Israelis stellen „kleinste Technologie der Welt“ vor

Die Universität Tel Aviv präsentiert einen Datenspeicher, der aus nur zwei Atomschichten besteht. Er soll elektronische Geräte stromsparender machen. Als Herausforderung bleibt der Herstellungsprozess.
Zusammengerückte Welt: Ein Film aus zwei Atomschichten zum Speichern von Informationen

Foto: Universität Tel Aviv; Screenshot Israelnetz

Zusammengerückte Welt: Ein Film aus zwei Atomschichten zum Speichern von Informationen

TEL AVIV (inn) – Forscher der Universität Tel Aviv haben das nach eigener Darstellung „kleinste Stück Technologie“ entwickelt: Einen Datenspeicher, der aus zwei Atomschichten mit Boron- und Wasserstoffatomen in Kristallform besteht. Ihre Entwicklung präsentierten sie am 27. Juni in einem Kurzfilm.

Durch eine bestimmte Anordnung der Schichten wird die Symmetrie des Kristallgitters gebrochen. Dadurch entsteht eine elektrische Polarisation. Aufgrund von Quantumeffekten können Elektronen zwischen den Schichten hin und her springen und als Informationsträger fungieren.

Stabil bei Raumtemperatur

Im Jahr 2017 hatte das amerikanische Computerunternehmen Intel einen „Ein-Atom-Datenspeicher“ vorgestellt, der auf der Änderung der magnetischen Richtung eines Holmium-Atoms beruht. Dieser Ansatz bedarf allerdings noch einer Schicht aus Magnesiumoxid und benötigt flüssiges Helium für die Kühlung.

Die Entwicklung der Israelis bleibt hingegen auch bei Raumtemperaturen stabil, wie die Physikerin Ma’ajan Visner aus der Forschungsgruppe um Mosche Ben-Schalom gegenüber Israelnetz erklärt. Dies sei besonders bei zwei Schichten eine Herausforderung – diese gemeistert zu haben sei das Neue bei dieser Entwicklung.

Herstellungsprozess als Problemfaktor

Die Forscher erhoffen sich von ihrer Entwicklung Verbesserungen bei elektronischen Geräten, wie sie derzeit im Alltag Anwendung finden, etwa bei Festplatten und anderen Datenspeichern: Abgesehen von einer höheren Speicherdichte soll sich der Stromverbrauch verringern und die Geschwindigkeit der Datenströme erhöhen.

Die größte Herausforderung, um diese Technologie auf den Markt zu bringen, bestehe im schwierigen Herstellungsverfahren der Schichten in dieser bestimmten Anordnung. Doch die Forscher rechnen damit, dass es bald vereinfachte Verfahren dafür gibt. An der kalifornischen Universität Berkeley haben Forscher laut Visner die Schichten in dieser Anordnung bereits chemisch wachsen lassen.

Von: df

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