Mehr Jugendliche und mehr Wehrdienstbefreiungen

Für Männer und Frauen herrscht in Israel Wehrpflicht. Ausnahmen gibt es dennoch. Diese könnten aber immer mehr zur Regel werden.
Von Israelnetz
IDF

Foto: IDF, flickr

Israels demografischer Wandel hat auch Auswirkungen auf die Armee

JERUSALEM (inn) – Israels demografische Entwicklung führt bei ranghohen Vertretern des Verteidigungsministeriums zu immer mehr Sorgenfalten. Sollte sich der bisherige Trend fortsetzen, werden bis 2050 nur 41 Prozent der 18-jährigen Israelis ihren Wehrdienst absolvieren. Im Jahr 2020 lag der Wert noch bei 46 Prozent. Das berichtet die israelische Verteilzeitung „Israel Hajom“ mit Berufung auf eine Studie des Verteidigungsministeriums.

Allerdings lassen sich die Zahlen auch anders lesen. Während 2020 rund 67.000 Israelis ihren Wehrdienst antraten, werden es im Jahr 2050 99.000 sein. Es werden sich jedoch mehr Wehrpflichtige vom Dienst befreien lassen.

So erwartet das Verteidigungsministerium im Jahr 2050 insgesamt 15.300 Zivildienstleistende (2020: 10.000) und 126.000 Israelis, die sich anderweitig vom Wehrdienst befreien lassen (2020: 66.5000). Davon werden 57 Prozent ultra-orthodoxe Juden sein und 35 Prozent aus Minderheitengruppen.

Israel bald mit Berufsarmee?

Jedoch berücksichtigen die Zahlen nicht die gesamte Situation, schreibt die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“. So würden in der Prognose die Wehrpflichtigen nicht berücksichtigt, die ihren Dienst entweder abbrechen oder gar nicht erst antreten. Die Zahl soll im niedrigen im zweistelligen Prozentbereich liegen.

Bereits in der Vergangenheit warnte der nun scheidende Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) vor den Folgen der demografischen Entwicklung in Israel. Er verwies darauf, dass langfristig die Gefahr einer Auflösung der israelischen Volksarmee hin zu einer Berufsarmee bestünde.

Diese Entwicklung sieht auch Inbar Harosch-Giti, die die Studie für das Verteidigungsministerium geleitet hat. „Sobald nur noch 50 Prozent der Bevölkerung in die Armee eintreten, beginnt das Plichtdienst-Modell zu scheitern.“ Das zeigten Erfahrungen anderer Länder. Sollte der Staat nichts gegen die Entwicklung in Israel unternehmen, sei der Weg hin zu einer Berufsarmee nicht mehr abzuwenden. (mas)

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4 Antworten

  1. Trotz Fürsorge und Sicherheit für die Heimstätte, verstehe ich die jungen Israelis. Nach Schule/ Abitur zum Militärdienst. 2 bzw.3 Jahre.
    Über eine Berufsarmee wird IL wohl nachdenken müssen.

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    1. Die Palästinsenser könnten Frieden mit Israel schließen.

      Und es gibt noch mehr Länder, die nicht gerade friedlich gegen Israel eingestellt sind.

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  2. Olafs Vorschlag ist schön. Möchten denn alle Palästinenser mit dem morden aufhören?
    Und natürlich sollte Israel dann unbegrenzt Palästinenser aufnehmen zur Sicherung des Friedens.
    Hat Olaf noch nie etwas von Arafat gehört, der Verträge nicht erfüllte und morden ließ?
    Dafür bekam er den Nobelpreis! Westliche Politiker greifen Israel an und loben palästinensische Politiker, die Mörder loben.
    Israel sollte eine Quote von mindestens 60% Wehrdienst leistenden erreichen.
    Verweigerern und Abbrechern muss es unangenehm gemacht werden.
    In Deutschland haben die Weichen eine Berufsarmee durchgesetzt, die auf keinen Fall selbst kämpfen wollen.
    Aus jenen Kreisen wurde mir vor Jahren gesagt „Wir werden sowieso rot.“
    Wenn Israel überleben soll, dann ist konsequente Erweiterung der Wehrpflicht notwendig.

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