JERUSALEM (inn) – Das israelische Parlament hat weitere weitreichende Gesetze verabschiedet. Nach dem bereits am Montag auf den Weg gebrachten „Tora-Studium-Gesetz“ beschloss die Knesset am Dienstag das „Wehrdienst-Aussetzungsgesetz“. Demnach wird die Verhaftung und Strafverfolgung von religiösen Kriegsdienstverweigerern bis Ende November vollständig ausgesetzt.
Die Neuregelung sorgt für heftige landesweite Debatten um das Prinzip der Wehrgerechtigkeit. Zumal gleichzeitig die Zeit des Grundwehrdienstes für Frauen an die der Männer angepasst wurde. Sie wurde von bisher zwei, auf drei Jahre, also 36 Monate, ausgeweitet.
Koscher-Zertifikate wieder ausschließlich dem Rabbinat unterstellt
Ebenfalls am Dienstag wurde das Monopol des Oberrabbinats für Koscher-Zertifikate wiederhergestellt. Das Gesetz macht damit Reformen der Vorgängerregierung komplett rückgängig, die es privaten orthodoxen Organisationen erlaubt hatten, eigenständig Koscher-Siegel auszustellen.
Als private Initiative stattet beispielsweise „Tsohar“ seit mehr als sechs Jahren Hunderte von Gastronomiebetrieben mit Zertifizierungen in ganz Israel aus. Weil sie keine staatliche Anerkennung besaßen, durften die Zertifikate laut dem israelischen Verbraucherschutzgesetz nicht das Wort „koscher“ beinhalten, sondern deklarierten lediglich eine „kulinarische Aufsichtsbescheinigung“.
Ein Schritt nach vorn und wieder zurück
Nach einem jahrelangen Rechtsstreit vor dem Obersten Gerichtshof stellte der Generaldirektor des Oberrabbinats am 1. Juli dieses Jahres erstmals eine offizielle Lizenz für „Tsohar“ aus. Durch das nun verabschiedete Gesetz wird diese Anerkennung hinfällig, und die alleinige Kontroll- und Vergabemacht im Land liegt wieder zentral beim staatlichen Oberrabbinat.
Viele religiöse Juden anerkennen die private Initiative als vollwertig und dürften sich auch künftig an diesem Zertifikat orientieren. Im Gegensatz zur Vergabe durch das Oberrabbinat werden hier die Standards von einem Komitee unabhängiger Rabbiner festgelegt und basieren auf klareren Richtlinien. Zudem bildet „Tsohar“ auch Frauen als Maschgichot, also Kaschrut-Kontrolleure, aus.
Am 17. Juli beginnt für das israelische Parlament die Sommerpause. Die neuen Gesetze verdeutlichen die tiefen gesellschaftlichen Bruchlinien im Land. Die bevorstehenden Parlamentswahlen für die nächste Knesset sind auf den 27. Oktober terminiert. (mh)
16 Kommentare
Kosher auf Burger King Plakat. Ohne Text: Als ich mal durch die Wüste radelte, kam von En Avdad, war dort ein MC Donald. Was für ein Freude, da mein Vorrat fast leer war. Viele Soldaten dort. Schöne Gespräche zwischen Pommes usw. Sorry, fiel mir eben ein…. Gesetze Wehrdienst wird zu Unruhen führen. Ein hin und her Wehrpflicht -Religiöse. Frauen Grundwehrdienst von 2 auf 3 Jahre erhöht. Tja, nach dem Abi dauert es jetzt länger, 36 Monate, bis man studieren kann oder einen Beruf erlernen.
Nennt es sich Gleichberechtugung? Oder mehr Frauen an die Waffe für Kriegszeiten?
Shalom
@ Am Israel chai
„Gesetze Wehrdienst werden zu Unruhen führen…………“
Ja, das werden sie wohl. Demos usw.. Eins ist wohl auch schon wieder vom obersten Gericht gekippt worden.
LG Eleonora
PS: Habe über die Töchter der ultraorthodoxen Juden nachgedacht. Heiraten sie gleich nach der Schule und bekommen dann sofort Kinder, um nicht eingezogen zu werden? Ich sehe in den Schulen immer nur Männer sitzen, die die Thora studieren, keine Frauen. Muss an den Film Yentl denken?
@Eleonora
Ultra-orthodoxe Frauen sind vom Wehrdienst befreit. Das Heiratsalter variiert.
@ Israelnetz. Dankeschön für die Info.
LG Eleonora
Liebe Eleonora, IN beantwortete bereits ihre Frage. Ich mag YENTL auch mit Barbara Streisand. Wobei EXODUS mit P. Newman ich mir immer wieder ansehe. Shalom
@ Am Israel chai. Ja, ich habe die Antwort schnell bekommen. Habe mich darüber gefreut. Die Filmmusik von Yentl habe ich zuhause. Bin ein großer Fan von Barbra Streisand. Sie war toll, als Sängerin und auch als Schauspielerin. Exodus mit P. Newman habe ich natürlich auch gesehen. Ich muss noch etwas korrigieren: Das Gesetz ist nicht gekippt, es ist gestoppt und wird vom Obersten Gericht geprüft, wenn ich alles richtig verstanden habe.
