Irland: Regierung erwirbt Flugzeug ohne israelisches Nebelsichtsystem

In manchen Flugzeugen sorgt ein System aus Israel dafür, dass sie auch bei Nebel gut landen können. Die irische Regierung verzichtet auf dieses Element.
Von Israelnetz

DUBLIN (inn) – Wegen eines Israel-Boykottes ist der neue Regierungsflieger der Republik Irland technisch eingeschränkt. Ein Element des in Frankreich produzierten Flugzeugs stammt nämlich vom israelischen Rüstungsunternehmen Elbit. Und mit dem will die Regierung keinen Vertrag abschließen.

Konkret geht es um das System FalconEye, das Piloten bei Landungen im Nebel oder anderen Wetterbedingungen mit schlechter Sicht unterstützt. Normalerweise wird es an der Flugzeugnase angebracht, wo sich unter anderem auch das Wetterradar befindet. Das System übermittelt Informationen an ein Display im Cockpit, die Piloten vor der Landung nutzen können.

Beim neuen Regierungsflieger handelt es sich um einen Dassault Falcon 6X. Er bietet Platz für 14 Passagiere und soll vor allem den irischen Regierungschef und Minister transportieren. Ende 2025 ersetzte das Flugzeug den bisherigen Lear Jet. Die irische Zeitung „The Journal“ berichtete am Dienstag zuerst über das fehlende Detail. Demnach hat Irland 53 Millionen Euro für das Flugzeug ohne FalconEye bezahlt.

Keine Ausrüstung aus israelischer Produktion

Im Jahr 2024 hatte der damalige Außenminister und heutige Regierungschef Micheál Martin (Fianna Fáil) erklärt, die Republik werde keine Ausrüstung erwerben, die in Israel hergestellte Produkte beinhaltet. Laut „The Journal“ hat die Luftwaffe allerdings vier Hubschrauber mit Flugsystemen erworben, die Airbus und Elbit gebaut haben. Ohne sie wäre die Herstellung nicht möglich. Ein neues Patrouillenboot für die Marine wiederum nutzt ein Radargerät aus Israel. Doch ein Vertrag mit Elbit für das neue Flugzeug ginge nach Angaben von Beschaffungsbeamten zu weit.

Erst im Juli verbot Irland die Einfuhr von Produkten aus Siedlungen im Westjordanland. Bereits 2024 hatte es den „Staat Palästina“ anerkannt. Seit Ende 2024 ist israelische Botschaft in Dublin wegen diplomatischer Spannungen geschlossen.

„Keinerlei Einschränkungen für operative Fähigkeit“

Ein Sprecher des irischen Verteidigungsministeriums äußerte sich zum neuen Flugzeug, ohne Israel zu erwähnen: „Jüngste Berichte haben sich auf die Abwesenheit eines optionalen erweiterten Sichtsystems konzentriert. Das Flugzeug wurde im Einklang mit den operativen Erfordernissen des Staates beschafft und bleibt völlig in der Lage, seine beabsichtigten Aufgaben auszuführen. Es wäre unpassend, weiter die Baubeschreibungen des Flugzeugs zu kommentieren. Doch kann bestätigt werden, dass es keinerlei Einschränkungen bei der operativen Fähigkeit des Flugzeugs gibt.“

Der Sprecher der israelischen Botschaft im Vereinigten Königreich, Alex Gandler, mokierte sich auf X über Irland: „Die Inkompetenz und die ideologische Inbrunst gründen tief. Ein irischer Jet kann wegen fanatischer Anti-Israel-Hirnrissigkeit nicht im Nebel landen.“

Wegen des Gazakrieges prangern pro-palästinensische Aktivisten im Westen Elbit regelmäßig an. Im Juni wurden vier Mitglieder der in Großbritannien verbotenen Organisation „Palestine Action“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie mit zwei anderen Aktivisten in eine Fabrik des israelischen Unternehmens in Bristol eingebrochen waren. Dort hatten sie mit Brechstangen Ausrüstung zerstört. Die Täter wurden im Februar zunächst vom Vorwurf des Einbruches freigesprochen. (eh)

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3 Kommentare

  1. Na, dann wird der irische Regierungschef irgendwann im Nebel verschwinden bzw. bei schlechter Wetterlage……!

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