ein Medienschaffender in Diensten der Hamas war laut Armee etwa Mohammed al-Bardawil. Er habe eine zentrale Rolle bei der Propaganda der Hamas gespielt. Die Armee tötete ihn im April 2025. Sie veröffentlichte zudem ein Foto, das ihn auf einem Podium der Hamas zeigt. Die CPJ stuft die Tötung nach wie vor als „Mord“ ein. Als Mord definiert sie die Tötung von Journalisten als Vergeltung für ihre Arbeit.
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Danon: Korrektur nach falscher Beschuldigung bleibt aus
Der israelische UN-Botschafter Dani Danon thematisierte am Montag im Sicherheitsrat den Vorwurf gegen Israel, Journalisten zu töten. Bei der monatlichen Nahost-Debatte in New York hielt er mehrere Schautafeln mit Bildern von angeblichen Journalisten hoch; auf der Rückseite war ein Bild von derselben Person in Terrormontur abgebildet.
Bei einem der gezeigten „Journalisten“ handelt es sich um Mohamed Naser Abu Huwaidi. Der Generalleiter der UN-Kultur-Organisation UNESCO hatte im Januar 2024 dessen Tötung im Monat zuvor verurteilt. Im März dieses Jahres bezeichnete der Palästinensische Islamische Dschihad Abu Huwaidi aber als „Märtyrer“, der Kommandeur der „Kriegsmedieneinheit“ gewesen sei. Abu Huwaidi gehört zu den Personen, die das CPJ bereits aus der Datenbank entfernt hat.
Danon beklagte, dass die Vereinten Nationen durch ihre Beschuldigungen Vorwürfe gegen Israel in den Raum stellten. Doch wenn sich diese als falsch erweisen, komme es zu keiner Korrektur. „Das ist die UN auf anti-israelischem Autopilot.“
Die Daten von CPJ greifen Medien wie der „Spiegel“ oder „Zeit“ sowie Organisationen oder Gremien auf. So berief sich der Stadtrat von Paris jüngst auf das CPJ, als es allen palästinensischen Zivilisten die Ehrenbürgerschaft verlieh. (df)
4 Kommentare
Typisch UNO. Typisch ZDF u..a. Abends ARD Tagesschau: B’selems Anschuldigungen.
Toda raba, Dani Danon.
Kein Journalist kann in Gaza arbeiten ohne das Placet der Hamas. Und die haben es nicht so mit unabhängiger Berichterstattung.
Typisch Israel, versucht die 300+ getöteten Journalisten irgendwie zu rechtfertigen statt sich den Fehler einzugestehen.
Heute kam auch eine kleine Statistik wie viele Kinder seitens der israelischen Armee getötet wurden. Warten wir ab und schauen zu wie Sie versuchen werden das zu rechtfertigen.
Eine Presse-Weste macht noch keinen Journalisten, sie macht aber einen Terroristen zu einem Zivilisten.
Bei der CPJ bedeutet das: „Auch wer Propaganda einer Terror-Organisation verbreitet, gilt als Journalist oder Medienschaffender.“
Terroristen bewegen sich unter dem Schutz der Pressefreiheit so: Recherche = falsche Zahlenangaben. Journalistische Sorgfalt = Israel anprangern. Pressekodex = sich hinter menschlichen Schutzschildern zu verstecken. Die tatsächliche Ausübung der Berichterstattung wird missbraucht und ist deshalb keine. Es ist gut, dass dies jetzt endlich aufgedeckt wird, Schluss mit der Lügerei.