Mehrheit der jüdischen Israelis gegen Anerkennung von „Vaterjuden“

Sogenannte „Vaterjuden“ gelten nicht als jüdisch, dürfen aber nach Israel einwandern. Die Mehrheit der israelischen Juden hält das für richtig.
Von Israelnetz

Foto: israelnetz/mh

Wer als Jude gilt, bestimmen in Israel die Rabbiner

JERUSALEM (inn) – Mehr als zwei Drittel der israelischen Juden leiten eine jüdische Identität ausschließlich von der Mutter ab. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Israelischen Demokratie-Instituts (IDI) hervor.

Demnach sagen 70 Prozent der jüdischen Israelis, ein sogenannter Vaterjude sei kein Jude. Für 26 Prozent zählt auch die Abstammung von einem jüdischen Vater. 4 Prozent wussten keine Antwort.

Die in dieser Breite geteilte Auffassung stützt das Rabbinat. Das Rückkehrrecht gilt hingegen, sobald jemand einen jüdischen Großelternteil hat. Denn diese Menschen waren während der Nazizeit der Verfolgung ausgesetzt. Also können auch Vaterjuden die israelische Staatsbürgerschaft erlangen. Vom Rabbinat sind sie hingegen nicht als Juden anerkannt. Dies betrifft viele Einwanderer aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Denn dort wurde die Religion des Vaters in den amtlichen Dokumenten vermerkt.

Frage der richtigen Konversion

Ein weiteres Thema der Umfrage war der Übertritt zum Judentum. Eine nicht-orthodoxe Konversion halten 67 Prozent der nicht-religiösen Teilnehmer für gültig. Insgesamt betrug der Anteil 40 Prozent. Hingegen sagten 44 Prozent, ein solcher Übertritt reiche nicht aus, um Jude zu werden. 16 Prozent waren unentschieden.

Auch hier wirkt sich das Rückkehrrecht aus. Eine Einwanderung nach Israel ist möglich, wenn jemand nach nicht-orthodoxem Ritus übergetreten ist. Als Jude anerkannt wird er hingegen nicht. Dies kann Probleme bei der Heirat mit sich bringen, die in Israel nur in religiösem Rahmen zulässig ist. Eine Ziviltrauung gibt es nicht.

Beerdigungsgesellschaft erhält am meisten Vertrauen

Die Umfrage befasste sich auch mit dem Vertrauen, das die Bürger religiösen Einrichtungen entgegenbringen. Mit 45 Prozent wurde hier am häufigsten die Beerdigungsgesellschaft „Chevra Kadischa“ genannt. Kommunale Rabbiner kamen auf 38 Prozent, rabbinische Gerichte auf 32,5 Prozent.

Für religiöse Bestattungen nach jüdischem Ritus sprachen sich 65 Prozent der Befragten aus. 12 Prozent neigten zum Zivilbegräbnis. Eine Feuerbestattung ziehen 5 Prozent vor. Die ist allerdings nach jüdischem Gesetz streng verboten. (eh)

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11 Antworten

  1. Natürlich kenne ich als Nichtjude die Hintergründe nicht.
    Aus meiner Sicht könnte jene Regelung die Anzahl an Juden begrenzen. Das halte ich für gefährlich.
    Das Juden die Inhaber anderer Religion nicht bedrängen jüdisch zu werden, ist sehr positiv.
    Aber es wird den Juden nicht positiv angerechnet.
    Angeblich leben Moslems sogar gottgläubig. wenn sie andersgläubige ermorden.
    US-Präsident Biden und seine Partei haben das aber noch nicht begriffen. Deutsche Politiker auch nicht.

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    1. @ Peter Bauer
      „Angeblich leben Moslems sogar gottgläubig. wenn sie andersgläubige ermorden“
      Genau aus diesem Grund nehme ich wenn ich meine Muslimischen Bekannten besuche, und ich habe einige, immer meine Waffe mit, man kann ja nie wissen…….
      Was nun „ Biden und seine Partei“ anbelangt, es gibt Hoffnung, Trump will 2024 wieder kandidieren.

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      1. Offensichtlich kommen auch Sie endlich zur Besinnung, Herr Hajo.

        Es wäre ein Segen, wenn Herr Donald Trump der kommende Präsident der USA wird.

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          1. @ Herr Hajo:

            Ich weiss nicht, ob Sie schon einmal Gelegenheit hatten,
            die USA aufzusuchen.

            Mich haben die Evangelikalen dort immer sehr beeindruckt.
            Wahres Christentum !

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      2. “Genau aus diesem Grund nehme ich wenn ich meine Muslimischen Bekannten besuche, und ich habe einige, immer meine Waffe mit, man kann ja nie wissen …”

        Ja, genau : Meine Lebensgefährtin ist Algerierin. Da frage ich mich jede Nacht auch, ob ich mit einem Messer im Rücken aufwachen werde.

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  2. Was ist denn da die Erklärung des Rabbinats??…in der Thora sind doch meist die Väter namentlich genannt, dann ihre erstgeborenen Söhne und dann weitere Nachkommen….

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  3. Wenn ich nicht besonders religiös währe und ich alle andern Rechte eines Bürgers Israel´s hätte
    währe es mir egal nur Vaterjude zu sein.Ich würde halt eine richtige Jüdin (auf Zypern) heiraten
    und meine Kinder währen dann anerkannt und ich eben nicht.
    Ruth´s Sohn Obed war dann auch nur Vaterjude und Isai, Davids Vater, Mutterjude.

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  4. Ich bin Jude, ja einer Vater Jude. Aber Jude! Da kann kein Rabbinat etwas an ändern. Ich bin überzeugt das es eine Herzens Haltung ist, als Vater Jude, sich zu entscheide ob man Jude ist. Darum Shalom

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    1. Hes.44,9: So spricht GOTT, der Herr: Es soll kein Fremder mit unbeschnittenem Herzen und mit unbeschnittenem Fleisch in mein Heiligtum kommen, keiner von allen Fremdlingen, die unter den Kindern Israels wohnen.

      Römer 2,29: Nur der ist ein Jude, der es innerlich ist, und [seine] Beschneidung [geschieht] am Herzen, im Geist nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

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