Die am Gazastreifen lebenden israelischen Schüler wünschen sich einen normalen Schulalltag

Die am Gazastreifen lebenden israelischen Schüler wünschen sich einen normalen Schulalltag

Schüler leiden unter den Umständen am Gazastreifen

Viele israelische Schüler im Grenzgebiet zum Gazastreifen müssen in ihren Pausen regelmäßig die Reaktion bei Raketenangriffen üben. Zwischen Explosionen, dem Sicherheitsraum, Klausuren und dem Raketenalarm fällt ihnen die Konzentration schwer.

SDEROT (inn) – Israelische Schüler, die am Gazastreifen leben, üben regelmäßig, wie sie sich bei Raketenangriffen verhalten müssen. So auch beispielsweise vergangene Woche: In der Pause ertönten die Sirenen in Schulen im ganzen Land. Beteiligt waren insgesamt 2.354.000 Schüler, darunter 523.000 Kinder im Vorschulalter.

Die Armee arbeitet bei Übungen wie dieser mit dem Bildungsministerium sowie den örtlichen Behörden zusammen. Ziel soll sein, die Verhaltensweise der Lehrer bei einem Raketenangriff zu üben und die Eignung der Schutzräume zu überprüfen.

Als Schüler am Gazastreifen

Vor allem in den Vorbereitungen für Klausuren sei es schwer, sich zu konzentrieren, sagt die Schülerin Ofri Heitmann der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“. Die 17-Jährige wohnt in Jad Mordechai, einer Ortschaft in der Nähe des Gazastreifens. Sie erzählt von einer Prüfungssituation: Als der Lehrer gerade die Fragebögen austeilte, seien Explosionsgeräusche durch das Fenster ertönt. Sie beklagt, dass sie Fehler gemacht habe wie ein Erstklässler, obwohl sie so viel gelernt habe.

„Hier gibt es immer Explosionen“, sagt Jehonatan Assuline. Er ist Oberstufen-Schüler einer Schule in Sderot nahe des Grenzgebietes. Bei Raketenalarm müssen Schüler und Lehrer in den Sicherheitsraum gehen. Es würde circa 20 Minuten dauern, dann sei alles vorbei. Aber die Konzentration sei dann verloren. Das ständige Raketenfeuer verderbe immer wieder seine Lernpläne. Das Bildungsministerium bietet für die Schüler im Süden zwar zusätzliche Zeit für Prüfungen. Doch das sei auch keine Lösung, erläutert Jehonatan.

Aufgrund einer Immatrikulationsprüfung hofft Gil Schlomo, dass „der kommende Monat relativ ruhig sein wird“. Sie ist Schülerin aus Sderot und betont, dass seit Schuljahresbeginn Anfang September bereits 14 Tage ausgefallen seien. Sie bekämen keine zusätzlichen Tage und somit stünden sie ständig unter Zeitdruck. Die Schüler im Landeszentrum hätten diese Probleme nicht. Ihre Verschlechterung der Noten führt sie auf die Sicherheitslage zurück. Sie schildert die Angst vor Sirenen aufgrund der Raketenangriffe und den Gegenschlägen der Armee. Das plage sie nachts, wodurch ihr dann Stunden von Schlaf fehlen.

Laut einer Statistik der Armee feuerten Terroristen aus Gaza im Jahr 2019 knapp 1.300 Raketen auf Israel. Mitte November waren es binnen 24 Stunden mehr als 360 Geschosse. In einer vorerst letzten größeren Angriffswelle feuerte die Terrorgruppe Islamischer Dschihad am 23. Februar innerhalb 24 Stunden mehr als 30 Raketen auf Israel.

Von: han