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Mit Luftwaffe und Bodentruppen in Dschenin

Israel reagiert auf eine Serie von Anschlägen mit einer Militäroperation in Dschenin. Dabei kommt auch die Luftwaffe zum Einsatz.
Von Israelnetz

DSCHENIN (inn) – Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Montag Terrorziele in Dschenin angegriffen. Armeeangaben zufolge ist die Offensive im Westjordanland eine Reaktion auf eine Reihe von tödlichen Anschlägen gegen Israelis, die Palästinenser aus der Stadt und ihrer Umgebung in den vergangenen Monaten verübten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kamen bei den Luftschlägen acht Palästinenser ums Leben. Mindestens 27 Menschen seien verwundet worden. Ob es sich um Terroristen handelt, war zunächst nicht klar.

Ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Das Ziel dieser umfangreichen Operation ist es, Dschenins Rolle als heilige Stadt für Terror zu beenden. Sie wird so lange dauern, wie es nötig ist.“

Die Armee bestätigte einen Angriff auf „Terrorinfrastruktur“ in Dschenin kurz nach 1 Uhr Ortszeit. Dieser habe einer gemeinsamen Einsatzzentrale mehrerer Gruppen gegolten, die als Treffpunkt für bewaffnete Terroristen vor und nach Anschlägen diente. Zudem hätten Palästinenser dort Munition und Bomben versteckt. Nach dem ersten Beschuss wurden mindestens zehn Drohnen für weitere Angriffe eingesetzt.

„Keine Operation gegen Autonomiebehörde“

Auch Bodentruppen beteiligten sich an der Operation. Dabei seien eine Rakete, Sprengsätze und andere Waffen entdeckt worden, teilte das Militär mit. Es habe mindestens 20 Festnahmen von Terrorverdächtigen gegeben. Ein Soldat sei durch Splitter einer Granate leicht verletzt worden, die andere israelische Truppen einsetzten.

Armeesprecher Daniel Hagari betonte indes: „Das ist keine Operation gegen die Palästinensische Autonomiebehörde, sondern gegen die Terrorgruppen in Dschenin.“ Palästinensischen Berichten zufolge erhielten Bewohner Textnachrichten mit der Aufforderung, in ihren Häusern zu bleiben. Mitglieder bewaffneter Gruppen seien zudem aufgerufen worden, ihre Waffen niederzulegen und sich zu ergeben.

Terroristen greifen Soldaten an

In palästinensischen Medien war vom Abschuss einer israelischen Drohne die Rede. Die örtliche Terrorgruppe „Dschenin-Bataillon“ gab bekannt, ihre Mitglieder hätten das Feuer auf israelische Truppen eröffnet und Militärfahrzeuge mit Sprengsätzen angegriffen.

Palästinensische Medien berichteten, PA-Sicherheitskräfte hätten ein wichtiges Mitglied des „Dschaba’-Bataillons“, einer weiteren bewaffneten Gruppe, festgenommen. Demnach stand Morad Malajscha seit über einem Jahr auf Israels Liste der wegen Terroraktivitäten gesuchten Palästinenser.

Der israelische Verteidigungsminister Joav Gallant (Likud) erklärte auf Twitter: „Wer den Bürgern Israels schadet, wird einen hohen Preis zahlen.“ Er fügte an: „Wir beobachten das Verhalten unseres Feindes genau. Der Verteidigungsapparat ist auf jedes Szenario vorbereitet.“

Hamas solidarisch

Hamas-Führer Ismail Hanije bekundete Solidarität mit der Stadt im Westjordanland: „Das Blut, das in Dschenin vergossen wird, wird die nächste Phase bestimmen, auf allen möglichen Wegen. Unser Volk und seine Widerstandskämpfer sind in der Lage, auf diese barbarische Aggression zu antworten.“ Die israelischen Sicherheitskräfte bereiten sich auf einen möglichen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen vor.

Der Sprecher von PA-Präsident Mahmud Abbas (Fatah), Nabil Abu Rudeine, bezeichnete die israelische Operation laut der palästinensischen Nachrichtenseite WAFA als „ein neues Kriegsverbrechen gegen unser schutzloses Volk“. Premier Mohammed Schtaje (Fatah) sagte in der wöchentlichen Kabinettssitzung, Israel versuche, das Flüchtlingslager Dschenin auszulöschen. Das palästinensische Volk werde sich der Aggression nicht unterwerfen. Es werde Widerstand leisten „bis zum Untergang der Besatzung“.

Ägypten und Jordanien verurteilten die Militäroffensive. Der palästinensische Verhandlungsführer Hussein al-Scheich sagte in einem Telefonat mit dem jordanischen Außenminister Ajman Safadi: „Diese fortgesetzte Aggression gegen unser Volk wird die Region in eine Spirale der Gewalt und Instabilität ziehen.“

Bereits am 21. Juni hatte Israel mit einer Drohne ein Auto angegriffen, in dem nördlich von Dschenin drei bewaffnete Palästinenser unterwegs waren. Sie wurden dabei getötet. Es war laut Armee der erste Einsatz dieser Art im Westjordanland seit 2006.

