Bei der feierlichen Einweihung: Präsident Herzog und Botschafter Al-Chadscha (r.)

Bei der feierlichen Einweihung: Präsident Herzog und Botschafter Al-Chadscha (r.)

Emiratische Botschaft in Israel eingeweiht

Mit der Eröffnung der Botschaft in Tel Aviv gehen die Vereinigten Arabischen Emirate einen weiteren Schritt auf dem Weg der Normalisierung. Für Amtsträger Al-Chadscha ist es allerdings nur der Anfang einer nützlichen Annäherung.

TEL AVIV (inn) – Israelische und emiratische Würdenträger haben am Mittwoch die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Tel Aviv eingeweiht. Sie befindet sich im Gebäudekomplex der Börse.

Botschafter Mohammed Mahmud al-Chadscha hatte bereits Anfang März sein Beglaubigungsschreiben an den damaligen Präsidenten Reuven Rivlin überreicht. Nun bezeichnete er die Einweihung als „wichtigen Meilenstein in der wachsenden Beziehung zwischen unseren beiden Ländern“. Der Diplomat ergänzte: „Es ist eine große Ehre, die Botschaft hier zu eröffnen. Vor zehn Monaten unterzeichneten unsere Länder die Abraham-Abkommen mit einer Vision von Würde, Wohlstand und Frieden für die beiden Völker.“

Doch dies sei erst der Anfang, sagte Al-Chadscha laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. „Beide Länder sind innovative Nationen. Wir werden diese neue Annäherung für das Gedeihen der Länder nutzen.“

Herzog: Ein Traum wurde Wirklichkeit

Auch der neue israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog nahm an der Zeremonie teil. Er sprach von einem „wichtigen Schritt für den gesamten Nahen Osten“. Die emiratische Flagge am Himmel von Tel Aviv zu sehen, wäre lange Zeit ein ferner Traum gewesen. „Heute ist es Wirklichkeit.“

Herzog rief dazu auf, die diplomatischen Beziehungen mit Staaten in der Region auszuweiten: „Dieser segensreiche Prozess darf nicht aufhören.“ Telefonate mit politischen Führern der Region hätten ihm erneut gezeigt, „dass wir mehr Partner und Verbündete haben, als wir dachten“. Dabei ging er nicht ins Detail.

Lapid wegen Quarantäne abwesend

Der ehemalige israelische Außenminister Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß) und die emiratische Ministerin für Lebensmittel- und Wassersicherheit, Mariam al-Muhairi, waren ebenfalls anwesend. Hingegen musste der jetzige Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) seine Teilnahme absagen, weil er sich in Quarantäne befindet. Während seines Besuches in Brüssel Anfang der Woche hatte sich eine Mitarbeiterin aus der Delegation mit dem Coronavirus infiziert. Lapid würdigte auf Twitter den „historischen Tag“ und kündigte an: „Wir werden den Kreis von Frieden und Normalisierung noch mehr erweitern.“

Vor zwei Wochen hatte Lapid die israelische Botschaft in Abu Dhabi und das Konsulat in Dubai eingeweiht. In Tel Aviv nahm die Zeremonie auch Bezug auf die Örtlichkeit: Würdenträger der beiden Länder läuteten mit einer Glocke den Börsentag offiziell ein.

Bereits am Dienstag hatten Al-Muhairi und der israelische Landwirtschaftsminister Oded Forer (Israel Beiteinu) ein Abkommen unterzeichnet. Darin geht es um eine Zusammenarbeit auf den Gebieten Forschung, Innovation und Entwicklung in der Landwirtschaft. Ein Thema sind dabei Erzeugnisse, die in einem Wüstenklima gedeihen können. Die emiratische Ministerin sagte: „Die Vereinigten Arabischen Emirate teilen viele Herausforderungen, wenn es um Lebensmittelsicherheit geht. Wir arbeiten zusammen, um innovative und realisierbare Lösungen für diese Herausforderungen zu finden.“

Von: eh