TEL AVIV (inn) – Tausende Israelis haben am Donnerstagabend des Terrormassakers vom 7. Oktober gedacht. Anlass war ein besonderes Datum: Der heutige Freitag markiert den tausendsten Tag seit dem Großangriff auf Israel. Bei einer Veranstaltung auf dem Geiselplatz in Tel Aviv forderten die Teilnehmer einen staatlichen Untersuchungsausschuss zum Sicherheitsversagen und übten scharfe Kritik an der Regierung.
Die Organisation „Oktoberrat“ hatte das Gedenken organisiert. Bereits um 6:29 Uhr, zu dem Zeitpunkt, als die Angriffe am 7. Oktober begonnen hatten, blockierten Demonstranten landesweit mehrere Kreuzungen. Zur Hauptverkehrszeit blockierten sie zudem die Ajalon-Schnellstraße Richtung Norden. Es kam zu sieben Festnahmen.
Rechenschaft verlangt
Einav Zangauker, Mutter der Mitte Oktober freigelassenen Geisel Matan, ging in einer Rede den israelischen Premier Benjamin Netanjahu (Likud) an. Zu dessen Vermächtnis gehörten die Gräber der Soldaten und die Albträume, die die geretteten Geiseln ihr Leben lang haben würden. „Wir geben nicht auf, bis jeder, der für das Debakel verantwortlich ist, zur Verantwortung gezogen wurde, bis wir diese Regierung des totalen Versagens hinausgeworfen haben.“
Ejal Eschel, Vater der am 7. Oktober ermordeten Späherin Roni Eschel, kritisierte Äußerungen der Kabinettsmitglieder. So habe die Siedlungsministerin Orit Strock (Religiöser Zionismus) im Juli 2024 angesichts des Siedlungsausbaus der vergangenen Monate von einer „Zeit der Wunder“ gesprochen. Eschel erwiderte, er erlebe das Gegenteil: „Vor tausend Tagen hörte mein Leben auf.“ Er werde bis zu seinem letzten Tag Rechenschaft von den Verantwortlichen verlangen.
Netanjahu hatte sich einem durch Richter einberufenen staatlichen Untersuchungsausschuss entgegengestellt, da diese Vorurteile gegen ihn hätten. Die Regierung sprach sich im Dezember für einen Ausschuss aus, deren Mitglieder zu gleichen Teilen von den Regierungs- und Oppositionsparteien ernannt werden. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll am Montag in der Knesset in erster Lesung angenommen werden.
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Braslavski: Trauma wird anhalten
Zu den Sprechern auf dem Geiselplatz gehörte auch die frühere Geisel Rom Braslavski. Der inzwischen 22-Jährige war zwei Jahre lang in den Händen der Terroristen; er gehörte ebenfalls zu den 20 letzten lebenden Geiseln, die im Oktober freigelassen wurden. Als er die Bühne betrat, feierte die Menge ihn als „Helden“.
In seiner Ansprache sagte er, die tausend Tage kämen ihm vor wie eine Ewigkeit. Indes werde sein „persönlicher Krieg“, der Kampf gegen das Trauma, „weitere tausende Tage anhalten, dann weitere tausende Tage und bis zum Lebensende“. Sein Leben werde er dem Gedenken an das Terrormassaker widmen. (df)
30 Kommentare
Was für ein Drama! Ein erschütternter Artikel! Noch viel dramatischer die Aussage: „Wir werden nicht vergessen, wir werden nicht vergeben“, hieß es auf einem der Plakate zum Gedenken an das Terrormassaker vor tausend Tagen“.
Lieber Gruß Martin
@Untertan
Dramatisch war das Massaker der Terroristen. Vergessen darf Israel das Massaker, die Geiselnahme und den Krieg nicht, schon aus dem Grund, um eine Wiederholung zu verhindern.
Vergeben wäre eine Überwindung von Hass. Dies kann nur geschehen, wenn auch die Gegenseite den Hass aufgibt. Es gehören immer zwei Seiten zur Medaille.
Ich weiß, Sie werden jetzt sagen, Jesus verlangt Vergebungsbereitschaft. Aber zum Vergeben wäre zuerst einmal Frieden zwischen Gaza und Israel notwendig. Solange noch immer pal. Schulbücher zu Hass aufrufen, pal. Mütter ihre Söhne für’s Judentöten loben, die Charta der Hamas zur Vernichtung der Juden aufruft und die Welt Israel Völkermord vorwirft, kann Vergebung nicht gelingen.
