Israel verstärkt Wachsamkeit

Nach dem gestrigen Anschlag erhöhen Sicherheitsbehörden ihre Alarmbereitschaft. Indes beerdigt die Familie das Todesopfer.
Von Israelnetz
Lapid verkündet: Israel werde die Täter des Anschlags finden

Foto: GPO/Kobi Gideon

Premier Lapid verspricht den Israelis, dass die Täter des Anschlags gefunden werden

JERUSALEM (inn) – Die israelischen Sicherheitsbehörden haben am Mittwoch ihr Aufgebot in Jerusalem und in weiteren Teilen des Landes erhöht. Am Mittwochmorgen hatte es in Jerusalem zwei Bombenexplosionen an Bushaltestellen gegeben, bei dem der 16-jährige Israeli Arje Schupak starb. Zudem erlitten mindestens 22 Personen teils schwere Verletzungen.

Der Polizeichef von Jerusalem, Doron Turgeman, ordnete an, dass die Zahl der Sicherheitsbeamten im gesamten Stadtgebiet erhöht werde. Besonders rund um die zwei Tatorte solle es ein großes Aufgebot von Polizisten geben. Allen Einwohnern und Besuchern der Stadt soll ein Gefühl der Sicherheit gegeben werden, hieß es in einer Erklärung.

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, wurde die Fahndung nach den Tätern ausgeweitet. Bei den Behörden gingen bereits am Mittwoch Dutzende Anrufe mit Hinweisen ein. Die Bürger sollen weiter verdächtige Gegenstände oder Bedenken bei der Polizei melden. Noch immer ist unklar, wer für die Anschläge verantwortlich ist. Es gab kein Bekennerschreiben. Dennoch begrüßten Terror-Organisationen, etwa die Hamas oder der Islamische Dschihad, den Terror.

Lapid verspricht Aufklärung

Gemeinsam mit Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) führte Premier Jair Lapid (Jesch Atid) mit sämtlichen Sicherheits-Chefs eine Lagebeurteilung durch. Danach sagte er bei einer Pressekonferenz: „Wir werden die Täter finden.“ Sie könnten rennen, sich verstecken, doch „es wird ihnen nicht helfen – die Sicherheitskräfte werden sie finden“. Lapid drohte den Tätern mit hohen Strafen; sollten sie sich widersetzen, würden sie getötet werden. Weiter versprach er, die Sicherheit Israels werde wieder hergestellt.

Die Ereignisse in Israel änderten die Reisepläne des Armeechefs Aviv Kochavi. Er befand sich seit Sonntag in den USA, dort traf er unter anderen den US-Sicherheitsberater Jake Sullivan. Als Kochavi von dem Anschlag erfuhr, beschloss er, einen Tag früher als geplant nach Israel zu fliegen. Am Donnerstag soll er schon an weiteren Lagebeurteilungen teilnehmen, berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“.

Neben Deutschland äußerten sich einige andere Länder zu den Anschlägen und zeigten sich schockiert. „Die Vereinigten Staaten stehen an der Seite der Regierung und des Volkes Israels“, hieß es in einer amerikanischen Mitteilung. Man habe Israel außerdem Hilfe bei den Ermittlungen angeboten. Die Vereinigten Arabischen Emirate wünschten den Verletzten schnelle Genesung. Dies berichtet die Nachrichtenseite „Algemeiner“.

Hunderte bei Beerdigung des 16-Jährigen

Nur wenige Stunden nach der Explosion der Nagelbombe wurde das Todesopfer beerdigt. Neben der Familie und Freunden kamen Hunderte Israelis zu dem Begräbnis, um der Familie von Arje Schupak Solidarität und ihr Mitgefühl auszudrücken. Der Vater des Verstorbenen, Rabbi Mosche Schupak, sagte: „Ich möchte mich von meinem Sohn Arje verabschieden und mich bei ihm für alles entschuldigen, was ich getan oder nicht getan habe“. Schupak war auf dem Weg zu seiner Jeschiva, als er an der Bushaltestelle durch die Bombe getötet wurde.

Lapid sprach der trauernden Familie bei einer Pressekonferenz das Beileid der gesamten israelischen Regierung aus. Schupak sei ermordet worden, „nur weil er Jude war“. Er sei ein Junge gewesen, der niemandem auf der Welt Unrecht getan habe. Auch der kanadische Premier Justin Trudeau (Liberale Partei Kanadas) sprach sein tiefes Beileid aus. Er sei „unglaublich traurig“ über den Tod eines jungen Kanadiers. Schupak besaß die israelische und kanadische Staatsbürgerschaft. (joh)

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7 Antworten

  1. OT:
    Ich hätte mir die Herren Lapid/ Bennett weiterhin regierend gewünscht.
    Sie sind auch in arab. Ländern angesehen.
    Der evtl. kommende, radikale Orthodoxe für Sicherheitsfragen, Himmel hilf!

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    1. Aber gerade unter den Herren Lapid/Benett hat sich die Sicherheitslage sehr verschlechtert!
      Warten Sie doch erst einmal ab, was genau geändert wird und wie es greift.

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      1. Etwas, das man auch unter Rabin und Peres erlebt hat. Bedeutet nichts anderes, als dass das Händereichen nur als Schwäche ausgelegt wird und man sich wieder bestärkt fühlt. Und dies hat immer Terror verstärkt. Wünschen wir Netanjahu ein gutes Händchen dies wieder in den Griff zu bekommen, hat er ja schon öfters geschafft.

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    2. Die Araber verstehen doch nur radikale Antworten, alles andere sehen sie als Zeichen von Schwäche. Es hat schon lange nicht mehr so viele Attentate gegeben wie seit der Regierungszeit von Lapid und Bennet. Da werden auch die Wähler drauf reagiert haben.

      Wusstest Du, dass eine Nagel-Bombe an einer Hauptverkehrstrasse hoch gegangen ist, die nach Westen aus der Stadt heraus führt? An einer Bushaltestelle, an der viele Anhalter unterwegs sind und vor allem ultraorthodoxe Kinder auf dem Weg zu ihren Jeschiwas?
      Die andere Explosion war nur ein paar km entfernt, in einer jüd. Wohnsiedlung mit überwiegend orthodoxen Israelis.

      Und genau das war das Ziel, Angriffe auf Menschen weil sie Juden sind.

      6
      1. Leider. Aber ich habe heute gelernt, dass für manche Zeitgenossen – nämlich solche, die zielgenaue Bomben auf Tel Aviv fordern – säkulare Juden noch ertragbar sind. Vielleicht weil sie die Hoffnung haben, dass diese sich vertreiben lassen, weil der Bezug zu Volk und Land fehlt?

        2
  2. Doppelter Kommentar entdeckt; sieht aus, als hättest du das schon gesagt.
    Solch Unsinniges kommt in der Regel, falls ich schreibe.

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