Liebe Grüße in die neue Heimat, und wenn es dann los geht nach Israel: „Gute Reise“ und einen schönen Aufenthalt im Land und mit ihren Angehörigen eine frohe Zeit.
Eleonora
Geht mir genauso, Netivot hat zum Beispiel ein paar sehr gute Restaurants, auch nen Burger King, dort hab ich mir nen BaconKing geschnappt, sehr trefe , weil Bacon und viel Käse drauf, aber verdammt lecker.
Was die Kashrut betrifft, so sind die mir relativ egal ausser an den Hohen Tagen, ansonsten halte ich es mit den Rheinländern :,,Isch fress, wat mer schmecke dejt „.
Schließlich bin ich ja bloß ein Säkularer, ich praktiziere nicht und auch eine Synagoge glänzt nicht oft mit meiner Anwesenheit.
Insofern tangiert dieser Bohei mich nur partiell.
SHALOM
Ob Speisen Koscher-Zertifikat führen dürfen, bestimmt das Oberrabbinat. Ob Speisen bei uns gut sind, bestimmt Marina, unsere Köchin.
Das ist halt der Preiß, den Nethanjahu zahlen muss,für seinen Machterhalt. Immer das selbe z.B. Helmut Kohl, Angela Merkel, Trump, Abbas. Erdoan usw. Mit allen Mitteln wird die eigene Macht gefestigt, statt wenns soweit ist, in Würde Platz für eine neue Generation zu machen.
Ha ja, Bibi sucht halt auch nach Rückhalt bei den ultrarechten Koalitionspartnern , das macht ja Eisenkot auch und Andere, die gewählt werden wollen. Wir kommen in schwere Zeiten weltweit und in Israel einen gottlosen Präsidenten zu wählen macht alles nur schwieriger. Zur Not schicke ich noch einige tausend Stimmen nach Israel für einen Mann. Den Namen verrate ich nicht. 😁 Witzle
@Marita
😂😂😂 Ich weiß, wenn du könntest…
Pass auf, dass das hier nicht nach hinten losgeht. Ich sage nur „Tshirt“. 🫣
Liebe Grüße zu dir, Ella
Jaja, ein Schelm, wer übles dabei denkt
SHALOM
Liebe Grüsse zurück . Ella + Klaus , bitte nein ! Ich bleibe korrekt. Versprochen !
Jetzt gibt es wieder Hoffnung, dass der Staat Israel seine Probleme nicht NUR durch das Militär löst. Ein Anliegen, was schon viele Israelis und Juden formuliert haben! Viele Foristen sind ja von jeglichem Militärdienst befreit und Theoretiker. Israel hat bisher immer komplexe Antworten auf komplexe Probleme gefunden. Und ja ADONAI spricht nicht nur mit Waffen.
Sprüche 25:21-22
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser. Denn du wirst Kohlen auf sein Haupt häufen; und der HERR wird dir’s vergelten.
Das Kosher-Gesetz ist bibelgerecht und gut. Schlecht finde ich viele anderen neuen Gesetze, die Wehrpflicht MUSS für alle gleich sein, Ultra-Ordoxe müssen zum Militär gewzungen werden. So wie Jakov am Jabbok, so müssen auch die Ultra-Orthodoxen kämpfen ! Eine ganz andere Gruppe muss ebenfalls für Israel kämpfen: Nämlich alle eingepfropften Zweige, die die Bibel richtig verstanden haben. Nur leider sind diese an der Macht in dieser Welt rar vertreten. Bibi ist so wie König Jerobeam, er spaltet und bevorzugt die Ultra-Orthoxen, aber viele „Christen/innen sind falsch, weil sie das Alte Testament / Hebräische Bibel nicht für wichtig erachten. Wir brauchen ein Pro-Israelisches Brainstorming in dieser Welt. Weder die Spaltung Israels noch der weltweite Antiseimismus werden von Erfolg gekrönt sein.
Wir brauchen Lapid und Benneth, ein starkes Israel und neue Israel-freundliche Regierungen. So wie Slowenien sollte auch Spanien neu wählen. Für eine gesetzestreue, bramherzige Welt, die die Gesetze der Tora ernst nimmt.
Martin Sechting, ich wundere mich, was Sie alles von den Menschen erwarten, was und wie sie sein sollen. Wir alle sind Gesetzesübertreter und somit schuldig vor Gott. Keiner kann Gesetze einhalten, keiner ist sündlos. Irdisches Bemühen ist nicht erfolgreich. Deshalb musste Jesus kommen und stellvertretend die Sünden auf sich nehmen. Das ist unsere Rettung.