Schutzschild gegen Flugobjekte: Der Laser „Lahav Or“

Schutzschild gegen Flugobjekte: Der Laser „Lahav Or“

Neues Laser-System im Einsatz

Mittels einer bisher einzigartigen Technologie holt Israel fliegende Brandsätze aus dem Gazastreifen vom Himmel. Armee und Polizei feiern das Gerät als Erfolg. Es könnte bestehende Abwehrsysteme ergänzen und in Zukunft sogar ersetzen.

BE’ER SCHEVA (inn) – Das neue Laser-Abwehrsystem Lahav Or („Lichtklinge“) kommt seit etwa zwei Wochen an der Grenze zum Gazastreifen gegen Brandballons zum Einsatz. Der Laserstrahl zerschießt Ballons und Drachen in der Luft und bringt sie samt ihrer Fracht zu Fall. Die Polizei veröffentlichte am Donnerstag ein Video der „Lichtklinge“ in Aktion. Tags zuvor habe es 32 Objekte abgeschossen. Seit Wochen lassen militante Palästinenser Brand- und Sprengsätze aus dem Gazastreifen nach Israel fliegen. Allein am Montag verursachten sie 36 Brände.

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Der Kommandeur der Grenzschutzpolizei, Ja'akov Schabtai, lobt das Gerät: „Heute präsentieren wir eine anwendbare und effektive Lösung zum Abfangen von Ballons.“ Es sei weltweit das erste System seiner Art. Ingenieure der Ben-Gurion-Universität entwickelten es zusammen mit dem Grenzschutz unter Schabtais Leitung. Es sei Tag und Nacht anwendbar und habe eine Reichweite von zwei Kilometern. Laut Polizeisprecher Micky Rosenfeld meistert es seine Aufgabe mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent.

Künftige Einsatzmöglichkeiten

Die Entwicklungskosten beliefen sich auf etwa eine Million Dollar. Ein Laser-Schuss kostet umgerechnet etwa einen Euro. Das System kann auf einem Lastwagen-Sattelzug umhergefahren werden. In einem Anfang des Jahres veröffentlichten Werbevideo ist zu sehen, dass „Lichtklingen“ künftig an Drohnen und Panzer montiert werden können. Sie sollen auch gegen Raketen und Mörsergranaten anwendbar sein. Über eine solche Verwendung ist bisher jedoch nichts bekannt. Polizeisprecher Rosenfeld sagte gegenüber Israelnetz, Lahav Or werde „nur gegen Brandballons“ eingesetzt.

Bisher nutzen Grenzschutz und Armee gegen fliegende Brandbomben vor allem Drohnen. Entweder werden kleine Fluggeräte mit Klingen bestückt und in die Ballons gerammt, oder größere Drohnen fangen sie ab und bringen sie kontrolliert zu Boden. In beiden Fällen warten die Sicherheitskräfte, bis die Ballons die Grenze überquert haben. Direkt hinter dem Zaun gebe es wenig Vegetation, sodass die Brandsätze dort nur geringen Schaden anrichten können, erklärte der Forschungsleiter der Armee, Nadav Livne, gegenüber der Onlinezeitung „Times of Israel“. Einsatzkräfte stehen bereit, um Brände zu löschen und Sprengkörper unschädlich zu machen.

Von: tk