TAIBEH (inn) – Nahe der israelischen Ortschaft Taibeh haben Politiker am Dienstag einen neuen Bahnhof eröffnet: die Station Samaria-Taibeh. Sie ist Teil der geplanten Ostbahn, die das nördliche Samaria mit Städten in Zentralisrael verbinden soll. Der Streckenabschnitt ist 64 Kilometer lang.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) sagte laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“: „Wir verringern die Last auf der Küstenschnellstraße und ermöglichen eine parallele Strecke für alle unsere Bewohner und Bürger.“ Dies werde die Entwicklung ankurbeln und die Reisezeit im gesamten Land verkürzen.
„Als einer, der in der Vergangenheit auf dieser Strecke gefahren ist, möchte ich Ihnen dafür danken, dass Sie die Staus reduzieren und den Bürgern Israels Komfort, Mobilität und Genuss ermöglichen“, sagte Netanjahu zu den Vertretern des Regionalrats Samaria. „Wir werden weitere Durchbrüche erwirken – westwärts, ostwärts, nordwärts und südwärts.“
Regev: Weniger Lebenskosten und Unfälle
Verkehrsministerin Miri Regev (Likud) sprach von „riesigen Nachrichten für israelische Bürger“: „Es gibt ein Land, das wir verbinden.“ Das ändere die Lebenskosten, weil Staus pro Jahr umgerechnet knapp 12 Millionen Euro Kosten verursachten. „Es bedeutet auch einen Rückgang der Verkehrsunfälle, weil die Leute zu öffentlichen Verkehrsmitteln übergehen werden.“
Der Vorsitzende des Regionalrates Samaria, Jossi Dagan, äußerte sich ebenfalls euphorisch: „Nach mehr als einem Jahrzehnt entschiedener Arbeit verbinden wir Nordsamaria mit dem Staat Israel – nicht nur in Worten, sondern durch eine echte Bahnlinie.“ Sie werde zu dem Ziel beitragen, eine Million Menschen in Samaria anzusiedeln. Es ist der erste israelische Bahnhof, der offiziell das Wort „Samaria“ in seinem Namen trägt.
Wirtschaftsmagazin: Eröffnung verfrüht
Indes merkt das Wirtschaftsmagazin „Calcalist“ kritisch an, dass die Bahnstrecke noch nicht fertiggestellt sei. Zwar hätten Netanjahu und Regev das symbolische Band für die Station zerschnitten. Doch bislang führten keine Buslinien zum Bahnhof. Von einer „Verkehrsrevolution“ könne noch keine Rede sein.
Das Ostbahn-Projekt leide unter Verzögerungen: Ursprünglich sei die Fertigstellung der Strecke für April geplant gewesen. Nun sei sie auf das dritte Quartal 2027 verschoben. Die Eisenbahngesellschaft „Rakevet Israel“, die gemeinsam mit „Netivei Israel“ zuständig ist, nannte den Krieg als einen Grund: Es bestehe ein Mangel an professionellen Mitarbeitern und an technischer Ausrüstung. Zudem verzögere sich die Lieferung von Material aus dem Ausland. (eh)