NEW YORK (inn) – Die Vollversammlung der Vereinten Nationen will am heutigen Montag an die erste UN-Rassismuskonferenz vor 25 Jahren erinnern. Sie sieht darin einen Anlass zum Feiern. Die Organisation „UN Watch“ kritisiert dies, weil die Konferenz im südafrikanischen Durban von einem antisemitischen Skandal geprägt wurde.
Anfang September 2001 hielten die Vereinten Nationen in Durban die „Weltkonferenz zu Rassismus“ ab. Zur Vorbereitung hatten sich Staaten der Regionalgruppe Asien im Februar in der iranischen Hauptstadt Teheran getroffen. Sie verfassten einen Text, in dem sie Israel dämonisierten und ihm „eine neue Art der Apartheid“ vorwarfen. Auch von einer „Form des Genozids“ war die Rede.
Im letzten Augenblick wurden diese Passagen aus der Erklärung von Durban gestrichen, weil Mitglieder der Europäischen Union Druck ausübten: Sie drohten damit, wie bereits die USA und Israel die Konferenz zu verlassen. Dennoch stellte die Abschlusserklärung den jüdischen Staat als angeblichen rassistischen Täter einseitig an den Pranger, indem sie „die Bedrängnis der Palästinenser unter ausländischer Besatzung“ nannte.
Überlebender: „Widerwärtigste Schau seit dem Holocaust“
Im Plenum waren zudem mehrere hasserfüllte Reden zu hören. So sprach der damalige Präsident der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ (PLO), Jasser Arafat, von einer „rassistischen israelischen Politik und Praktiken gegen das palästinensische Volk“. Der kubanische Diktator Fidel Castro erwähnte einen „schrecklichen Völkermord, der in diesem Moment gegen unsere palästinensischen Brüder begangen wird“.
Der Schoa-Überlebende Tom Lantos leitete zu jener Zeit den Ausschuss für Außenpolitik im US-Repräsentantenhaus. Der Republikaner kommentierte die Konferenz mit den Worten: „Für mich, der ich die Schrecken des Holocaust aus erster Hand erlebt habe, war dies die widerwärtigste und unverfrorenste Schau von Judenhasses, die ich seit der Nazizeit mitbekam.“
Iranischer Präsident: „Weltzionismus personifiziert Rassismus“
Im August 2007 initiierte der UN-Menschenrechtsrat die „Durban-Überprüfungskonferenz“. Offiziell sollte sie die Rassismuserklärung einer Überprüfung unterziehen. Doch die wahre Absicht war, „den Propaganda-Angriff gegen Israel und den Westen von 2001 zu wiederholen“, schreibt „UN Watch“ in einer Übersicht.
Auf der Konferenz „Durban II“ im April 2009 war dann der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad der erste Redner. Der Holocaust-Leugner sagte: „Der Weltzionismus personifiziert Rassismus.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg sei eine „völlig rassistische Regierung im besetzten Palästina“ eingerichtet worden – „unter dem Vorwand des jüdischen Leidens“.
Diesmal hatten zehn Länder ihre Teilnahme des Kongresses in Genf im Voraus abgesagt: Australien, Deutschland, Israel, Italien, Kanada, Neuseeland, die Niederlande, Polen, Tschechien und die USA. Als Reaktion auf Ahmadinedschads Rede verließen die Vertreter der verbliebenen europäischen Staaten den Saal. Die Konferenz indes bestätigte die Durban-Erklärung von 2001.
Zahl der Boykotteure steigt
Zwei Jahre später bekräftigen die Teilnehmer der „Durban III“-Konferenz in New York erneut die Abschlusserklärung. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi prangerte das „rassistische zionistische Regime“ an. Er verunglimpfte westliche Staaten, die dem Treffen fernblieben, als „tönende Beschwerdeführer für Menschenrechte“, die aus Eigeninteresse und Doppelstandards handelten.
Die Zahl der Boykotteure indes war auf 14 gestiegen: Australien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Polen, Tschechien und die USA.
Nach 20 Jahren: Umsetzung der Durban-Erklärung gefordert
Am 22. September 2021, zum 20-jährigen Jubiläum, beriefen die Vereinten Nationen erneut eine Konferenz in New York ein. Vor der Eröffnung der jährlichen UN-Generaldebatte verabschiedeten die Teilnehmer von „Durban IV“ eine „politische Erklärung“. Diese fordert die „vollständige und effiziente Umsetzung“ der Abschlusserklärung aus dem Jahr 2001.
Diese vierte Konferenz boykottierten 38 Länder:
Albanien, Australien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Estland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien, Honduras, Israel, Italien, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Lettland, Litauen, Moldau, Montenegro, Neuseeland, Niederlande, Nordmazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Zypern
„UN Watch“ schreibt zur geplanten Konferenz: „Wenn die Sitzung nicht offiziell und ausdrücklich die Elemente der Durban-Erklärung zurücknimmt, die Israel aussondern und dämonisieren, ebenso wie die extrem antisemitischen Veranstaltungen, die im Vorfeld und im Umfeld der Durban-Konferenz stattfanden, dann sollten alle Regierungen sich weigern, an der ‚Durban 25‘-Sitzung teilzunehmen oder sie auf andere Weise zu legitimieren.“
Eine entsprechende Petition hat die Organisation an US-Außenminister Marco Rubio, den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, den kanadischen Regierungschef Mark Carney, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und den britischen Premierminister Andy Burnham geschickt. (eh)
11 Kommentare
UN-Rassismuskonferenz, widerwärtigste Schau der Judenhasser, die, die UNO dominieren. Die UNO muss weg!