Ja, ein Untersuchungsausschuss, der die Hintergründe des Versagens von Politik und Armee / Geheimdienst ist wichtig. Aber dieser Untersuchungsausschuss muss wie gesagt das gesamte Versagen aufdecken und nicht nur von bestimmten Personen, weil man sie nicht mag und bisher keinen Weg gefunden hat, sie bei Wahlen oder im Gericht zu besiegen. Was wusste die Armeeführung wann? Wann haben sie den Premierminister informiert? Haben im Geheimdienst einige wegen der Justizreform ihre Arbeit nicht mehr so konzentriert ausgeführt? Warum hat die Armee relativ kurz vor dem 7. Oktober die Waffenbestimmungen für die Sicherheitsteams der Kibbuzim verstärkt? War der Abzug aus dem Gaza-Streifen vielleicht ein Fehler? Dies sind auch Fragen, die neben der politischen Verantwortung in einem Untersuchungsausschuss geklärt werden sollten. Die sich aber die Richter, die den Untersuchungsausschuss bilden wollen, nicht stellen, weil bei ihnen die Verurteilung schon klar ist.
Vor ungefähr 2 Jahren bei einer Talkshow von Markus Lanz hatte es die jüdische Schriftstellerin Deborah Feldman (die ich übrigens persönlich sehr schätze) auf den Punkt gebracht.
Israels rechts-religiöse Regierung hat die Opfer des Hamas-Terrorangriffs von 2023 – von denen viele der Opposition nahestanden – für die Zwecke des Israel-Gaza-Krieges instrumentalisiert, während sie zugleich Antisemitismusvorwürfe nutzt, um gegen Andersdenkende vorzugehen.
Viele der betroffenen Gemeinden im Süden Israels – wie Be’eri, Nir Oz und Kfar Aza – gehörten traditionell zum Lager der Opposition. Die rechts-religiöse Regierung hat deren Leid ausgenutzt, um den Krieg im Gazastreifen politisch zu legitimieren, und dabei jede Kritik oder abweichende Meinung – ob im In- oder Ausland – durch pauschale Antisemitismusvorwürfe diskreditiert.
Auch wurde Bibi öffentlich immer vorgeworfen, das Leben der Geiseln für das Überleben seiner Koalition mit rechtsextremen Kräften zu opfern. Kritik an diesem Vorgehen werde von Regierungsseite gezielt als unpatriotisch oder spalterisch delegitimiert.
Diese Ansicht wird nicht nur von Feldman, sondern auch von israelischen Oppositionspolitikern geteilt.
Ich empfinde es als absolut beschämend und widerwärtig, wenn Proteste der Geisel-Familien – die der Regierung vorwerfen, das Leben der Entführten zugunsten maximalistischer militärischer Ziele zu opfern – von rechten Regierungsanhängern gezielt als „Verrat“ oder als Mangel an Solidarität im „existenziellen Kampf gegen Antisemitismus“ gebrandmarkt werden.
@Gideon Lahav
Gibt es eine Alternative zu maximalistischen militärischen Zielen im Kampf gegen einen tödlichen Feind wie die Hamas?
Ja, Albert, da ein ideologisch motivierter Gegner oft nicht allein durch militärische Gewalt dauerhaft besiegt werden kann, hätte der Schwerpunkt – anstatt auf einer unbefristeten Bodenoffensive ohne festgelegtes Ende – auf alternativen Ansätzen liegen sollen: einer Kombination aus Eindämmung, der politischen Aushöhlung von Machtbasen, die systematische Zerstörung grenznaher Tunnelstrukturen und der Entwicklung ziviler Alternativen.
Die Wunde kann nicht verheilen, weil es seit tausend Tagen keine Untersuchung und keine Antworten für Versagen gibt. Nicht nur Versagen der Politik, auch das der Armee muss aufgeklärt und aufgearbeitet werden, wie Doreen@ richtig schreibt.
Ein Staat, der sich auf den Leib geschrieben hat, seine Bürger zu schützen, muss sich den Fragen stellen. 🎗🙏🇮🇱
@ Ella
Nach dieser „neuen Erkenntnis“ von Ihnen zeige ich mich völlig platt! Ich halte Sie für einen Wendehals nach Ihren unzähligen PRO-Bibi Kommentaren, der nie Ihre tiefe politische sogar religiöse Liebe zu ihm verbarg. Sie teilten stets seine zionistische Position, seine Verhandlungshärte, seine Unfähigkeit, seine Verweigerung zur Diplomatie zu greifen.
