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Israelische Kampfpiloten geehrt

Nach 50 Jahren ehrt die Luftwaffe Teilnehmer eines Pilotenkurses. Einer flog einen israelischen Premierminister zu einem historischen Termin nach Ägypten.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Die israelische Luftwaffe hat Piloten ausgezeichnet, die vor 50 Jahren ihren Kurs beendeten. Die Absolventen der Kurse Nummer 66 und 67 erhielten am vergangenen Dienstag die „Goldflügel“. Viele der Geehrten kämpften im Oktober 1973 im Jom-Kippur-Krieg. Einer von ihnen ist Ja’akov Ja’akovi.

Bei der Zeremonie erzählte er, wie er sich bei stürmischem Wetter an einem großangelegten Angriff auf den syrischen Generalstab in Damaskus beteiligte. Sein Flugzeug wurde getroffen, die beiden Piloten mussten es verlassen. Sein Partner Dubi Schapir kam ums Leben, er selbst brach sich die Hand und geriet in syrische Gefangenschaft.

„Nach 24 Stunden Verhör brachten mich die Syrer zu ‚Radio Damaskus‘, um eine ‚Warnung‘ an die Piloten zu senden, dass sie es nicht wagen sollten, nach Syrien zu fliegen“, sagte Ja’akovi bei der Feier laut einer Mitteilung der Luftwaffe. „Als man in Israel meine Stimme hörte, wusste man, wer überlebt hatte und wer getötet worden war.“

Ja’akovi erholte sich von den Verletzungen und der Geiselhaft – und stieg wieder ins Cockpit, als er für tauglich erklärt worden war. Zudem unterrichtete er an einer Flugschule. Den Reservedienst leistete er in der Einheit für Raketentests am Palmachim-Stützpunkt. Heute gibt er seine Erfahrungen an Auszubildende der Luftwaffe weiter.

Israelischer Pilot gerettet, ägyptischer Fallschirmjäger mitgenommen

Arje Ron wiederum flog einen Hubschrauber. In den ersten Tagen des Krieges wurde er mit Sanitätern nach Ägypten beordert, um einen Piloten zu retten, dessen Flugzeug in der Nähe des Suezkanals abgeschossen worden war: „Ich flog auf einem sehr niedrigen Kurs dorthin, um das Radio zur Rettung von Piloten zu hören, das lief, um mit ihm in Verbindung zu treten und seinen Standort ausfindig zu machen.“

Die Aktion gelang, der Pilot wurde unversehrt in den Hubschrauber aufgenommen. Auf dem Rückflug entdeckte er auf dem Boden einen rot-weißen Fallschirm und einen ägyptischen Offizier, der sich beide Beine gebrochen hatte. „Ich wies das Team an, auch ihn aufzunehmen“, erinnerte sich Ron.

Dann habe er der Basis mitgeteilt, dass er einen weitern Piloten mitbringe. „Ich flog ohne Piloten los und kam mit zweien zurück“, fasste Ron sein Kriegserlebnis zusammen. Nach der Rückkehr hätten er und sein Team getankt, zu Mittag gegessen – und auf den nächsten Einsatz gewartet.

Rekordhalter flog Begin nach Ägypten

Als Rekordhalter bei den Flugstunden wurde der 71-jährige Jehuda Chaim aus Javne geehrt. In einem Zeitraum von 42 Jahren hatte er 9.152 Stunden in der Luft verbracht, berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“.

Ein besonderer Passagier war der damalige israelische Premierminister Menachem Begin (Likud): Ihn flog er nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens im März 1979 Anfang April nach Ägypten.

Bei der Zeremonie sagte Chaim: „Es gibt Flüge, von denen man bis heute nicht erzählen kann. Normalerweise geht es, wenn man über Piloten spricht, um Abstürze und Angriffe. Ich kann viel über die Friedensprozesse erzählen. Und ich bin stolz darauf. Ich habe mehr als einmal Staatsmänner auch zu Geheimgesprächen in Staaten geflogen, mit denen Israel keine Beziehungen hat.“ Manchmal seien sie verkleidet gewesen – wie etwa Mosche Dajan und Jitzchak Rabin.

Nach dem Dienst bei der Luftwaffe arbeitete Chaim als Flugkapitän für die israelische Fluglinie El Al. Ehrenamtlich unterrichtete er an Oberschulen. Krebskranke Kinder nahm er mit zum Flugsimulator.

Luftwaffenchef: „Ihr habt Geschichte geschrieben“

Luftwaffenkommandeur Tomer Bar würdigte die ehemaligen Kampfpiloten: „Ihr habt das Zuhause verteidigt und wunderbare Kapitel in der Geschichte des Luftkampfes geschrieben, Kapitel, die bis in unsere Tage hinein von Bedeutung sind.“ Sie hätten die Werte der Mission und des Heldentums auf ihren Schultern getragen und sich großen Herausforderungen gestellt.

„Dieser Abend ist für euch eine Anerkennung für Jahre des Beitrags und dafür, dass ihr ein Vorbild für Freiwilligkeit, Hingabe und Opferbereitschaft seid“, fügte Bar hinzu. (eh)

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6 Antworten

  1. Danke @ Red. OT: Für mich wird immer das Ehrenfoto sein, als 1967 die drei Elite- Fallschirmspringer die Kotel erblickten.
    Toda raba zu allen Beschützern Israels, zu allen
    Soldaten und Soldatinnen.

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    1. David Rubinger war etwas sauer, dass er für dieses Bild so wenig Geld bekommen hat.
      Na und ich bin dankbar, bestimmte Kommentare hier nicht mehr lesen zu müssen, die diese Piloten jetzt negativ bewerten würden. Nun denn, ich war schon in einer Situation mit einem Piloten der EL AL da man merkte wie gut die Ausbildung ist, bzw. dass ein Kampfpilot die Boeing flog.

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  2. Shalom,-Am Israel chai@-Ich schliesse mich Deiner Meinung an! Danke auch an @Red. Jerusalem

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  3. Der im Bericht genannte Personenkreis ist in jeder Hinsicht vorbildlich zu bewerten, die Auszeichnungen erfolgen zu Recht. Ich kann Israel nur beglückwünschen und JAHWE danken, dass er solche Menschen ins Leben gerufen hat, obwohl sie es oft riskiert haben und auch Opfer zu beklagen sind. Ihre Befehlsausübungen, vielleicht auch manchmal über ihre Kompetenz, zeichnen diese Generation aus. Sie haben im wahrsten Sinne ihrem Land gedient. Solche Menschen werden vor dem aktuellen Background dringend benötigt. JAHWE möge sie Israel wieder schenken. Shalom.

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