Palästinenser bei Ramallah getötet

Ein weiterer Vorfall hat offenbar keinen Bezug zur Operation in Dschenin. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde am Montag ein 21-jähriger Palästinenser am Eingang zu Al-Bireh bei Ramallah von Soldaten erschossen. Die näheren Umstände sind nicht bekannt.

Seit Jahresbeginn starben bei palästinensischen Anschlägen in Israel und dem Westjordanland 24 Menschen. Im gleichen Zeitraum wurden 142 Palästinenser getötet, meist bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften oder bei eigenen Angriffen. Aber auch unbeteiligte Zivilisten sind unter den Toten, schreibt die „Times of Israel“. (eh)

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8 Antworten

  1. Ich wünsche der Militäroperation viel Erfolg, aufdass es danach einen zeitlich begrenzten Frieden gibt. Leider sind die Mächte wie der Iran NICHT am Frieden interessiert, sodass diese Militäroperation NICHT die letzte sein wird. Ich finde, die eingepfropften Zweige, auch in GER, müssen mehr Solidarität mit Israel zeigen, es geht darum, auf der RICHTIGEN, ISRAELISCHEN SEITE zu stehen, wenn es um militärische Auseinandersetzungen gegen Terroristen geht.

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  2. Das hochgerüstete Israel wird den palästinensischen Widerstandskampf gegen die Besatzung selbst mit seinen entwickelten Spezialwaffen inklusive seiner Luftwaffe auf die Dauer nicht gewinnen können. Die Besatzung muß beendet werden!

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  3. Dschenin, einer der kriminellsten und schlimmsten Terror – Orte in Israel.
    Jedes Recht der Welt hat die israelische Armee dort die Mörder ausfindig zu machen.
    Gerade Deutsche sollten den Mund halten mit dem Wort: Besatzung!
    Sie leben in Sicherheit in der BRD und haben null Ahnung mit was sich Israel jeden Tag rumschlagen muss.
    Deutsche haben mehr Unglück damals in die Welt gebracht mit ihrem Krieg, Morden, Besatzungen.
    Sie, die Kritiker, Besserwisser, würden das israelische Volk opfern, wie damals die deutschen Nazis, pro arabische Führer und Terror- Organisationen.
    Solange die Putins, Assads, Mullahs uva. nicht verurteilt werden, die Menschen abschlachten ließen und lassen, wird es niemals Frieden geben. Im Gegenteil, die Rüstung boomt.
    France ist dieser Tage ein wiederkehrendes Beispiel, wie Hass von Migranten ausgelebt wird in Zerstörung.
    Fleißige, integrierte Flüchtlinge werden durch solche mit in den Abgrund gezogen, auch in der BRD.
    Die deutsche feministische Außenpolitik wird in arab. Ländern belächelt. Kriechen Diener machend vor
    Führern, die Menschenrechte mit Füßen treten.
    OT:
    Wobei – heute haben in der BRD Richter Recht gesprochen über den Flüchtling, der das 14 J. Mädchen ermordet hat auf dem Weg zur Schule. Mögen die arabischen Clans auch irgendwann verurteilt werden
    bzw. abgeschoben.
    OT: Ich fliege Morgen von Israel zurück. Zwei gute Wochen mit kompetenten Menschen gearbeitet. Israel kann man nur lieben – das werden die Israel-Hasser nie kapieren.
    Shalom aus dem Herzensland.

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    1. @Am Israel chai
      „Dschenin, einer der kriminellsten und schlimmsten Terror – Orte in Israel.
      Jedes Recht der Welt hat die israelische Armee dort die Mörder ausfindig zu machen.“
      An diesen beiden Sätzen ist so ziemlich alles falsch. Jenin ist kein Teil des israelischen Staatsgebiets. Es liegt im Westjordanland in Area A, wo israelische Sicherheitsorgane keinerlei Befugnisse haben. Das israelische Regime ist auch hier mal wieder im Unrecht, aber das hat es bisher noch nie gestört, zumal auch fast der gesamte Rest der Welt diesem Treiben tatenlos zusieht.

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      1. Nicht nur das fast der gesamte der Rest der Welt diesem Treiben tatenlos zusieht.
        Alle UN-Resolutionen blieben für Israel folgenlos

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  4. Nun abgeschoben werden diese Clans nicht, Libanon hat ihnen, wenn sie in palästinensischen Flüchtlingslagern waren, anders als Jordanien die Staatsbürgerschaft verweigert. Als Deutschland sie aufgenommen hat lebten sie mit dem Flüchtlingsausweis der EU und haben sich oft einbürgern lassen.
    Eine Ausbürgerung die zur Staatenlosigkeit führt ist in der Bundesrepublik Deutschland durch die Shoah nicht möglich und Bundesbürger dürfen nicht abgeschoben werden.

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