Palästinenser ehren Sportler für Israel-Boykott

Der Palästinensische Judoverband würdigt den Israel-Boykott des Algeriers Nourine mit einer Zeremonie. Die Palästinenser fordern Israel-Boykott nicht nur bei Wettkämpfen, sondern auch bei Freundschaftsspielen.
Von Israelnetz
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Judoka Algerien Fethi Nourine

Foto: YouTube (Screenshot)

Darf sich geehrt fühlen, zumindest von den Palästinensern: Der algerische Judoka Nourine

RAMALLAH / ALGIER (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) plant für den algerischen Judoka Fethi Nourine wegen dessen Israel-Boykott eine Ehrung. Der 30-Jährige hatte auf die Olympischen Spiele in Tokio verzichtet, weil er nicht gegen einen Israeli antreten wollte. Nun organisiert der Palästinensische Judoverband mit der „Botschaft“ in Algier eine große Zeremonie, nachdem es eine kleinere Veranstaltung bereits gegeben hatte. „Das ist das Mindeste, was wir für ihn tun können“, sagte Verbandspräsident Dschihad Uweida laut dem PA-Organ „Al-Hajat al-Dschadida“. Darüber berichtete die Organisation „Palestinian Media Watch“ am vergangenen Freitag.

Uweida ist zugleich Generalsekretär des „Nationalen Ausschusses gegen die Normalisierung im Sport“. Laut „Al-Hajat al-Dschadida“ telefonierte er mit Nourine und unterrichtete ihn von der Ehrung. Der Sportler betonte in dem Gespräch: „Diese Haltung ist unsere Pflicht gegenüber Palästina, das als unser Anliegen gilt, da wir an der Seite Palästinas und Jerusalems stehen. Das ist Teil unseres Glaubens, den wir gelernt haben, und den wir mit unserer Muttermilch aufgesogen haben.“ Bereits am 19. November hatte Nourine im PA-Fernsehen gesagt: „Wir sind darauf vorbereitet, unsere Seelen für unsere Haltung und unser Wort zu opfern.“

Laut „Palestinian Media Watch“ hatte der Vorsitzende des Palästinensischen Olympischen Komitees, Dschbril Radschub, Nourine bereits im Sommer besucht. Er wollte ihm Anerkennung zollen wegen dessen „ehrenhafter Haltung“. Die Organisation legte daraufhin beim Internationalen Olympischen Komitee Beschwerde ein; eine Antwort steht noch aus.

Im September sperrte die Internationale Judo-Föderation (FDI) Nourine und seinen Trainer Amar Benikhlef wegen des Olympia-Verzichts für zehn Jahre. Die beiden stehen jedoch zu ihrer Entscheidung. Benikhlef sagte: „Wir bedauern das nicht, selbst wenn die Bestrafung für immer anhält.“

Protest gegen Freundschaftsspiele

Indes fordern die Palästinenser auch von anderen Akteuren einen Israel-Boykott. Der Palästinensische Rat für Jugend und Sport verurteilte am Dienstag eine Entscheidung Marokkos und der Vereinigten Arabischen Emirate, Freundschaftsspiele mit Israelis auszutragen. Das sei „eine Beleidigung für unseren Kampf und das Opfer unseres Volkes“, teilte der Rat laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA mit. So werde die „abscheulichste Art der Besatzung“ belohnt.

Am Sonntag hatte erstmals eine Mannschaft aus den Emiraten ein Spiel in Israel bestritten. Die Nachwuchsfußballer aus dem Golfstaat nehmen an dem traditionellen Winterturnier teil. Zum Auftakt verloren die U-18-Junioren in Netanja 1:4 gegen Israel. Deutschland und Russland sind die beiden anderen Mannschaften bei dem Turnier. Am Mittwoch um 19 Uhr tritt die DFB-Elf gegen Israel an, am Freitag dann gegen die Emirate. Das Auftaktspiel verlor sie gegen Russland mit 1:3. (df)

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3 Antworten

  1. Ewig gestrig.

    Man kann zu dem Konflikt stehen wie man möchte: Sport und Kultur sind Botschafter, die es unterstützen können, eine sinnvolle Koexistenz aufzubauen.

    Boykott hilft selten.

    Immerhin sind Deutschland und Russland nicht aufgefordert worden auch zu boykottieren.

  2. Alle Palästinensischen Verbände gehören wegen Unsportlichen Verhalten bis auf weiteres von Internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen

  3. Dadurch sieht man diese Scheinheiligkeit.
    Die Juden sollen überall bekämpft und blossgestellt werden, warum hat er das nicht im Ring getan? Warum hat der Judoka Fethi Nourine nicht die Gelegenheit genutzt um “Ruhm und Ehre” für sich und “Schmach und Schande” für den Juden zu hohlen?
    Die Antwort liegt auf der Hand, hätte er verloren wärs ein Katastrophe geworden.
    Ich ziehe meine Aussage oben zurück vielleicht hat der Man Angst um sein Leben wenn er verloren hätte…..

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