Aber ob Ihr Elfenbeinturm tatsächlich eine kleine Tür öffnet wird sich nach den Wahlen zeigen. Vielleicht schließt sie sich auch wieder…
@Brigitte
Wie kommen Sie darauf,Ella wäre ein Wendehals? Sie hatte immer stets betont,das Untersuchungen stattfinden müssen. Und sie hatte auch betont,das sie bei Bibi teilweise zweigeteilt ist. Das darf man. Was das religiöse Argument von Ihnen angeht,das ist Ellas Sache. Aber bei diesem Thema können Sie eh nicht mitreden.
@Brigitte
Oh, ich wollte Sie nicht plätten. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich stets zu neuen Erkenntnissen bereit, sofern sie Israel und mir dienlich sind. Wer würde auch eine Untersuchung des abscheulichen Massakers ablehnen, um ein solches als Wiederholung zu verhindern und Fehlverhalten aufzuklären. Ich stimme Ihnen aber zu, dass ich meist Bibi zugewandt war und auch noch bin, schämen tu ich mich dafür nicht.
Heute war ich mit meinen Enkeln auf einer Wanderung zu einem Turm, dem Juxkopf. Kein Jux, die Wahlen stehen an. Und wissen Sie was? Die Welt dreht sich weiter, ob mit oder ohne Bibi. Ich werde beten, dass Gott den „richtigen“ Premier einsetzt, wer auch immer das sein mag.🙏🇮🇱
Ja, Ella. Ich wünsche mir, dass kluge und besonnene Menschen in Israel an die Macht kommen und gute Analysten und Berater an ihrer Seite stehen. Alle, die jetzt antreten, der Wahlkampf hat begonnen, ich weiß zu wenig über sie.
Demokratie ist eine sehr anstrengende Regierungsform, weil Kompromisse geschlossen werden müssen.
Wie schwierig das ist, das sieht man ja bei uns.
Liebe Grüße
Eleonora
@Ella, die Wunde kann nicht heilen????
Lieber Gruß Martin
@Untertan
Nicht, wenn sich aus Wunden Nekrosen bilden. Steril wird erst alles, wenn Jesus wiederkommt.
Gideon @ Ich mag Ihnen (Dir ? ) nicht widersprechen, zumal ich eine ganze Reihe von Argumenten teile und auch der Ansicht bin, dass eine andere Regierung – Lapid ? Eisenkot ? Bennet ? – besser für Israel wäre. Allerdings fehlt in Ihrem (Deinem) Kommentar die Sicht der anderen Seite. Für Hamas und Konsorten sind demokratische Debatten, friedliche Kundgebungen gegen – oder für – eine demokratisch gewählte Regierung westlicher Firlefranz. Die Feinde Israels haben in den Kundgebungen gegen die Justzireform sehr wohl eine Fraktur der israelischen Gesellschaft gesehen, was ja bis zu einem gewissen Grad auch stimmt. Die Konsequenzen, die sie daraus gezogen haben, haben wir am 7. Oktober 2023 gesehen. Natürlich haben sie gedacht, dass Israel krachend zusammenbricht und sie ihren Terrorstaat errichten können. Das war, Gott sei Lob und Dank, ein Irrtum. Dass sie Geiseln genommen haben, zeigt aber auch, dass sie die israelischen Befindlichkeiten genau kennen. Und ja, die Kundgebungen der Geisel-Familien – nicht alle, übrigens, einige haben auch die Regierungspolitik unterstützt – haben Druck auf die Regierung ausgeübt . Sie haben auch dazu geführt, dass tausende Terroristen freigelassen wurden. Das ist ein Fakt.(Fortsetzung folgt)
Fortsetzung : Ich unterstelle niemandem mangelnden Patriotismus, aber die Rezeption seitens der Hamas war : „weitermachen, nicht nachgeben, die Israelis schiessen sich selbst ins Bein“. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich hätte vermutlich auch demonstriert, wenn ein geliebter Mensch Geisel der Hamas gewesen wäre. Aber, dass dies die Stellung Israels, nicht nur der Regierung, geschwächt hat, ist unbestreitbar.
Was die Kibuzzim angeht, ja die dort lebenden Menschen standen eher den Palästinensern freundschaftlich gegenüber, das Beispiel von Vivian Silver, die Kinder aus Gaza zu medizinischer Behandlung nach Israel brachte (obwohl in Gaza damals mehr Krankenhäuser im Vergleich zur Bevölkerungszahl waren als im Grossraum Paris) ist in aller Erinnerung. Genutzt hat es ihnen nicht. Die Terroristen, gefolgt von „unschuldigen Zivilisten“ sind genauso über sie hergefallen wie über die eher rechts gestrickten Orte Sderot und Ashdod. A méditer.
