Mutmaßlicher Attentäter tot aufgefunden

Ein Palästinenser gerät nach dem Mord an einer Israelin ins Visier der Ermittler. Wenige Stunden später wird seine Leiche entdeckt.
Von Israelnetz

Foto: Magen David Adom

Der Tatort in Holon nach dem Mord an der Israelin

HOLON / TEL AVIV (inn) – Eine 84-jährige Jüdin ist am Dienstagabend in der zentralisraelischen Stadt Holon ermordet worden. Die Polizei vermutet einen 28-jährigen Palästinenser hinter der Tat. Am Mittwochmorgen wurde der Verdächtige im nahe gelegenen Tel Aviv tot aufgefunden. Offenbar hat er Suizid begangen.

Bei dem Mordopfer handelt es sich um Schulamit Rachel Ovadia, wie die Polizei am Mittwoch bekanntgab. Sie wurde etwa 50 Meter von ihrem Wohnhaus entfernt angegriffen und mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen. Ein Anwohner hörte ihre Schreie und alarmierte die Polizei.

Bilder einer Überwachungskamera zeigen einen Mann in dunkler Kleidung, der das Opfer verfolgte und von hinten angriff. Anschließend ergriff er die Flucht, ein Raub ereignete sich nicht. Ovadias Schwiegersohn sagte dem Sender „Kanal 13“: „Wir haben keine Ahnung, was passiert ist, wir sind schockiert. Sie war offenbar zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Verdächtiger auf Bild erkannt

Die Polizei veröffentlichte ein Bild von den Aufnahmen der Überwachungskamera. Der Verdacht auf einen Terroranschlag verdichtete sich, der Inlandsgeheimdienst Schabak beteiligte sich an den Ermittlungen.

Eine Frau reagierte auf den Aufruf der Polizei. Sie hatte den Verdächtigen in einem Bus in Tel Aviv gesehen und ihn an der Kleidung erkannt. Den Ermittlern sagte sie, er habe verhältnismäßig lange mit dem Busfahrer gesprochen. Sein Hebräisch habe einen arabischen Akzent gehabt. Der junge Mann sei ein paar Haltestellen später ausgestiegen.

Nach mehrstündiger Suche wurde die Leiche des Palästinensers in einem leerstehenden Gebäude im Zentrum von Tel Aviv entdeckt. Er hatte sich offensichtlich erhängt. Bei dem Verdächtigen handelt sich um Mussa Sarsur. Er stammte aus Sarta bei Kalkilia im Westjordanland.

Palästinenser arbeitete auf Baustelle nahe des Tatorts

Da er als registrierter Arbeiter auf einer Baustelle in der Nähe von Ovadias Wohnhaus tätig war, hatte Sarsur eine Zugangsberechtigung für Israel. Er wurde in den vergangenen Wochen zweimal von der Polizei befragt und wieder freigelassen, weil die Genehmigung gültig war. Zudem lagen keine Warnungen seinetwegen vor, und Einträge zu früheren Sicherheitsverstöße waren ebenfalls nicht vorhanden.

Die Armee nahm nach eigenen Angaben in Sarta fünf Verdächtige fest. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, sind unter ihnen auch Familienangehörige des mutmaßlichen Mörders.

Ein Verwandter des Palästinensers sagte der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“, Sarsur habe Betäubungsmittel konsumiert und unter psychischen Problemen gelitten. Er könne sich nicht vorstellen, dass er den Mord begangen habe. Denn Sarsur sei schüchtern gewesen und habe kaum ein Wort gesprochen. Die Familie wolle nun die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten.

Schulamit Rachel Ovadia hinterlässt ihren Ehemann, den sie pflegte. Außerdem betrauern sie ihre drei Kinder und die Enkel. (eh)

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3 Antworten

  1. Esa regt mich dermaßen auf, dass Mörder psychisch krank sind.
    In Deutschland ebenso. Vergewaltiger, Messerangriffe von Syrern, Irakern –
    immer psychisch krank.

    Mein aufrichtiges Beileid zur Familie, besonders zu ihrem pflegebedürftigen Ehemann.
    Möge die ältere Dame, das Opfer Schulamit, nicht gelitten haben, bevor sie gewaltsam zu Tode gebracht wurde.

    19
    1. Das sie sich Aufregen kann ich sehr gut Verstehen. Bei uns laufen die Täter oftmals noch unter erheblichen Alkohol oder Drogeneinfluss. Dazu kommt das sie noch psychische Probleme haben und so weiter. Diese Dinge werden immer wieder genannt wenn man nicht mehr weiter weiß.

      4
    2. Naja, wenn man bedenkt, dass viel innerhalb der engsten Familie geheiratet wird, dann sind psychische Probleme nicht immer von der Hand zu weisen, und einige andere Behinderungen.
      Und solche Menschen werden auch gern als Märtyrer mißbraucht. Zwei “Probleme” auf einmal gelöst.

      1

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