Das Traurige dabei ist, dass es auch hier zunehmend Menschen gibt, die auf dieser Linie mitgehen. Damit meine ich jetzt nicht das Problem Berlin. Es gibt soviel Unverstand zu diesem Thema, es ist zum Jammern. Hier kann man nur immer wieder gegenhalten, versuchen die Hintergründe solcher falschen Einstellungen zu ergründen. Nur dann kann ich im sachlichen Gespräch Fehlinformationen widerlegen bzw. aufklären. Oft sind es Menschen, die sich nicht die Mühe gemacht haben, genauer in die Geschichte, in Zusammenhänge oder in Wirkungen von Verträgen (gerade das Osloabkommen) zu schauen. Das sieht man ja bei unseren Freunden der immerwiederkehrenden Falschauslegungen und Israelfeindlichen Kommentaren.
Gruß Heinrich
Brüder und Gesinnungsgenossen, für die sie sonst nie ihre Stimme erhoben hätten, wären nicht ausgerechnet die Juden mit im Spiel gewesen.
SHALOM
Momentan bin ich für eine Woche bei Welt gesperrt, da ich in Sachen eines Auftrittes von Albanese, die sich wieder mal einen Ausrutscher antisemitischer Art leistete, allzu scharf reagiert habe, aber damit kann ich leben, es wäre nicht das erste Mal.
Zur Sache, ich würde ebenfalls alles boykottieren, was in Sachen Antisemitismus aus Südafrika kommt. Die praktizieren doch dort im Moment selber alles, was sie den Israelis vorwerfen. Insofern unterscheiden die sich inzwischen kaum noch von dem, was sie vorher so intensiv bekämpft haben, nur daß es jetzt in die andere Richtung geht.
Die werden ja nicht mal mit ihren eigenen Kriminellen fertig, die Mordrate dort ist eine der höchsten der Welt, niemand dort geht dagegen mit harten Maßnahmen vor, aber sich über Israel mokieren, dafür hat man in Durban Kapstadt und Johannesburg offenbar noch genug Energie.
SHALOM
Das eigentliche Problem ist, dass der antisemitische Geist aus der Flasche gelassen wurde und sich nun als Pandemie in den Hirnen verbreitet. Dagegen hilft kein Kongress, keine gottlose Argumentation, keine Medizin und auch keine Impfung. Aber es gibt tatsächliche eine Immunisierung dagegen: Das Lesen und Befolgen von Gottes Weisungen in der Bibel. Diese Worte des Gottes sind auch die schärfste Waffe im Kampf gegen die antisemitische Weltverdummung. Gott selbst verspricht, dass sein Wort ein Hammer ist, der Felsen zerschmeißt!
Ja, es ist wirklich nicht einfach gegen soviel „antisemitischen Haß, Verdummung und Verblödung“ vorzugehen.
Abgesehen von sachlicher Informationen, ein paar Aktionen, Solidaritätsbekundungen macht mich das Ganze zeitweise fassungslos.
Bibel lesen, Gebet, das Vertrauen auf den ALLMÄCHTIGEN und HEILIGEN ISRAELS ist, die Erfüllung der biblischen Prophetien aus Hesekiel/Ezechiel, Jeremia, Jesaja, Joel, Sacharja sind das, was mir Hoffnung gibt. Vor unseren Augen erfüllen sich die Verheißungen der Bibel, und wir sind dabei und mittendrin. Der HERR stehe uns bei, besonders Israel, dem jüdischen Volk weltweit, und allen Christen, die die Berufung Israels jetzt in dieser Zeit erkennen. HERR schütze, segne und führe ALLE, die du in dein wunderbares Licht gerufen hast, deinem Volk beizustehen.
„Weltzionismus personifiziert Rassismus“
Wie wahr, wie wahr!
@Ludovico
Nein, Zionismus ist Antifaschismus.
Albert, lassen Sie den, der ist verbrannt, er kennt ja noch nicht einmal die genaue Definition des Begriffes Zionismus, also ist es zwecklos. Er bekäme die genaue Definition dieses Begriffes sowie den Missbrauch, den er selber damit betreibt, von Wikipedia oder einer xbeliebigen KI um die Ohren gehauen, aber genau das vermeidet er. Ich habe vor einiger Zeit mal versucht, ihm diesen Begriff zu erläutern, aber wie man sieht, hätte ich ebensogut einen Stein ansprechen können. Er will einfach nicht, Albert, er will nicht. Also lass ich ihn im Tal der Ahnungslosen und Vernagelten.
SHALOM
@Klaus
Die deutsche Verfassung, aber auch die italienische (Costituzione) erlaubt jede Meinungsäußerung, auch die blödeste, auch die von Ludovico.
Albert, ich akzeptiere diese Erlaubnis ebenfalls, aber ich brauche nicht mit Steinen zu sprechen, wenn ich von denen immer die ewig gleiche Argumentation höre. Ich brauche meine Augen für wichtigeres, als sie durch solchen monotonen Sermon zu ermüden.
SHALOM