Das Erdgasfeld „Leviathan“ im Mittelmeer. Die Firma Delek betreibt es.

Das Erdgasfeld „Leviathan“ im Mittelmeer. Die Firma Delek betreibt es.

Israel startet neue Gasförderung im Mittelmeer

Mit Beginn des Jahres nimmt Israel die Förderung eines neuen Erdgasfeldes im Mittelmeer auf. Es handelt sich dabei um das größte Energieprojekt der Landesgeschichte. Mit dem Gasfeld „Leviathan“ möchte Israel zum Erdgasexporteur aufsteigen.

JERUSALEM (inn) – Mit einer Woche Verspätung hat Israel am Silvestertag die Förderung seines größten Erdgasfeldes „Leviathan“ aufgenommen. Dies bestätigte eine Sprecherin des israelischen Unternehmens Delek. Auf der rund zehn Kilometer von der Küste entfernten Plattform sollen Gasreserven, die auf 605 Milliarden Kubikmeter geschätzt werden, gefördert werden.

Zusätzlich zu dem ökonomischen Gewinn bieten sich Israel weitere strategische Möglichkeiten. Neben bereits bestehenden Kooperationen mit anderen Ländern aus der Region sollen künftig weitere Abkommen geschlossen werden. Noch in dieser Woche finden Gespräche mit Griechenland und Zypern statt, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Deren Inhalt ist der Bau einer Mittelmeer-Gas-Pipeline nach Europa. Europäische Staaten könnten so unabhängiger von Lieferungen aus Russland werden.

Größter Abnehmer des Erdgases soll aber vorerst Ägypten werden. Im Vorfeld der Förderung haben die Betreiberfirmen einen über 15 Jahre laufenden und 17,2 Milliarden schweren Vertrag mit den ägyptischen Unternehmen East Gas und Dolphinus abgeschlossen. Mithilfe einer Unterwasser-Pipeline soll das Gas von Aschkelon Richtung Ägypten fließen. Aber auch nach Jordanien wird Israel liefern. Am Mittwoch gab es bereits eine Testlieferung. In den nächsten drei Monaten wird die Infrastruktur weiter getestet. Israel wird dann Jordanien mit Erdgas im Wert von neun Milliarden Euro beliefern. In Jordanien selbst steht das Abkommen mit Israel in Kritik. Immer wieder gibt es Anschläge auf Gastransferstationen. Auch auf politischer Ebene formiert sich großer Protest. Zu Beginn der Woche forderte das jordanische Parlament ein Verbot des Imports – ohne Erfolg.

Angst vor Umweltschäden in Israel

Die Förderung des Gases sollte eigentlich bereits im vergangenen Jahr beginnen, wurde aber durch das Jerusalemer Bezirksgericht vorläufig untersagt. Mehrere Kommunen und eine Umweltorganisation hatten das Gericht in dieser Sache konsultiert. Die Richter teilten die Bedenken der Kläger allerdings nicht.

Von: mas

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