Israelische Zentralbank analysiert Gründe für moderate Inflation

Vieles wird teurer, auch in Israel. Doch verglichen mit den USA oder Europa ist die Inflationsrate noch mäßig. Die israelische Zentralbank hat sich auf die Suche nach Gründen begeben.
Von Israelnetz
Der 200-Schekel-Schein ist die Banknote mit dem höchsten Wert

Foto: Israelnetz/mh

Auch in Israel bekommen die Bürger weniger Ware für ihr Geld. Die Inflationsrate lag zuletzt bei 4,4 Prozent.

JERUSALEM (inn) – Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und Unsicherheit der Weltwirtschaft. Die Gründe für die aktuelle Teuerung sind bekannt. Weltweit steigen Inflationsraten und einige Verbraucher geraten an ihre existentielle Grenze. Auch in Israel steigt die Inflation auf 4,4 Prozent, wie es das Zentrale Statistikbüro kürzlich mitteilte. In anderen Regionen der Welt liegen die Raten jedoch weitaus höher. Demnach beträgt die Teuerung in den USA 9,1 Prozent und 9,4 Prozent in Großbritannien.

Die Zentralbank in Israel hat nun analysiert, warum dieser Unterschied zustande kommt. Noch in der ersten Jahreshälfte 2021 rangierte Israel etwa auf gleichem Niveau mit den USA und den europäischen Staaten. Der Zielbereich der Zentralbank von 1 bis 3 Prozent Inflation wurde eingehalten.

In der zweiten Jahreshälfte änderte sich die Weltwirtschaft deutlich. Zog die Rate in den westlichen Ländern an, war in Israel der Anstieg noch gering. Erst mit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 stieg die Inflation auch in Israel an, wenngleich nicht so deutlich, wie in den Vergleichsstaaten.

Israel unabhängiger von weltweiten Energiepreisen

Wie das israelische Wirtschaftsportal „Globes“ berichtet, macht die Zentralbank vorrangig die Schwankungen der globalen Energiepreise für den Unterschied verantwortlich. Ab Mitte 2021 erhöhten sich die Energiepreise weltweit – somit auch die Inflation. Da in Israel die Verbraucher jedoch verglichen mit anderen Ländern weniger für Energie ausgeben, traf es die Israelis nicht allzu hart.

Hinzu kommt, dass Israel selbst Erdgas fördert und eigene Ressourcen nutzen kann. Außerdem sind die Verträge mit ausländischen Partnern langfristig festgelegt, weshalb die Kosten für die Verbraucher zunächst gedeckelt blieben.

Die Analysten der israelischen Zentralbank vermuten unter diesen Umständen, dass sich der Trend der unterschiedlichen Inflationsraten im Winter weiter fortsetzen wird. Da die westlichen Staaten noch mehr Geld für Energie ausgeben müssen, kann Israel wegen seiner größeren Unabhängigkeit auf moderate Preissteigerungen bei der Energie hoffen.

Analyse stützt auf Wirtschaftsforschung

Wirtschaftswissenschaftler untersuchen bereits seit den 1990er Jahren die Vergleichbarkeit von Preisanstiegen. Da die meisten Staatsbanken ähnliche Ziele für Raten beschließen und versuchen, diese durch gleichartige Programme zu erreichen, nähern sich diese Raten oftmals an. Wenn globale Krisen aufkommen, gibt es allerdings Differenzen. Besonders die lokalen Preise für Lebensmittel und Energie lassen Unterschiede in der Inflation zu. Technische Waren oder Dienstleistungen jedoch beeinflussen die Teuerung nicht so stark.

Unter dieser Annahme der Wissenschaft und der Analyse der aktuellen Zahlen geht die Zentralbank davon aus, dass hauptsächlich lokale Entwicklungen für die Unterschiede verantwortlich sind. In der gegenwärtigen Situation spielen die regional unterschiedlichen Energiepreise eine entscheidende Rolle. (joh)

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5 Antworten

  1. In Israel war es schon immer teurer als z.B. bei uns.
    Man sehe sich hier die gestiegenen Preise an und dort, eigentlich weltweit,
    sieht es nicht anders aus. Inflation steigt überall.
    Auch wenn es uns nicht betrifft, die Armut wird zunehmen und Hungersnöte weltweit
    größer.
    Manchmal stelle ich mir die Frage, ob es ” gewollt” ist und wer hat das Nutzen?

    4
    1. Klaus Schwab schreibt in seinem Buch über die neue Weltordnung: Die Bürger werden nichts mehr besitzen, und glücklich sein. Schöne neue Weltordnung!

      3
  2. Antwort an Am Israel chai: wir befinden uns in einem Zustand der himmlisch gewollten Gerichts-Phasen, angefangen mit Corona, jetzt Putin mit allen Auswirkungen, dann wird Getreide: Weizen seeeehr teuer, Gerste ein Drittel vom Preis und d a n a c h wird ein V i e r t e l der gesamten Weltbevölkerung sterben….durch Hunger, Krieg…..siehe Off 6……
    Nutzen…?? Wenn es einen Nutzen geben kann, dann ist es der, dass
    etliche Menschen in ihrer NOT wohl nach Gott schreien, suchen werden…und dann wird er sich finden lassen. Ansonsten ist Gericht immer Gottes Antwort auf Sünde-n….und darüber gibt es endlos viele
    Bestätigungen in der Bibel…Gottes “Führerschein” für ein Leben, das in die Freiheit führt und aus
    Bindungen herauslöst. shalom

    6
    1. Es ist natürlich leicht, von „himmlisch gewollten Gerichts-Phasen“ zu fabulieren, wenn man nicht selbst betroffen ist. Für wen denken Sie, wird Getreide Weizen seeehr teuer??? Doch wohl eher für die Menschen in Afrika und dem Nahen Osten, die schon jetzt am Existenzminimum leben
      Unfassbar, was Sie hier von sich geben!

      21

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