An der Börse von Tel Aviv haben umweltfreundliche Unternehmen die besseren Aktien

An der Börse von Tel Aviv haben umweltfreundliche Unternehmen die besseren Aktien

Neuer Aktienindex für die Umwelt

Israel engagiert sich für den Klimaschutz. Darum gibt es neuerdings einen klimafreundlichen Aktienindex an der Tel Aviver Börse.

TEL AVIV (inn) – Die Börse in Tel Aviv (TASE) hat seit dem 6. Dezember einen neuen grünen Aktienindex: den Klimaindex TA-125 ohne fossilen Brennstoff. Dieser beinhaltet grundsätzlich dieselben Unternehmen wie der Aktienindex TA-125. Er schließt jedoch die aus, die fossile Brennstoffe verwenden.

Somit fallen von den aktuell insgesamt 128 gelisteten Unternehmen diejenigen für den neuen Index weg, die an der Förderung von Erdöl oder -gas beteiligt sind. Der Index ohne Nutzung fossilen Brennstoffes umfasst daher nur noch 111 Unternehmen. Durch seine Veröffentlichung gesellt sich der Aktienindex zu einem anderen grünen Index von TASE hinzu, der bereits am 8. November dieses Jahres veröffentlicht wurde und zwölf Produzenten von erneuerbarer Energie in Israel auflistet.

Der neue Klimaindex soll es institutionellen Anlegern erleichtern, sich von Unternehmen zu entwöhnen, die fossile Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas nutzen. Unternehmen, die Biobrennstoffe wie Holz oder Pflanzenöl nutzen, sollen hingegen gefördert werden. Umweltschützer erhoffen sich dadurch eine allgemeine Verbesserung des Klimaschutzes in der Industrie.

Fortschritte im Umweltschutz

Die Liste der Unternehmen für den Index stellte das „Forum Sauberes Geld“ zusammen, welches zum Dachverband „Leben und Umwelt“ gehört. Das Forum wurde erst in diesem Jahr gegründet und kümmert sich um die Finanzen im Zusammenhang mit der Klimakrise. Bei einer Diskussion im August, wie man öffentliche Gelder zur Verbesserung der Lebensqualität auf diesem Planeten nutzen könne, entstand die Idee für den neuen Aktienindex. Es ist nicht der erste grüne Aktienindex weltweit, jedoch der erste dieser Art in Israel. Die Initiatoren möchten dem Trend der führenden Industrieländer folgen und sich mehr für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen.

Energieminister Juval Steinitz (Likud) spricht sich aber dennoch weiterhin für die Nutzung von Erdgas aus. Erst vor Kurzem gab es einen großen Fund von Erdgas an der Mittelmeerküste Israels. Das Umweltministerium und grüne Organisationen kritisieren die Befürwortung der Nutzung. Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht Methan, dessen Entstehung erheblich zur Erderwärmung beiträgt. Auch Steinitz' Ziel, die Nutzung nachhaltiger Brennstoffe in Israel bis 2030 von 17 auf 30 Prozent zu steigern, empfinden die Organisationen als zu gering.

Von: lkn