Israel plant Forschungszentrum für Quantencomputer

Die israelische Regierung fördert den Bau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums für Quantencomputer. Mehrere Unternehmen beteiligen sich an dem Projekt.
Von Israelnetz
Israel hat jetzt einen Quantencomputer

Foto: Weizmann Insitut / Freddy Pizanti

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben bereits den ersten israelischen Quantencomputer entwickelt

JERUSALEM (inn) – Israel möchte bei den weltweiten digitalen Entwicklungen mithalten. Deshalb investiert es in den Bau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums für Quantencomputer. Dies berichtet die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“. Die Innovationsbehörde hat vorige Woche angekündigt, rund 30 Millionen Euro für den Bau des Zentrums auszugeben.

Das israelische Start-up „Quantum Machines“ soll das Zentrum leiten. Gemeinsam mit weiteren Unternehmen arbeitet es daran, dass Israel über das wissenschaftliche Know-how zum Bau eines Quantencomputers verfügt. Außerdem ist das Ziel, zu unternehmerischen Zwecken diese besonderen Computer zu konstruieren.

Universelle Sprache für Quantencomputer bereits entwickelt

Begehrt sind Quantencomputer vor allem deshalb, weil sie eine extrem hohe Rechenleistung besitzen. Diese ist exponentiell so hoch, wie die Leistung von einem gewöhnlichen Hochleistungscomputer. Für diverse Branchen und Infrastrukturen haben Quantencomputer einen erheblichen Vorteil – etwa in der Sicherheit, Wirtschaft und Technik. Daher ist der jüdische Staat gewillt, in die Technologie zu investieren.

Das leitende Unternehmen „Quantum Machines“ bietet seinen in- und ausländischen Kunden bereits zahlreiche Hardware- und Softwarelösungen an, die auf Quantentechnologie beruhen. Die Firma wurde auch deshalb ausgewählt, das Zentrum zu verantworten, da die Mitarbeiter bereits eine universelle Standardsprache für Quantencomputer (QUA) entwickelt haben. Durch die QUA können verschiedene Computer an einem einheitlichen Code schreiben.

Zentrum Teil einer größeren Strategie

Das neue Quantenzentrum ist Teil der israelischen nationalen Quanteninitiative. Seitdem diese 2018 ins Leben gerufen wurde, investierte der Staat bereits rund 400 Millionen Euro. Ziel der Initiative ist es, einzelne Projekte zu fördern und zur internationalen Zusammenarbeit und Entwicklung aufzurufen.

Neben dem Bau des Zentrums gab die zuständige Behörde im Februar bekannt, etwa 30 Millionen Euro in die Entwicklung eines eigenen staatlichen Quantencomputers zu investieren. Kürzlich wurde bekannt, dass weitere finanzielle Aufwendungen zugunsten der Entwicklung eines Quantencomputers zu militärischen Zwecken vom Verteidigungsministerium geplant sind.

Laut einer Pressemitteilung von „Quantum Machines“ sagte der Geschäftsführer, Itamar Sivan: Ziel sei es, „israelischen Unternehmen Zugang zu den fortschrittlichsten Quantentechnologien und -diensten zu verschaffen, damit sie tiefgreifende Quantenexpertise in Industrie und Wissenschaft entwickeln können“. Er betonte außerdem die Bedeutung des Zentrums, um künftig global führend agieren zu können.

Die weltweite Konkurrenz ist stark: Im vergangenen Jahr gaben Staaten rund 500 Millionen Euro für den Bau oder die Erforschung von Quantencomputern aus. Aktuelle Marktprognosen sagen eine massive Erhöhung dieser Investitionen voraus: Im Jahr 2026 könnten global schon 1,7 Milliarden Euro für die Quantentechnologie ausgegeben werden. Derzeit sind Länder wie China, Japan, die USA und Deutschland führend. Israel möchte nun mit dem Bau des Forschungszentrums ein Signal senden. (joh)

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Eine Antwort

  1. Ob das im Interesse Gottes ist? In der Bibel steht nichts von Quantencomputern und die ist doch wohl wichtiger für Gottes Eigentumsvolk als irgendwelche neumodischen Wissenschaften.

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