@Ella
Ich möchte den „Wendehals“ hiermit zurück nehmen!
Den Rest meines Kommentars behalte ich weiter aufrecht und erinnere an eine frühere Warnung von mir: Jeder Mensch darf und muss (s)eine Regierung kritisieren, auch im frühen Status. Ich wusste länger aus anderer nationaler+Internationaler Presse, dass es innerhalb der israelischen Gesellschaft sehr heftig gärt in der Frage des Zeitpunkts der Geiselbefreiung. Der frühere Geiselbeauftragte Israels, Nitzan Alon, ein früherer Armeegeneral, hat vor drei Tagen behauptet, der Gaza-Krieg hätte mindestens schon “vor einem Jahr“ mit der lebenden Geiselbefreiung enden können, scheiterte aber an Bezalel Smotritch und an Nethanjahu.
Ja und die Hamas war ja von Tag 1 an bereit die Geiseln freizulassen. Ironie off
@Brigitte
Schön, dass Sie mir den Kopf auf dem Hals lassen. Ich war sehr oft nicht einverstanden, mit dem was Nethanjahu machte, hielt ihn in vielen Positionen aber gut für Israel. Ob Sie es glauben oder nicht, man kann tatsächlich an jemandem etwas kritisieren und ihm trotzdem wohlgesonnen sein. Es ist wie es ist Brigitte. Die Hamas hatte unrealistische Forderungen, Verhandlungen scheiterten nicht nur an der israel. Regierung. Im Nachhinein zu sagen, jemand anderes hätte es besser gemacht ist m.E. kontraproduktiv. Die Bevölkerung war auch zweigeteilt, die Demonstrationen zeigten nie die Meinung ganz Israels, einige haben die Regierung auch unterstützt. Die Schuldigen Terroristen sitzen indessen vergnügt im Gazastreifen und ich bin jeden Tag betrübt, dass sie nicht vernichtet werden konnten, auch weil alle Welt Nethanjahu Fesseln anlegten.
@Brigitte @Gideon Lahav
Der Armeegeneral, Nitzan Alon, irrt und verkennt die Realität: die Hamas ist immer noch sehr stark und in der Lage die Sicherheit Israels zu gefährden. Die Hamas ist nicht besiegt und Netanjahu muss sie besiegen, egal wie.
Shalom Antonia, nur Hier (Für Hamas und Konsorten sind demokratische Debatten, friedliche Kundgebungen gegen – oder für – eine demokratisch gewählte Regierung westlicher Firlefranz) muss ich dich korrigieren.
Die Hamas vertritt eine islamistische Ideologie, die auf den Prinzipien der Muslimbruderschaft basiert. Die höchste Gesetzgebungskompetenz liegt aus dieser Sicht bei Gott (Scharia) und nicht beim Volk oder einer demokratischen Mehrheit.
Ansonsten sind deine Aussagen im Bezug auf die Justizreform und Geiselnahme vollkommen richtig.👍
Die Hamas wusste aus historischen Ereignissen (wie dem Tausch von 1.027 palästinensischen Häftlingen gegen den einzelnen israelischen Soldaten Gilad Schalit im Jahr 2011) um die enorme Erpressbarkeit Israels durch Geiseln.
Die Geiselnahme wurde gezielt als Hebel eingesetzt, um den inneren Zusammenhalt Israels zu testen.
Bei der Kundgebung um die Justizreform haben Ausländische und israelische Sicherheitsbehörden sowie Thinktanks wie das INSS in Tel Aviv bereits im Sommer 2023 vehement davor gewarnt, dass die Feinde des Landes diese Phase maximaler interner Ablenkung und gesellschaftlicher Zerrissenheit für koordinierte Angriffe ausnutzen könnten.
Doch die israelische Regierung hat all diese Warnungen nicht ernst genommen.
Noch eines, Antonia, als Proforistin darfst du mich gerne duzen.😉
Damit ist soviel gesagt, daß jeder Kommentar meinerseits überflüssig wäre, sowohl die Pro-als auch die Kontraforisten betreffend.
SHALOM
Gideon @ Danke für Deine ausführliche Antwort. Sie lässt mich allerdings etwas ratlos zurück, denn, was Du über die Hamas und ihre islamistische Ideologie schreibst – womit ich durchaus conform gehe – zeigt die Unmöglicheit einer Friedenslösung. Zumal Hamas ja nicht nur aus der Führung – im sicheren Doha – und den Kämpfern vor Ort besteht, sondern weitgehend auch heute noch von der Zivilbevölkerung unterstützt wird. Daran wird sich vermutlich auch nichts ändern, wenn es nach den Wahlen im Herbst eine andere israelische Regierung gibt. Kein Grund zu Optimismus, leider.
