Weizensorte nach ermordetem Agronomen benannt

Jakov Inon wurde beim Hamas-Massaker vom 7.Oktober ermordet. Das Volcani-Institut lässt seinen Namen weiterleben.
Von Israelnetz
Neue Weizensorte Jaakobi

RISCHON LEZION (inn) – Das israelische Volcani-Institut hat eine neue dürreresistente Weizensorte nach dem Agronomen Jakov Inon benannt. Inon und seine Frau Bilha wurden bei den Hamas-Anschlägen am 7. Oktober 2023 in ihrem Haus im Moschav Netiv HaAsara, nahe dem Gazastreifen, getötet.

Der damals 78-jährige Ackerbauexperte galt als erfahrener Agronom und arbeitete als landwirtschaftlicher Berater im Volcani-Institut. Dieses ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des israelischen Landschaftsministeriums.

„Jaacobi“-Weizen

Roi Ben-David und Kamal Naschef, Forscher des Landschaftlichen Forschungsinstituts, haben die dürreresistente Weizensorte entwickelt. Der „Jaacobi“-Weizen erweist sich als resistent gegen Trockenheit und Hitzewellen. Damit ist er optimal an die Bedingungen der Negev-Wüste angepasst.

Das extreme Wüstenklima und der geringe Niederschlag stellen eine Herausforderung an den Ackerbau dar, dem die Forscher durch die neue Weizensorte entgegenwirken wollen. Diese erweise sich nicht nur als dürreresistent, sondern auch als ertragreich. Darüber hinaus zeichne sich die früh reifende Sorte auch durch eine gute Kornqualität aus.

„Die letzte Vermisste des 7. Oktobers“

Inon wirkte an zahlreichen Studien des Instituts mit und arbeitete zuletzt als Berater des Zentralbetriebs in Rischon LeZion. Obwohl er eigentlich schon im Ruhestand war, habe er auf Anfrage weiter gearbeitet. Er habe seinen Beruf geliebt, sagt sein Sohn Magen Inon.

Jakov und Bilha Inon hinterließen fünf Kinder und elf Enkelkinder. Die 75-jährige Bilha Inon galt als die letzte Vermisste des 7. Oktobers, bis nach „einer komplexen Untersuchungsprozedur“ ihr Tod festgestellt werden konnte, wie es bei den Streitkräften heißt. Das Haus des Ehepaares brannte vollständig aus, was die Untersuchungen erschwerte.

Die Widmung der Weizensorte bleibt als Gedenken an Jakov Inon. Wie die Nachrichtenseite „Times of Israel“ berichtet, wurde die Sorte in diesem Jahr schon geerntet. Sie solle in der nächsten Saison verstärkt genutzt werden. (nhf)

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2 Kommentare

  1. Eine Weizensorte nach einem ermordeten Agronomen zu benennen ist eine gute Idee, sein Name bleibt damit unvergessen. Übrigens, aus den Namen der beiden Forscher schliesse ich, dass wieder einmal jüdische (Roi Ben-David) und arabische (Kamal Naschef) Zusammenarbeit funktioniert hat…

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  2. Es ist schön, dass eine Weizensorte nach einem beim Hamasmassaker ermordeten Arogronomen benannt worden ist. Mein verstorbener Onkel war Landwirt und ich musste im Sommer immer unter anderem bei der Weizenernte mithelfen statt beispielsweise mit meinen Eltern nach Mallorca zu fliegen.

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