Einwanderer aus ehemaliger Sowjetunion kaum noch jüdisch

Nach dem israelischen Rückkehrgesetz gelten viele Einwanderer nicht als Juden. Besonders auffällig ist die Zahl bei den Neuankömmlingen aus den ehemaligen Ländern der Sowjetunion.
Von Israelnetz
Eine Boeing 747 von El Al Cargo: Künftig soll ein solches Flugzeug regelmäßig in jordanischen Luftraum Fracht nach Dubai fliegen
Noch immer wandern viele Personen nach Israel ein, doch viele von ihnen sind keine Juden

JERUSALEM (inn) – Im Jahr 2020 waren 72 Prozent der Einwanderer aus den damaligen Sowjetländern nach israelischem Recht keine Juden. Dies geht aus einem Bericht des Forschungs- und Informationszentrums der Knesset (RIC) hervor.

Entwicklung ist sichtbar

Gemäß dem israelischen Rückkehrgesetz kann jeder Jude nach Israel einwandern und israelischer Staatsbürger werden. 1970 wurde beschlossen, dass zudem Personen einwandern dürfen, bei denen mindestens ein Großelternteil jüdisch war. Ausschlaggebend waren hier die Kriterien, nach denen die Nationalsozialisten Menschen als Juden einstuften.

Diese Großelternklausel verhilft nach den jüngst veröffentlichten Behördendaten vielen Menschen zur Einwanderung nach Israel. Nach religiöser Definition ist derjenige ein Jude, der eine jüdische Mutter hat oder konvertiert ist. Dies ist aber für Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion mitunter schwer nachzuweisen, da dort die Abstammung über den Vater dokumentiert wurde.

Lediglich 28 Prozent der Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion im Jahr 2020 gelten als jüdisch. 1990 galten noch 93 Prozent als jüdisch. Dies berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“, die sich auf Informationen der Zeitung „Yediot Aharonot“ beruft. Im gesamten Zeitraum 1990 bis 2020, also binnen 30 Jahren, gab es rund 36 Prozent nicht-jüdische Einwanderer.

Zwischen 2008 und 2020 konvertierten etwas mehr als 16.000 Einwanderer zum Judentum. Nach Angaben der offiziellen Konversionsprogramme der israelischen Regierung konvertierten somit rund 16 Prozent nachträglich zum Judentum.

Experte sieht Änderungsbedarf bei Gesetz

Neue Zahlen zeigen Unterschiede bei der Angehörigkeit zum Judentum. Zwischen 2016 und 2021 waren knapp 34 Prozent der russischen Einwanderer jüdisch, bei Ukrainern liegt der Anteil bei 30 Prozent. Währenddessen sind fast 94 Prozent der US-amerikanischen Einwanderer Juden. Insgesamt beläuft sich die Anzahl der jüdischen Einwanderer in den sechs Jahren auf 56 Prozent.

Der Experte für Einwanderung und Konversion, Netantel Fischer, war an dem gegenwärtigen Konversionsgesetz beteiligt, sieht aber Änderungsbedarf. „Wir müssen ein Gesamtpaket schnüren: Die Konversion soll erleichtert, aber gleichzeitig die nicht-jüdische Zuwanderung begrenzt werden. Sonst wird sich nichts ändern.“ (joh)

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4 Antworten

  1. Finde ich gut, das man in Israel nur mit der richtigen Abstammung einwandern darf. Deutschland sollte sich daran ein Beispiel nehmen.

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    1. Asyl ist ein Menschenrecht, lieber Franz.
      Wobei ich zustimme, in IL hieß es, nur Jüd. Abstammung. Das Land ist klein wie Hessen. Wohin mit all den Menschen?
      Die BRD ist mittlerweile auch Überbevölkert.
      Und trotzdem suchen wir verzweifelt tausende Fachkräfte und Lehrlinge. Vorallem Handwerker.
      VG

      7
      1. Das liegt aber eher daran, dass die Menschen begriffen haben, dass es sich mit einem Bürgergeld auch ganz gut ohne zu arbeiten leben läßt. Wenn diese Zahlungen gekürzt würden oder nur gegen Gutscheine ausgegeben würden, dann hätten wir ganz sicher schnell wieder genügend Arbeitskräfte.

        2

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