OSLO (inn) – Die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis. Das gab das zuständige Komitee am Freitag in Oslo bekannt. Pillay ist in den vergangenen Jahren durch anti-israelische Äußerungen aufgefallen.
Wie das Komitee erklärte, habe Pillay mit ihrem Wirken die Bandbreite und den Einfluss des internationalen Rechts gefördert. Mit „außerordentlichem Mut“ und einem „festen moralischen Kompass“ habe sie sich in Südafrika struktureller Diskriminierung und Segregation entgegengestellt. In ihren verschiedenen Posten habe sie das internationale Recht gestärkt.
Mit der Auszeichnung wolle das Komitee daran erinnern, dass die Herrschaft des Rechts dem System zugrundeliege, das zur Bewahrung des Friedens errichtet wurde. Doch das internationale Recht und seine Institutionen stünden derzeit unter „enormem Druck“. In Zeiten wie diesen brauche es Menschen wie Pillay, die Staaten und Staatenlenker zur Verantwortung ziehe.
Pillay hat sich über die Jahre hinweg als unerbittliche Israel-Kritikerin einen Namen gemacht. Die 85-Jährige leitete bis zum Sommer vergangenen Jahres die 2021 gegründete „Ständige Faktfindungsmission der Vereinten Nationen zum Israel-Palästina-Konflikt“ (COI).
Zuvor war sie Richterin des Internationalen Strafgerichtshofs (2003–2008) sowie Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte (2008–2014). In dieser Rolle bedauerte sie, dass westliche Staaten die anti-israelische Durban-Konferenz 2009 boykottierten.
UN Watch: Pillay hat Antisemitismus kleingeredet
Die Organisation UN Watch verurteilte die Auszeichnung Pillays und zeigte sich angesichts der Entscheidung „schockiert“. Pillay hege Vorurteile gegenüber Israel und habe Antisemitismus kleingeredet. Als solche hätte sie gar nicht die besagte UN-Mission leiten dürfen, denn Unparteilichkeit sei Voraussetzung für derlei Posten.
Als weiteres Beispiel nannte UN Watch einen Brief Pillays an den damaligen US-Präsidenten Joe Biden (Demokraten) vom Juni 2021. Darin forderte sie eine Bestrafung Israels wegen der damaligen Militäroperation gegen die Hamas – die die Terror-Organisation angezettelt hatte.
Zudem habe Pillay das COI-Mitglied Miloon Kothari verteidigt, als dieser im Juli 2022 in einem Interview von einer „jüdischen Lobby“ sprach und forderte, Israel von den Vereinten Nationen auszuschließen. Zahlreiche Demokratien und sogar UN-Generalsekretär António Guterres hatten den Inder wegen seiner Äußerungen kritisiert.
Israel: Goebbels applaudiert aus der Hölle
Das israelische Außenministerium verurteilte die Auszeichnung Pillays ebenfalls: „Wenn es eine Auszeichnung für Lügen, Hass, Schmähungen gäbe, wäre Navi Pillay nicht nur ein Mitbewerber, sondern ein Favorit.“ Die Auszeichnung sei keine Anerkennung von Gerechtigkeit. Das Komitee verwende den Preis „als Waffe, um anti-israelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren“.
Pillay hatte Israel neben Apartheid zuletzt auch Genozid an den Palästinensern vorgeworfen. Dies aufgreifend sagte das Außenministerium: „Jetzt, da das Nobel-Komitee die größte Lüge des 21. Jahrhunderts ausgezeichnet hat, applaudiert Joseph Goebbels bestimmt aus der Hölle.“
Ehrenveranstaltung in Berlin abgesagt
Im September 2022 sagte die damalige Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, eine Veranstaltung zu Ehren Pillays ab. Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen wollte die Südafrikanerin im Roten Rathaus mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille für ihr Lebenswerk ehren.
Wegen dieses Vorhabens hatte sich Kritik geregt. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) monierte damals, mit so einer Ehrenveranstaltung würde sich Berlin „hinter die Israel-Delegitimierungs-Politik des UN-Menschenrechtsrats stellen“. (df)
31 Kommentare
Dafür, dass der Friedensnobelpreis als die wichtigste Auszeichnung der Welt gilt, bekommen ihn derzeit unwichtige Personen. War früher mal anders.
