Israelis lehnen palästinensische Flagge ab

Eine Umfrage zeigt die Spaltung der israelischen Gesellschaft. Je ein Drittel der Israelis sieht arabische Israelis und ultra-orthodoxe Juden nicht als Teil der Gesellschaft. Außerdem steht das Justizsystem infrage.
Von Israelnetz
Der nun verstorbene Terrorführer Dschibril kämpfte für ein freies „Palästina“

Foto: Israelnetz/mh

Die palästinensische Flagge hat unter israelischen Befragten keinen Rückhalt

TEL AVIV (inn) – Mit 59 Prozent der Israelis denkt die Mehrheit, dass das Hissen der palästinensischen Flagge in Israel illegal sein sollte. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage der „Anti Defamation League“ (ADL). Bei einer Tagung zum sozialen Zusammenhalt in Tel Aviv veröffentlichte die ADL am Sonntag die Umfrageergebnisse, die zeigen: Die israelische Gesellschaft ist gespalten.

Araber und ultra-orthodoxe Juden im Fokus

Ebenfalls 59 Prozent der Israelis sagen, dass israelische Araber keine Solidarität mit Palästinensern haben sollten. Etwa ein Drittel der Israelis gibt an, dass israelische Araber kein fester Bestandteil der israelischen Bevölkerung seien. Rund 41 Prozent der Teilnehmer halten es für legitim, eine Koalition zu verweigern, wenn auch arabische Parteien darin vertreten wären – 32 Prozent halten dies für illegitim.

Wie die Zeitung „Jerusalem Post“ berichtet, fragte die ADL auch zu Religionen. Etwas mehr als ein Drittel der Israelis (38 Prozent) unterstützt die Konversion zum Judentum nach einem nicht-orthodoxen Ritus. 49 Prozent befürworten einen gemischten Gebetsabschnitt an der Klagemauer. Mit 65 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit für eine standesamtliche Eheschließung aus.

Ein Drittel der Umfrageteilnehmer ist der Meinung, dass ultra-orthodoxe Juden kein fester Bestandteil der israelischen Gesellschaft seien. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr allerdings deutlich zurückgegangen. Eine Mehrheit von 58 Prozent sieht es als legitim an, eine Koalition mit einer ultra-orthodoxen Partei zu gestalten.

Wenig Vertrauen in das Justizsystem

Mehr als ein Drittel aller Befragten gab an, wenig oder gar kein Vertrauen in das israelische Rechtssystem zu haben. Bei streng religiösen Gruppen fällt dieser Trend noch deutlich aus: Ultra-orthodoxe Juden misstrauen gar zu 83 Prozent den Gerichten. 36 Prozent sagen, das Justizsystem habe zu viel Macht, bei den Ultra-Orthodoxen Juden sind es 89 Prozent.

Auch die Spaltung innerhalb der Gesellschaft des jüdischen Staates wurde von der ADL zum Thema gemacht. 92 Prozent der Israelis gaben an, dass die politische Führung verantwortlich für die Spaltung ist. Digitale Medien und traditionelle Medien betrachten 83 Prozent beziehungsweise 80 Prozent ebenfalls als für die Spaltung verantwortlich. (joh)

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Eine Antwort

  1. Wenn Israelis der dortigen Justiz misstrauen, dann sollten sie auch nach Deutschland blicken.
    Manche Richter und Staatsanwälte missachten auch in Deutschland Gesetze und die Regeln der Logik.
    Unwahrer Vortrag bestimmter Anwälte wird übernommen, ohne die Gegenpartei überhaupt anzuhören.
    Das der deutsche Bundesgerichtshof und das deutsche Verfassungsgericht dagegen helfen, ist kaum möglich, denn ein Kläger ohne besonderer Beziehungen wird dort im Zweifel gar nicht angehört.

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