Saudische Spieler treten mit durchgestrichener israelischer Flagge auf

Vor Fußball-Weltmeisterschaften organisieren die Veranstalter oft einen Probelauf. In Katar zeigt sich nun: Spieler können ihre anti-israelische Haltung unter anderem mit ihren Trikots zur Schau stellen. FIFA-Chef Infantino lässt sich mit einem dieser Spieler fotografieren.
Von Israelnetz
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FIFA-Chef Infantino bei einem Event-Spiel in Doha mit dem saudischen Spieler Al-Tewjar am 18.12.2021

Foto: FIFA/Harold Cunningham

FIFA-Chef Infantino (r.) zeigt sich mit dem saudischen Spieler Al-Temjat, der auf seinem Trikot die Israel-Flagge – am mittleren linken Rand des Flaggenbanners unter der indischen Flagge – unkenntlich gemacht hat

DOHA (inn) – Bei der Generalprobe zur Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist es am Samstag zu einem anti-israelischen Vorfall gekommen. Bei einem Event-Spiel im Rahmen des vom Weltverband FIFA organisierten Arabischen Nationenpokals überzeichneten mehrere saudische Spieler die israelische Flagge auf dem Flaggenbanner ihres Trikots. Einer der Spieler war Nawaf al-Temjat, der für das Team „Arabische Legenden“ gegen eine Weltauswahl antrat. Während der Veranstaltung ließ sich FIFA-Chef Gianni Infantino mit dem Spieler fotografieren. Beide tragen das gleiche Trikot; bei Infantino ist die israelische Flagge zu sehen, bei Al-Temjat ist sie mit blauer Tinte überzeichnet.

Die anti-israelische Einstellung einiger Spieler zeigte sich auch schon vor dem Anpfiff: Nach einem Bericht der Nachrichtenseite „Middle East Monitor“ weigerten sich drei frühere algerische Fußballprofis aufzulaufen, da der Trainer der Weltauswahl der Israeli Avram Grant war. Sie verließen letztlich das Al-Thumama-Stadion.

Vor Anpfiff des Event-Spiel sagte Infantino zu den 3.500 Zuschauern im Stadion: „Heute vereinen wir die arabische Welt mit der gesamten Welt. Wir sind alle ein Team!“

Palästinensische Flaggen im Finale

Bei der Weltauswahl trat auch der frühere deutsche Nationalspieler Lothar Matthäus an. Der 60-Jährige trainierte von 2008 bis 2009 den israelischen Klub Maccabi Netanja. Im Jahr 2012 bezeichnete er Israel als „fantastisches Land“. Ob die anti-israelisch eingestellten Spieler davon wussten, ist unbekannt; Einwände gegen Matthäus scheint es nicht gegeben zu haben.

Bei dem eigentlichen Nationenpokal gewann Algerien im Finale gegen Tunesien mit 2:0 Toren. Nach dem Spiel sagte der algerische Trainer Madjid Bougherra, der Sieg sei „dem palästinensischen Volk gewidmet, besonders den Menschen im Gazastreifen“. Während des Finales schwangen die Fans beider Mannschaften neben ihren Nationalfahnen auch palästinensische Fahnen.

Zwischen der FIFA und dem Palästinensischen Fußballverband (PFA) war es zuletzt zu Spannungen gekommen. Im Oktober sagten die Palästinenser ein Treffen mit Infantino ab. Grund war dessen Teilnahme bei einer Veranstaltung im Toleranz-Museum von Jerusalem, das auf einem muslimischen Friedhof erbaut worden sei. Der Chef des PFA, Dschibril Radschub, sprach in einer Mitteilung vom Dienstag von einem „totalen Affront gegen die Werte der religiösen Toleranz und der friedvollen Koexistenz, die auch die FIFA unterstützt“. (df)

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10 Antworten

    1. Wissen Sie eigentlich, was Antisemitismus bedeutet? Philosemitismus ist jedenfalls kein Allheilmittel gegen Antisemitismus, das sollten Sie sich merken, bevor Sie hier argumentieren.

      1. Vollkommen Egal wie jemand den Antisemitismus bekämpft und zum Ausdruck bringt … wichtig ist das man es tut um auf solche antisemitischen Ausfälle wie von diesen Spielern hinzuweisen … auf jeden Fall Besser und Sinnvoller als der Unflat den sie von sich geben …

  1. Das Verhalten der saudischen Spieler zeigt, dass es innerhalb dieses autoritären Staates Bürger gibt, die der Annäherung ihres Staates mit dem israelischen Staat sehr skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen und dies auch zeigen wollen. Dass Israel um die Gunst der saudischen Diktatur buhlt, damit es auch weiterhin seine Unterdrückungs- und Kontrolltechnologien wie “Pegasus” sowie Waffen an diesen Staat verkaufen kann, zeigt, was man von Israel halten muß.

  2. Der Drittliga-Rassismuss-Eklat in Deutschland, wird von der Öffentlichkeit und den Fußballverbänden sehr viel höher aufgehängt, als der anti-israelische – Vorfall in Katar. Während das “Eine” verurteilt wird – wird das “Andere” fast von der FIFA “umarmt”. Kaum nachzuvollziehen!
    L.G. Untertan

    1. Ich glaube, solange es kein Staat Palästina mit Ost Jerusalem gibt, wird es nie Frieden geben.
      Der Hass auf die Araber existiert in Israel. Es gibt auf beiden Seiten Hardliner.
      Desweiteren ist nicht alles Antisemitismus nur weil man Israel nicht mag oder kritisiert.

  3. Es ist völlig klar, dass die Doppelmoral und Heuchelei der FIFA skandalös ist.
    Der Artikel vermischt dies aber leider unreflektiert mit dem Thema Palästina. Solidarität mit den berechtigten Existenzinteressen des Palästinensischen Volkes ist nicht automatisch antisemitisch.

  4. Was die Fifa und das IOC gemeinsam haben ist die Tatsache das beide Organisationen nur Finanzielle und Wirtschaftliche Interesse haben. Menschenrechte Interessieren nicht.

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