Grüsse von der Buchmesse Ffm. Riesige Leinwand in Halle mit der Dame/ Friedensnobelpreis. Passt zur antisemitischen Weltlage. Würde euch gerne Fotos vom Israel Stand einstellen.
Shabbat Shalom.🇮🇱
Ja Fotos vom israelischen Buchstand wären wirklich schön. Die riesige Buchwand mit der Dame mit dem Friedensnobelpreis ist eine unnötige Provokation.
Friedensnobelpreis für Judenhasser und Terroristen. Sehr schön.
Für mich eine sehr grenzwertige Entscheidung.
Der Friedensnobelpreis sollte für das Lebenswerk, frei von jeglichen Zweifeln an der Neutralität, dem absoluten Friedenswillen und dem Wirken des Empfängers vergeben werden. Und selbstverständlich ohne jeglichen politisch gefärbten Hintergrund. Das ist leider bei etlichen der letzten Entscheidungen nicht geschehen.
Ich ahnte bereits vor einigen Tagen, als der ganze Nobel-Preis-Kram wieder in den Blick der Öffentlichkeit rückte mit all den Bekanntgaben der Preisverleihungen, dass so eine „Person“ diesen Preis erhalten könnte. Greta Thunberg ist wohl noch zu jung und muss noch etwas mehr Stoff an Einsatz, Arbeit und Leidenschaft für das teuflisch „Gute“ liefern …
@Chris: Deine Ahnung war berechtigt. Ich hätte das nicht gedacht, wirklich nicht, bin tatsächlich überrascht. Friedensnobelpreise sind die allerhöchsten Auszeichnungen für moralisches Handeln in der ganzen Welt. Man fragt sich schon selbst, ob man sauber tickt, weil ja anscheinend große Teile der Welt moralisch völlig anders denken. Was ist nur los?
Ja, große Teile der Welt denken „moralisch völlig anders“, so z.B. die Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten, die, auch was „Menschenrechte“ und Ähnliches angeht, gerne über den jüdischen Staat erhaben sind und die aus Halbdemokratien, sozialistischen Autokratien, kommunistischen Diktaturen, radikal-islamischen bis islamistischen Regimen und Ländern bestehen und in denen wahlweise Schwule wie ich in Foltergefängnisse gesperrt oder hingerichtet werden, Frauen nichts wert sind, keine Religionsfreiheit herrscht, Kritiker in den eigenen Reihen unter Hausarrest gestellt, inhaftiert, gefoltert, wegen mangelndem „Social Score“ faktisch nicht reisen dürfen oder hingerichtet werden, keine freien Wahlen stattfinden oder, wenn sie stattfinden, in der Regel manipuliert bis gelenkt werden, man sich Sklaven-Arbeiter hält, Christen verfolgt und getötet werden und in denen man mit Feinden und ihrer gegnerischen Zivilbevölkerung weitaus unerbittlicher umgegangen wird als Israel das tut.
Sparen Sie sich Ihren gehässigen Kommentar!
@Chris(Chrissen)
Das verstehe ich jetzt nicht. Warum gehässiger Kommentar? Ich würde das als sarkastisch einordnen. Oder wie sieht@gast das? Wäre für eine Antwort dankbar.
Ich sehe es natürlich wie du, liebe Manu. Es kann eigentlich keine andere Sichtweise geben. Was diesen Menschen umtreibt, weiß nur er oder sie allein.
Chris (Chrissen) @ Schön, dass Du wieder dabei bist ! In Deiner Antwort auf den Kommentar von gast @ verstehe ich den letzten Satz nicht. Könnte es sein, dass Du etwas missverstanden hast ? Ich hatte den Eindruck, dass ihr auf der gleichen Linie seid , habe ich mich da geirrt ?
Kein Wort meines Kommentars verstanden. Egal. Was stimmt mit Ihnen nicht?
Hallo Gast. Das könnte daran liegen, dass wir angesichts einiger Kontraforisten etwas hypersensibilisiert sind. Deren Texte sind manchmal recht konfus. Alberto war neulich auch über einen Ihrer Kommentare gestolpert. Das merkte man an seiner Nachfrage. Darauf hatte ich mir Ihren Kommentar noch einmal genau durchgelesen. Wenn man sich bereits kennt, ist klar, dass es nur Pro sein konnte. Einige kennzeichnen ihre sarkastischen oder ironischen Kommentare mit „Ironie off“ oder so. Das kann schon mal sinnvoll sein. Da wo man sich kennt, ist es nicht erforderlich.