Hinterher ist man immer schlauer. Nach meinem Kenntnisstand gab es keine nachweisbare Warnung vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff (wann und wo). Vagen Hinweisen ist schwer nachzukommen.
Ich weiß nicht, ob die Demo-Teilnehmer und Redner für alle Geiseln sprechen können. Nach meinem Empfinden zuviel Anklage statt Klage für eine Gedenkveranstaltung, zumindest soweit ich das verschiedenen Medienberichten entnehmen kann.
Klage im Sinne des unglaublichen Geschehens nach dem Holocaust und des nicht Begreifenwollens, im besten Fall verbunden mit einem Gebet, auch dafür, dass die restlichen Geiseln doch noch freigekommen waren. Man sollte die damalige Freude darüber nicht vergessen.
Stattdessen keine Anklage gegen die tatsächlichen Verursacher des 7. Oktober 2023, die Hamas und ihre Verbündeten. Zumindest habe ich davon nichts gelesen.
Wenn Oppositionsführer Liebermann sagt, die Warnzeichen seien erkennbar gewesen und die rechtsreligiöse Regierung habe Israel »Chaos und Anarchie« hinterlassen, klingt das für mich eher nach einer politischen Generalabrechnung, die einer Gedenkveranstaltung unwürdig ist.
@ Lothar. Bitte, nicht die Späherinnen vergessen. Frauen, die gemeldet haben, was sie gesehen haben und was ihnen auffällig erschien. Sie haben es weiter gegeben an ihre Vorgesetzten beim Militär. Israelische Soldatinnen, die sehr wohl gut beobachtet haben, dass da was im Busch ist. Dass da sich etwas anbahnen könnte. Weil Frauen sehr gut beobachten können, setzt das israelische Militär sie gerne für solche Tätigkeiten
ein.
@ Eleonora. Danke für den Hinweis. Ich weiß um die tapferen Frauen der Unit 414 im Stützpunkt Nahal Oz, ebenso um die anderen Warnungen im Vorfeld, auch auf höheren Ebenen.
Die Frauen hatten richtig erkannt, dass sich da was zusammenbraut, wenn auch nicht genau das, aber leider drangen ihre Warnungen nicht durch.
„Dass uns niemand zugehört hat, macht mich wütend“, so eine der Überlebenden „Maya Deslatnik“.
Mir liegt all das nach wie vor wie eine Last auf der Seele. Was hätte verhindert oder geschmälert werden können. Israel kann nicht an allen Fronten kämpfen und für volle Sicherheit sorgen. Ablenkung wegen der Justizreform, dem Atomprogramm des Iran und den Problemen in Judäa u. Samaria mit Verlegung von Truppen dorthin. All das kann m. E. mit dazu beigetragen haben. Und man hat sich offenbar zu sehr auf die Technologie von Langstreckenkameras, speziellen Sensorsystemen und ferngesteuerten Waffen verlassen, die von den feindlichen Kämpfern gleich zu Beginn neutralisiert wurden.
Ich lese (ungeprüft) von ca. 4000 Raketen, die auf Israel abgefeuert wurden, von Massakern in 21 Ortschaften, von etwa 6000 Gaza-Bewohnern (davon 3800 Elitekämpfer), die an 119 Orten in Israel eingedrungen sein sollen.
Das größte Problem scheint mir wirklich darin zu liegen, dass man nicht den genauen Zeitpunkt einer Invasion ausmachen konnte.
Falls doch, dann hätte Israel voll mobilisieren müssen, entlang des Grenzzauns (etwa 60 km), meiner Einschätzung nach mit mindestens ca. 10000 Soldaten und zus. Panzern, ggf. auch Unterstützung aus der Luft, um diesem Massenangriff widerstehen zu können.
@ Ich habe alles gelesen, Lothar. Es ist passiert, und ich bin sicher, dass die Israelis alles analysieren und auch aufarbeiten werden. Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können, wenn die Hisbollah auch noch in das Land durch Tunnel eingefallen wäre.
Liebe Grüße
Eleonora
Nachtrag: @ Lothar
Israel, das kleine Land am Jordan, das einzige Land, dass das jüdische Volk hat. Da können wir Christen dann auch nur die Hände falten und beten, dass Gott es schützen möge.
So ist es. Danke, Eleonora.
Liebe Grüße
Lothar
@Eleonora, und doch hat Gott es auch zugelassen.
Lieber Gruß Martin
@Untertan
Um ganz Israel zu bestrafen. Ich kann das nicht mehr hören.