Emiratischer Außenminister erstmals in Jerusalem

Ein besonderer Besuch: Der emiratische Außenminister Bin Sajed kommt zum Jahrestag des Abraham-Abkommens nach Israel. Neben Treffen mit Politikern besucht er außerdem Yad Vashem.
Von Israelnetz
Emiratischer Außenminister bin-Zayes besucht Israel und trifft Lapid

Foto: GPO/Haim Zach

Wollen gemeinsame Brücken bauen: Der emiratische Außenminister Bin Sajed (l.) und Premier Lapid

JERUSALEM (inn) – Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah Bin Sajed, hat am Mittwoch und Donnerstag zum ersten Mal Jerusalem besucht. Sein Aufenthalt im jüdischen Staat kommt nicht von ungefähr: Zwei Jahre nach der Unterzeichnung der Abraham-Abkommen wollte er zeigen, dass die Emirate zur Normalisierung mit Israel stehen. Bei seinen Treffen mit Premier Jair Lapid (Jesch Atid) und Staatspräsident Jitzchak Herzog betonte Bin Sajed den Wunsch, die Beziehungen weiter zu vertiefen.

Lapid: Verändern gemeinsam den Nahen Osten

Bin Sajed und Lapid haben zunächst unter vier Augen gesprochen. Im Anschluss kamen sie nochmals gemeinsam mit Beratern zusammen. Sie einigten sich darauf, den Normalisierungsprozess weiter voranzubringen. Die Abraham-Abkommen seien ein voller Erfolg, betonten beide Politiker. Die beiden Länder und Bahrain hatten im September 2020 in Washington die Abraham-Abkommen unterzeichnet. Später trat auch Marokko dem Vertrag bei. Seitdem floriert der gemeinsame Handel und die Zusammenarbeit. Ebenso betonten Bin Sajed und Lapid die Bedeutung des Negev-Forums: Es helfe, die Beziehungen zwischen beiden Nationen zu vertiefen.

Lapid sagte in einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen: „Die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern schreitet in einem unglaublichen Tempo voran.“ Besonders die Wirtschaft profitiere von der Zusammenarbeit. Nun sei es an der Zeit, die Kooperation auf weitere Bereiche auszubauen, etwa in der Ernährungssicherheit oder der Energie.

„Israel steht Schulter an Schulter“ mit den Emiraten, wenn es um die Wahrung des Friedens geht, erklärte Lapid weiter. „Gemeinsam verändern wir das Gesicht des Nahen Ostens.“ Statt Krieg solle Frieden herrschen. Am Rande des Treffens überreichte Lapid Bin Sajed eine ins Arabisch übersetzte Version der Tora.

Bin Sajed legt Kranz in Yad Vashem nieder

Am Donnerstag lud Staatspräsident Herzog seinen emiratischen Gast zum Mittagessen in die Präsidentenresidenz ein. Herzog sagte: „Wir heißen Sie in unserem Zuhause willkommen, während Träumer sehen, wie ein Traum wahr wird.“ In seiner Rede nannte er den Normalisierungsprozess „einen Paradigmenwechsel im Nahen Osten“, er ließe neue Stimmen erklingen und bringe eine bessere Zukunft. Bei seinem Eintrag in das offizielle Gästebuch des Präsidenten erklärte Bin Sajed, es sei ihm „eine Ehre und ein Privileg“, erstmals in Jerusalem sein zu können.

Der emiratische Außenminister Bin Sajed legt in Yad Vashem einen Kranz nieder. Im Hintergrund der Direktor von Yad Vashem Dani Dajan. Foto: Yad Vashem/Miri Shimonovich
Bin Sajed legt in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vor den Augen des Direktors Dajan einen Kranz nieder.

Wie die israelische Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, besuchte Bin Sajed die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. In der Gedenkhalle legte er einen Kranz nieder und trug sich in das Gästebuch ein. Er wolle erinnern und an die Verantwortung appellieren. „Wir müssen den mutigen Schritt wagen und eine Brücke des wahren Friedens für die kommenden Generationen bauen“, schrieb er.

Der Direktor von Yad Vashem, Dani Dajan, sagte über den Besuch des emiratischen Außenministers: „Er vermittelt die Botschaft, dass wir alle unabhängig von Herkunft, Religion oder Ethnie die Pflicht haben, etwas über den Holocaust zu lernen und Antisemitismus zu bekämpfen.“ (joh)

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4 Antworten

  1. Es ist tatsächlich etwas ganz besonderes, dass der emiratische Außenminister in Yad Vashem einen Kranz niederlegte.
    OT
    Der Libanon würde gerne dem Abraham- Abkommen beitreten. Hisbollah/Iran verhindert es. Letztere werden immer Krieg statt Frieden oder Normalisierung anstreben.

    5
    1. Ist leider so, wenn sich ein Land den Terroristen beugt. Der Libanon muss sich von den Terroristen befreien. Das einzige, das diesem Land auf Dauer die Existenz sichert, denn die Hisbollah treibt es in den Abgrund.

      3

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