Sollte m. E. hier jetzt aber nicht zum Zerwürfnis führen, zuviel andere Probleme. Wir arbeiten auf „gleicher“ Linie.
Und Chris arbeitet daran mit. Es stimmt Alles mit ihm.
Viele Grüße an Alle hier.
@chris
Ich war auch drüber gestolpert. Es war Sarkasmus im Kommentar von @gast. Kann passieren.
Vorschlag zur Güte: Pillay spendet die rund 1 Millionen Euro für einen „guten“ Zweck. Das nächste Mal bekommt Greta Thunberg den Preis und kann dann ihre Gazatour auf Luxusdampfern realisieren.
Erst ganz zum Schluß ist Trump dran.
Man dreht einen schlampig zusammengeschusterten Film über Gaza und – schwupps – hat man einen Filmpreis und 25 Minuten Applaus.
Man geifert gegen Israel, verleumdet, lügt , verniedlicht Antisemitismus (und kümmert sich einen Dreck um die Pogrome gegen afrikanische Migranten in Südafrika) und – schwupps – hat man den Friedensnobelpreis.
Man dirigiert als Israeli die Münchner Philharmoniker und wird man in Belgien und Frankreich boykottiert und beschimpft ( Dank an die Münchner, die ihm die Stange halten)
Man gibt ein Konzert in Israel, schon wird man in der „Kultur“szene geschnitten. Und so weiter und so weiter.
Norwegen : wie kann man in einer so wunderschönen Landschaft nur so verbohrt sein (zu wenig Licht im Winter ?)
OT : ich trage eine silberne Halskette mit meinem Vornamen in hebräischer Schrift, gestern haben, mitten in Paris, am hellichten Tag zwei verschleierte Frauen vor mir ausgespuckt. Auf mein Geschimpfe reagierte ein Passant : „il faut les comprendre (man muss sie verstehen). No comment
Ja, schon länger ist der ‚Friedens’nobelpreis ein politischer Tendenzpreis.
Gute Wahl! Jemand der sich für das Völkerrecht einsetzt und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ahndet, hat es verdient.
@Pasu
Das Nobelpreis-Komitee hat fertig, das Nobelpreis-Komitee muss weg!
Wenn es so wäre. Als Pillay am Internationalen Gericht war, passierte der Völkermord von Dafur. 400.000 Menschen wurden ermordet, über 2 Mio Menschen wurden vertrieben. Frau Pillay hatte da kein Problem damit. Es dauerte Monate bis man dazu Völkermord sagte. Aber aber am 8.10 schrie die Welt bereits Völkermord, aber nicht zu dem Massaker der Hamas, das muss man ja im Kontext sehen, ne, vorsorglich, dass wenn die bösen Israelis dies nicht so hinnehmen, wollte man ja gleich vorbereitet sein. Dass die Hamas einen Genozid am jüd. Volk verübte, das war kein Grund zur Verurteilung der Hamas.
„Israel wird bestehen bleiben, bis der Islam es abschafft, so wie er das was vor ihm war, abgeschafft hat“ Zitat vom Gründer der Muslimbruderschaft, al-Banna. Und steht ganz am am Anfang der Hamas-Charta.
Mal davon abgesehen, dass es nicht der Islam war, der das britische Mandat abgeschafft hat, was man erkennen würde, wenn man statt auf Ideologie auf Verstand setzen würde, ist es eine klare Ansage eines Genozids am jüd. Volk durch den Islam in seinem Zitat.
Zurück zu Pillay. Sie sagte zu der Anklage Israels durch Südafrika: Wir brauchen nicht auf dass Ergebnis zu warten, denn es ist so. Ich würde gerne jedes einzelne Urteil dieser Richterin überprüfen lassen, wie viele nicht nach dem Grundsatz der Nachweisbarkeit einer Tat getroffen wurden, sondern nach ihrer persönlichen Meinung und einem: ich will es so. Aber für den Friedensnobelpreis da reicht diese Einstellung ja wohl.
