Israel verstärkt Angriffe gegen Hisbollah

Die Terrormiliz Hisbollah hatte zuletzt ihren Beschuss israelischer Ziele erhöht. Israel reagiert mit einer verschärften Offensive.
Von Israelnetz
Im Dickicht: Israelische Soldaten gehen im Südlibanon gegen die Hisbollah vor

METULA (inn) – Israel muss bei den Kämpfen an der Nordgrenze weiter Verluste hinnehmen. Wie die Armee am Donnerstag mitteilte, wurde die Soldatin Rotem Janai durch eine Drohne der Terrormiliz Hisbollah getötet. Die Unteroffizierin aus Giv’at Ada bei Haifa war für das Wohlergehen der Soldaten zuständig, etwa als Ansprechpartner bei persönlichen Problemen.

Die Soldatin Rotem Janai wurde bei einem Hisbollah-Angriff im Südlibanon getötet Foto: privat
Die Soldatin Rotem Janai wurde bei einem Hisbollah-Angriff im Südlibanon getötet

Seit Anfang März hat die Hisbollah 24 Soldaten sowie einen von der Armee angestellten Zivilisten getötet. In diesem Zeitraum feuerte sie laut israelischem Außenministerium mehr als 8.700 Geschosse auf Israel ab, also im Schnitt 100 pro Tag. Bei dem jüngsten Angriff wurde zudem ein Reservist schwer verwundet.

Israel hatte die Angriffe auf die Hisbollah zuletzt verstärkt. Damit reagierte der jüdische Staat auf zunehmenden Beschuss durch die Terrorgruppe seit Anfang Mai. Wiederholt betont die Regierung, dass sie keinerlei Gebietsansprüche im Libanon hat; Israel gehe es nur darum, die Hisbollah zu bekämpfen.

Im Rahmen der verstärkten Angriffe hat Israel am Donnerstag erstmals seit drei Wochen auch Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut beschossen. Seit der Mitte April vereinbarten Feuerpause hatte sich die Armee mit Angriffen auf Beirut zurückgehalten.

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Herausfordernde Lage

Der Beschuss der Terrormiliz hat erhebliche Auswirkung auf die Bewohner des Nordens. Diese sind noch immer weit entfernt von einem normalen Leben. So schilderte es das Alma-Zentrum, das die Lage im Norden analysiert, bereits vergangene Woche.

„Täglich laufen die Kämpfe im Südlibanon weiter und sie schwappen ständig über die Grenze“, schreibt das Zentrum in einem Lagebericht. „Die tägliche Realität wird durchstochen von Sirenen, und es ist unglaublich schwer, den Anschein von normaler Routine oder einem stabilen Leben zu wahren.“

Verstärkter Beschuss

Laut den Zahlen des Zentrums hat die Hisbollah ihre Angriffe im Mai verstärkt: Noch bis in die erste Maiwoche hinein schoss sie rund ein- bis dreimal pro Tag auf Israel, wobei die Angriffe meist mit mehreren Geschossen erfolgten. Seither sind es häufig fünf oder sechs Angriffe, am vergangenen Samstag waren es sogar 14.

Auch die Angriffe auf die israelische Armee im Südlibanon nahmen zu: Bis Ende April waren es etwa fünf bis sechs pro Tag, seit Anfang Mai lag der Wert oft bei knapp 20 oder mehr. Am vergangenen Sonntag waren es 24.

Am Dienstag darauf kündigte Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) daher eine verschärfte Offensive gegen die Hisbollah an. Ziel sei es, die Sicherheitszone auszuweiten und weitere strategische Posten zu besetzen, sagte er nach einer Sitzung mit dem Sicherheitskabinett.

Nach Einschätzung des Alma-Zentrums hat der verstärkte Angriff auf Israel eine taktische Bedeutung: Er soll Israel zu einer Reaktion zwingen, so dass der Iran den jüdischen Staat für ein Scheitern bei den Atomverhandlungen verantwortlich machen kann.

Erneute Evakuierungsaufrufe

Im Rahmen der erneuten Kämpfe rief die Armee mehrfach die Bewohner einiger libanesischer Ortschaften auf, ihre Wohnorte zu verlassen, um den Kampfhandlungen zu entgehen. Ein weiterer Aufruf für sechs Ortschaften erfolgte am Donnerstagnachmittag.

Ebenfalls am Donnerstag gab die Armee bekannt, dass sie den Terroristen getötet hat, der am 19. Mai von einer Kirche aus den Reservisten Itamar Sapir getötet hatte. Der Terrorist sei durch die Luftwaffe gezielt beschossen worden, als er ein Gebäude nahe der Kirche betrat. (df)

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2 Kommentare

  1. Libanon wie Gaza? Genauso. Die libanesische Bevölkerung steht zu Hisbollah. Es ist sonst nicht zu erklären, warum die Hisbollah trotz harten Schlägen und Bombardierungen immer noch so stark ist.

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  2. Aha, also steht die Kirche noch, und das nahegelegene Gebäude wurde zerlegt. Ob die Zahal da wohl einen Tunnel gefunden hat?
    Möglich wäre es.
    Was die ständigen Drohnenangriffe der Hizbollah betrifft, ich denke, das Problem wird man in den Griff bekommen, sobald die Kenntnisse seitens der ukrainischen Instrukteure greifen .
    SHALOM

    1

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