Trump verkündet Einigung bei Gaza-Plan

Die Hamas hat nach Worten von US-Präsident Trump ihrer Entwaffnung zugestimmt. Israel sieht die Einigung skeptisch.
Von Israelnetz

WASHINGTON / KAIRO (inn) – US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag eine Einigung hinsichtlich der Entwaffnung der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen im Gazastreifen verkündet. Der Republikaner sprach von einem „entscheidenden Schritt“ zu einer neuen Regierung im Gazastreifen. „Zugleich erhält Israel die Sicherheit, die es verdient, da Gaza nicht länger als Basis für Terrorangriffe genutzt wird.“

Die Einigung erfolgte in Kairo im Rahmen des von Trump gegründeten „Friedensrats“. Ägypten, Katar und die Türkei vermittelten bei den Gesprächen, an denen Israel nicht beteiligt war.

Trump erklärte, die Entwaffnung werde phasenweise umgesetzt. Sei diese erfolgt, werde sich das israelische Militär zurückziehen. Eine „Internationale Stabilisierungstruppe“ werde dann im Verbund mit der palästinensischen Polizei für die Sicherheit verantwortlich sein. „Der Bedrohung, die am 7. Oktober aus dem Gazastreifen hervorging, wird es nicht gestattet werden, sich neu aufzubauen.“

Feuerpause angedacht

Wie Beteiligte gegenüber verschiedenen Medien erklärten, enthält die Einigung 15 Punkte. Demnach soll sich Israel umgehend von den in den vergangenen Monaten unter Kontrolle gebrachten Gebieten hinter die Gelbe Linie zurückziehen. Derzeit kontrolliert die Armee rund 70 Prozent des Gebietes, vorgesehen sind 53 Prozent. Israel soll außerdem keine Ziele der Terror-Organisation Hamas mehr angreifen, es sei denn bei direkter Bedrohung.

Die Hamas soll ihre Waffen in einem Zeitraum von acht Monaten schrittweise an die Technokratenregierung übergeben. Dies umfasst leichte und schwere Waffen sowie Waffenlager und Waffenlabore. Außerdem würden die Terrortunnel zerstört.

Hamas-Mitglieder, die sich an die Bestimmungen halten, würden Amnestie erhalten. Die Terror-Organisation wird laut der Einigung keine politische Rolle einnehmen, weder vor noch hinter den Kulissen. Die Technokratenregierung soll schrittweise die Kontrolle übernehmen, zunächst in einem Pilotprojekt im Großraum Rafah.

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Politische Argumentation

Nach Informationen der „Times of Israel“ konnten die Vermittler die Hamas mit Verweis auf die politische Lage in Israel überzeugen: Da im Herbst Knesset-Wahlen anstehen, sei es unwahrscheinlich, dass die Regierung dem Deal zustimmt. Auf diese Weise könne die Hamas es vermeiden, als Friedenshindernis zu gelten.

Tatsächlich sieht Israel die Einigung offenbar kritisch. Ein Regierungsvertreter erklärte, der Entwaffnungsplan genüge nicht den Forderungen. Die Armee werde sich erst nach einer vollständigen Entwaffnung zurückziehen.

Der Hamas-Verhandler Ghazi Hamad erklärte, für die Entwaffnung werde der Nationale Ausschuss verantwortlich sein. Der Nationale Ausschuss ist eine geplante Technokratenregierung unter Aufsicht des „Friedensrates“, die den Gazastreifen verwalten soll. (df)

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5 Kommentare

  1. Einigung im Rahmen des Friedensrats.Hmm. Ohne Israel mit einzubeziehen. Doppel-hmm. Die Technokratenregierung soll die Überwachung übernehmen,unter Aufsicht des Friedensrates(wo ja auch die richtigen Leute sitzen). Stabilisierungstruppe mit palästinensischer Polizei. Also bleibt alles bei den Leuten,bei den es sowieso schon war. So eine Art Scheinfrieden. Aha. Ich bin gespannt wie ein Regenschirm.

  2. „…konnten die Vermittler die Hamas mit Verweis auf die politische Lage in Israel überzeugen: Da im Herbst Knesset-Wahlen anstehen, sei es unwahrscheinlich, dass die Regierung dem Deal zustimmt. Auf diese Weise könne die Hamas es vermeiden, als Friedenshindernis zu gelten.“
    Wie jetzt? Nachdem monatelang nichts passierte, entwickeln die Vermittler einen Plan, von dem sie von vorn herein überzeugt sind, dass Israel dem nicht zustimmt? Israel ist wieder mal nicht in diese Verhandlungen eingebunden, aber Trump verkündet Einigung!
    Tolle Verhandlungen, muss ich schon sagen. Und so glaubhaft.🙈🤭

    1. Laut Netanyahu ist doch Trump der beste Freund Israels 🙂 er wird das also schon deichseln. Das Israel nicht darauf eingehen wollen würde, lässt sich aus mehreren Situationen ableiten. Einer der Gründe könnte der komplette Abzug aus dem Gazastreifen sein.

      1. Trump hat viel verkündet und wird viel verkünden. Was da wirklich dran ist, werden erst nachvollziehbares Vorgehen und dessen nachprüfbare Ergebnisse zeigen.
        Solange nichts Greifbares dabei heraus kommt,ist das wie üblich bei Trump erst einmal heiße Luft.
        SHALOM

  3. Zitat:
    „Die Hamas soll ihre Waffen in einem Zeitraum von acht Monaten schrittweise an die Technokratenregierung übergeben. Dies umfasst leichte und schwere Waffen sowie Waffenlager und Waffenlabore. Außerdem würden die Terrortunnel zerstört.“
    —–
    Kommentar bzw. Empfehlung:
    Einem phantasievollen, dabei realistisch-skeptischen Schriftsteller, der sich im Gazagebiet und in Israel bestens auskennt, sei dieses Zitat als Sujet für eine Dystopie empfohlen. – Chaim Noll?

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