Josef Goebbels applaudiert in der Hölle. Das trifft es wohl. Der Preis ist also wertlos geworden. Diese alte Frau „reist auf ihrem Ticket“ Anti-Segegration ewig weiter, egal wer auch immer von wem getrennt wird. Mit persönlich gefällt die Trennung von Mördern und Opfern ganz gut, ihr missfällt das. Egal. Goebbels würde sicher sagen: Jedem das Seine.
Ich habe meinen Großvater mal gefragt, warum die Leute im Dritten Reich so waren, wie sie waren und er sagte: Junge, das waren andere Zeiten, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Heute werden Antisemiten mit Friedensnobelpreisen geehrt. Das bedeutet indirekt: Alle Höllentore wieder weit geöffnet, die Zeiten sind wieder anders, genau wie damals. Seltsam.
@gast
Dein Großvater hat irgendwie Recht. Die Zeiten waren damals anders. Eine Schubkarre voll Geld für ein Brot. Und wenn sie dann endlich dran waren in der langen Schlange,hat auch das Geld nicht mehr gereicht. Da waren dem Teufel sämtliche Türen und Tore geöffnet. Das ist heute zum Glück nicht so. Das Problem m.E., die Generation von heute (ab 2000) kennt keine wirklichen Nöte. Wenn das Internet mal 2Std. nicht geht,dann bricht Panik aus. Was machen die,wenn der Supergau kommt? Das frage ich mich oft. Und das öffnet wieder alle Türen und Tore dem Teufel. Alle rennen einer solchen Frau hinterher und applaudieren. Aber das ist die Zeit. Und es wird schlimmer werden. Traurig aber wahr!
Manu @ auf den Punkt gebracht ! LG nach Berlin
@Antonia
Danke! 😘
Grüße unbekannterweise an deinen Mann!
Ja, Sie haben Recht, die Lebensmittel in Deutschland sind größtenteils stark subventioniert.
Wenn schon Afrikanerin, hätte ich erwartet dass Frau Dr. Julia Sebutinde ihn bekommen hätte! Sie hätte ihn aus vielen Gründen wirklich verdient. Aber sie wurde und wird effizient totgeschwiegen weil ? Sie hat sich dagegen ausgesprochen Israel einen Genozid vorzuwerfen. Allgemein – unerwünscht?
Im Gegensatz zu Pillay. Für sie braucht es keine Nachweise für die Anklage. Für sie reicht ihr: es ist so.
Ein Vergleich der Freidensnobelpreisträgerin mit dem Popagandisten des Massenmörder Hitler, ist ein weiterer Versuch, berechtigte Kritik an der aktuellen Politik Israels mit dem Totschlagargument „Antisemitismus“ zu diskreditieren.
Ich habe die Befürchtung wenn bei jeder Gelegenheit das Narrativ „Antisemitisch“ verwendet wird (siehe Berlin), wird die Beschreibung einer Gefahr zu einem Tool im Werkzeugkasten der Manipulation. (Wobei wir dann wieder bei Göbbels wären)
@Michael Lasser
Sie haben bestimmt die besten Universitäten besucht, sagt meine Ehefrau, Politologin.
@ Michael Lasser: wie definieren Sie Antisemitismus?
@M. Lasser
Pillay hat keine berechtigte Israel-Kritik( auch ein tool aus dem Werkzeugkasten der Israelgegner) geübt, sondern offen Antisemitismus, Israelverleumdung und Unterstützung der BDS betrieben und dieses auch, im Namen ihrer verschiedenen Positionen in der UN, genutzt. Die notwendige und vorgeschriebene Neutralität der UN hat sie eindeutig vermissen lassen.
Das kann und darf man bei der Beurteilung ihres Lebenswerk nicht ausser Betracht lassen.
Noch ein Wort , ich darf jetzt auch ein bisschen mäkeln : die Bezeichnung „Israel-Kritikerin“ ist meiner Ansicht nach grenzwertig, diese Dame ist keine „Kritikerin“, sie ist eine Hass-Propagandistin gegen Israel. Und nur gegen Israel. Sie hat chinesische Dissidenten an das Regime verraten und sich einen feuchten Dreck um die Uiguren gekümmert, um nur zwei Beispiele zu nennen. Frage : gibt es eigentlich Afghanistan-Kritiker, Pakistan-Kritiker, Iran-Kritiker, China-Kritiker, Russland-Kritiker….? In diesen Fällen kritisiert man (manchmal) die Regierung, das Regime, nicht das Volk. Nur bei Israel ist es anders.