„Momentan ist Israel nicht abhängig von China“

In Berlin diskutieren Experten über die chinesisch-israelischen Beziehungen. Obwohl Chinas Einfluss in Israel steigt, drohe noch keine Abhängigkeit.
Von Martin Schlorke
China-Israel

Foto: Israelnetz/Martin Schlorke

Die Wissenschaftlerinnen Galia Lavi (Mitte) und Angela Stanzel (links) diskutierten mit der Journalistin Lea Sahay über Chinas Machtansprüche

BERLIN (inn) – China ist auf dem Weg zur Weltmacht. Das ist jedenfalls das selbsterklärte Ziel des kommunistischen Landes, erklärte die China-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik, Angela Stanzel, am Mittwoch in Berlin. Anlass war die Konferenz „China und Israel: Außenpolitik, Handel und Einfluss in unstetigen Zeiten“ des Sylke-Tempel-Fellowships.

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse China weltweit den Einfluss der Vereinigten Staaten zurückdrängen – auch in Israel und dem gesamten Nahen Osten. Dazu versuche China seine Bedeutung bei internationalen Organisationen zu vergrößern oder mit Hilfe von Investitionen in Infrastrukturprojekten Abhängigkeiten zu schaffen, ergänzte Stanzel.

Auch in Israel sei diese Einflussnahme zu beobachten, sagte Galia Lavi vom Institut für nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv. Seit Jahren steige das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern sowie chinesische Investitionen in bestimmten Bereichen. Vor allem der Technologie- und Transportsektor wecke das Interesse Pekings. Als Beispiel nannte Lavi die chinesischen Investitionen beim Bau des Hafens von Haifa. Allerdings sei Israel momentan nicht von China abhängig.

USA beeinflussen chinesisch-israelische Beziehungen

Denn im Vergleich zu Europa oder den USA sei das Volumen an Handel und Investitionen gering, führte die Sicherheitsexpertin weiter aus. Daher stellten die Beziehungen zu China momentan kein Risiko für Israel dar. Das liege auch daran, dass israelische Tech-Firmen sich auch ohne staatliche Intervention von einer engen Zusammenarbeit von chinesischen Firmen fernhielten. Der Tech-Industrie sei klar, dass sie so den amerikanischen Markt verlieren könnten. Dieses Risiko wolle niemand eingehen.

Auch darüber hinaus spielten die USA eine entscheidende Rolle in den chinesisch-israelischen Beziehungen. Je besser das Verhältnis zwischen Washington und Peking sei, desto besser seien auch die Beziehungen zwischen Jerusalem und Peking. Dass die USA auch unter der Biden-Regierung den Konfrontationskurs des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trumps gegen China fortführe, habe daher spürbare Auswirkungen auf Israel. Offiziell habe Israel seine Politik gegenüber Peking nicht verändert, doch unter der Hand orientiere man sich an die USA.

Schreiben Sie einen Kommentar

11 Antworten

  1. Wir wünschen uns ein starkes China, das an der Seite Israels steht. Nur so kann die unipolare Weltherrschaft und der unersättliche Machthunger der USA ein Riegel geschoben werden. Die USA haben überall ihre Finger im Spiel, überall diktieren sie die Spielregeln um ihren Weltenthron zu sichern.

    13
    1. Der sogenannte „Weltenthron“ was immer das auch ist wird von keinem Land besetzt sondern von den Götzen dieser Welt. Gott allein sitzt auf seinem Thron und duldet keine Götzen neben sich.

      4
  2. Das einzig wirkliche Drama ist, dass Israel auch nicht abhängig ist von dem „Allgewaltigen Gott“. Jahwe alleine ist in der Lage, seinem Volk eine Perspektive zu geben. Weder die Abhängigkeit zu den USA, bestimmt aber auch nicht zu China, auch nicht zur Stärke der IDF, sind in der Lage, die „kommenden Schwierigkeiten“ zu meistern. Israel wird noch erkennen müssen, dass es auf die falschen „Sicherheiten“ gesetzt hat.
    L.G. Martin

    6
  3. Wie kann man sich nur wünschen in einer Diktatur zu leben, die alles kontrolliert und bei der Christenverfolgung schon auf Platz 17 von 50 steht! Ich lebe lieber in einer ’schlechten‘ Demokratie als in in einer ‚ganz einfachen‘ Diktatur!

    6
    1. Guten Tag Herr Joachim Zint. Haben Sie schon mal in China gelebt oder erzählen Sie Dinge, die Ihnen andere gesagt haben?
      Wenn ich mir die USA oder Europa betrachte, dann wird mir zuweilen sehr übel. Sie haben recht mit „schlechter“ Demokratie. Menschenrechtsverletzungen gibt es auch hier in Europa und in den USA. In Europa ist es nicht mehr erlaubt gewisse Dinge zu denken oder zu sagen…das geht voll in Richtung Diktatur. Warten Sie nur noch einige Zeit, dann wird es auch in den USA und Europa Christenverfolgung geben. Christen denken und glauben Dinge, die nicht mit der Demokratie und den Werten der EU übereinstimmen. Das Reich Gottes ist übrigens auch keine Demokratie.

      3
      1. Evi.
        Was sie sagen weis ich, als ein Nachfolger Jesus Christus, schon lange, wir haben diese „Antidiskriminierungsgesetz“, das dieses Gesetz kommen wird steht schon lange in der Offenbarung Jesus Christus und nicht nur da, sondern auch in verschiedenen Evangelien. Ich weis auch wer dahinter Steht das diese Gesetze kommen und gegen die Gebote Gottes stehen, aber ich weis auch wer am Ende der Sieger ist, denn Jesus sagt : „Wenn ihr von all den Dingen hört, erschrecket nicht sondern erhebet eure Häupter.“ Wo her wissen sie daß das Reich Gottes keine „Demokratie“ ist? Es ist das Reich das sich schon manche Menschen auf Erden wünschen, aber alles was auf dieser Erde ist, ist vergänglich und dem Tode geweiht. Aber das Friedensreich Gottes ist ewig. Es hat absolut nichts mit der menschlichen Denkweise von „Demokratie“ oder anderen menschlichen Systemen zu tun.

        3
      2. Hallo Evi.
        Ich habe noch nie in China gelebt. Und denn noch weiß ich wie gefährlich es ist in China als ein Nachfolger Jesus Christus zu sein denn ich bekomme viele Informationen von Glaubensgeschwister. Ist es richtig von den chinesischen Grenzbeamten, obwohl sie wissen, wenn sie Menschen aus Nord Korea erwischen, sie den Nord Koreanischenbehörten übergeben, dies Personen a. in Gefangenenlager landen?
        b. oder Hingerichtet werden, oder c. in sogenannte Sippenhaft kommen, oder d. im Tumen See ertrinken? Oder Frauen und Männer, die erwischt werden ohne Rechte sind und zwangs Verheiratet werden? Können sie, wenn sie schon für längere Zeit in China lebten, in so einem Land, das die Genfer Menschenrechts Konfession mit Unterschrieben hat, beruhigt Leben? Wo sogar die eigene Bevölkerung Total überwacht wird?

        1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen