LONDON (inn) – Wie schon andere Länder zuvor verschreibt sich nun auch Großbritannien einem Boykott israelischer Siedlungsprodukte. Außenminister Ed Miliband (Labour) verkündete die Maßnahme am Dienstag im Parlament. Kernziel sei es, die Möglichkeit einer „Zwei-Staaten-Lösung“ zu erhalten.
Miliband erklärte, die Maßnahme erfolge im Rahmen eines neuen Ansatzes. Bislang habe Großbritannien dabei zugesehen, wie die „Zwei-Staaten-Lösung“ unterwandert werde. Ab sofort werde Großbritannien solche Entwicklungen nicht nur anprangern, sondern aktiv dagegen vorgehen. „Wir werden die Zerstörung der Zwei-Staaten-Lösung nicht hinnehmen.“
Der Maßnahme schlossen sich Frankreich und Kanada an. Zuvor hatten bereits Belgien, Irland, die Niederlande, Norwegen und Spanien einen Siedlungsboykott auf den Weg gebracht. Am Dienstag erklärten sechs weitere Länder, darunter Finnland und Portugal, solche Maßnahmen zu ergreifen. Sie sprachen sich außerdem für eine europaweite Restriktion des Handels mit Siedlungen aus.
Umfassende Maßnahmen
Miliband warf Israel in seiner Rede vor, im Westjordanland „ethnische Säuberung“ zu betreiben. Zudem verurteilte er die Siedlergewalt, ließ palästinensische Terroraktionen in dem Gebiet aber unerwähnt. Er erklärte weiter, die Regierung betrachte fortan nicht nur die israelischen Siedlungen als illegal, sondern die gesamte „Besatzung“.
Aus israelischer Sicht handelt es sich nicht um eine „Besatzung“, da das Gebiet vor der Eroberung im Sechs-Tage-Krieg 1967 keinem souveränen Staat gehörte. Israel spricht von „umstrittenen Gebieten“, verwendet aber in der Regel die biblische Bezeichnung Judäa und Samaria.
Zu den Maßnahmen gehört auch die Sanktionierung von Unternehmen, die in Siedlungen tätig sind, etwa durch Beteiligung am Häuserbau oder durch Finanzleistungen. Zudem würden Veranstaltungen in Großbritannien verboten, die Immobilien im Westjordanland vermitteln.
Des Weiteren erweitert Großbritannien das Waffenembargo. Es seien bereits mehr als 30 Genehmigungen für Rüstungsexporte ausgesetzt, die Israel im Gazastreifen einsetze, erklärte Miliband. Nun kämen weitere für Waffen hinzu, die dazu dienten, die „Besatzung“ aufrechtzuerhalten.
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Gegen BDS-Kampagne
Miliband betonte, der Boykott betreffe nicht das staatliche Israel. Deshalb stelle er sich auch gegen die Israel-Boykott-Kampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen).
In seiner Rede forderte er zudem weitere Hilfsgüter für den Gazastreifen. Der 56-Jährige verurteilte das Terrormassaker vom 7. Oktober, kritisierte jedoch die militärische Reaktion darauf. Israel habe dem Anschein nach Kriegsverbrechen begangen. Dies sei ebenso zu prüfen wie die Frage, ob Israel einen Genozid verübt habe. Miliband beklagte mit Bezug auf Hamas-Zahlen, Israel habe 70.000 Palästinenser getötet; dabei unterschied er nicht zwischen Terroristen und Zivilisten.
Vier Gegenmaßnahmen angekündigt
Der israelische Außenminister Gidon Sa’ar (Neue Hoffnung) warf Miliband in einer Reaktion vor, „unerhörte Lügen“ zu verbreiten. Er betonte, Israel habe nichts gegen das britische Volk. Doch aktuell sei eine „feindliche“ Regierung im Amt. Er kündigte als Reaktion vier Maßnahmen an. Im Kern zielen sie darauf ab, den britischen Einfluss in der Region zurückzudrängen:
# Die Schließung des britischen Konsulats in Ostjerusalem – dieses fungiert als faktische Botschaft für die Palästinenser
# Den Ausschluss britischer Vertreter vom internationalen Gaza-Unterstützungszentrum in Kiriat Gat
# Das Ende der Ausbildung palästinensischer Sicherheitskräfte durch die Briten in Ramallah
# Die Verweigerung der Einreise von zwölf Briten, die in anti-israelische Aktivitäten involviert seien oder Israel ganz ablehnten, darunter Labour-Abgeordnete
Ein Korrespondent des britischen Senders „Sky News“ erklärte am Dienstagabend, die Schließung des Konsulats habe das dortige Personal überrascht. Die Diplomaten hätten mit Maßnahmen wie der Einbestellung des Botschafters gerechnet, doch nicht mit so einem Schritt.
Sa’ar betonte weiter, Israel werde auch gegenüber anderen Ländern, die eine ähnliche Politik starten, Maßnahmen ergreifen. Juden hätten das Recht, im ganzen Land Israel als ihrem ursprünglichen Heimatland zu wohnen. Er bezog sich auf die Beschlüsse des Völkerbundes, die die Vereinten Nationen übernommen hatten.
Palästinenser: Schritt in die richtige Richtung
Die Palästinensische Autonomiebehörde begrüßte die Initiative. Es handele sich um einen „Schritt in die richtige Richtung“. Es sei wichtig, diesen mit weiteren internationalen Maßnahmen zu begleiten, „um die koloniale Siedlungsausweitung zu stoppen“. Präsident Mahmud Abbas (Fatah) rief weitere Länder dazu auf, den „Staat Palästina“ in den „Grenzen von 1967“ mit Ostjerusalem als Hauptstadt anzuerkennen.
Die USA hielten sich mit einem Kommentar zu dem Vorstoß zunächst zurück. Außenminister Marco Rubio (Republikaner) erklärte lediglich, Washington teile das Anliegen, Stabilität in Nahost zu fördern.
Umstrittener Siedlungsplan
Unmittelbarer Anlass der Maßnahmen ist die geplante Bebauung des Gebietes E1 östlich von Jerusalem. Das 12 Quadratkilometer große Areal liegt im Westjordanland in der Zone C, wo Israel gemäß den Oslo-Verträgen die volle Kontrolle hat, und innerhalb der Stadtgrenze der Siedlung Ma’ale Adumim.
Die Pläne hatte Israel schon 1994 unter dem damaligen Regierungschef Jizchak Rabin (1922–1995) entworfen, auf internationalen Druck hin aber eingefroren. Die aktuelle Regierung erneuerte sie im August 2025. Finanzminister Smotritsch stellte die Pläne vor und betonte, diese dienten dazu, die „Zwei-Staaten-Lösung“ zu begraben. Dies zitierte Miliband auch in seiner Rede.
Israel versteht den geplanten Bau zudem als weiteren Schutz für die Hauptstadt Jerusalem vom Osten her. Nach Einschätzung vieler Länder würde dies jedoch das Westjordanland in eine Nord- und Südhälfte zerschneiden.
Sa’ar ging auf die Vorwürfe ein und verwies darauf, dass zu den Plänen Israels der Bau zweier Straßen gehöre, die dies verhinderten. Die eine verbinde etwa Ramallah (nördlich von Jerusalem) und Bethlehem (südlich von Jerusalem).
Konservative: Schädlich für Palästinenser
Die Maßnahme der britischen Regierung rief auch andernorts Kritik hervor. Der außenpolitische Sprecher der oppositionellen Konservativen, Tom Tugendhat, sagte im Parlament, der Schritt schade auch den Palästinensern, die in Siedlungen arbeiten.
Zudem beanstandete er den Zeitpunkt: Israel stehe kurz vor der Phase wichtiger Feiertage, gefolgt von den Parlamentswahlen Ende Oktober. Der Schritt könne radikalen Kräften in Israel Auftrieb geben. Er sei insofern „unklug“.
Die Parlamentsgruppe Konservative Freunde Israels (CFI) sprach bereits am Montag infolge von Vorabberichten von einem „dunklen Tag in der Geschichte der britischen Außenpolitik“. Die Labour-Regierung folge damit „den schlimmsten Instinkten und den radikalsten Rändern“. Angesichts komplexer Lieferketten könnte dies einen Boykott ganz Israels bedeuten.
Die Entscheidung der Regierung ist auch auf innerparteiliche Debatten zurückzuführen. Am 7. Juni hatten 140 der 403 Labour-Abgeordneten – 33 Prozent – von der Regierung härtere Maßnahmen gegen Siedlungen und einen Boykott gefordert. Am 27. September findet der Labour-Parteitag statt.
Drastische Gegenreaktionen gefordert
Israelische Regierungsmitglieder hatten bereits angesichts von Vorberichten drastische Gegenmaßnahmen verlangt. Finanzminister Bezalel Smotritsch (Religiöser Zionismus) forderte am Montag die umgehende Ausweisung des britischen Botschafters. Israel werde nicht die Matte sein, auf die eine „antisemitische Regierung trampelt, in einem Land, das vom radikalen Islam erobert wurde“.
Der Streit bringt auch das Schicksal der britischen Falkland-Inseln im Südatlantik in den Fokus. Polizeiminister Itamar Ben-Gvir (Jüdische Stärke) forderte am Montag, dass Israel diese als argentinisch anerkennt. Der argentinische Präsident Javier Milei (Partido Libertario) hatte in den vergangenen Tagen die Ansprüche auf die Inseln untermauert.
Doch so ein Schritt würde wohl auch die Israel wohlgesonnenen Kräfte in Großbritannien verprellen. Oppositionsführerin Kemi Badenoch (Konservative) wies die argentinischen Ansprüche auf die Falkland-Inseln ebenso zurück wie den Siedlungsboykott der Regierung.
US-Politiker erwägen Gegenmaßnahmen
Der neue Ansatz Großbritanniens stößt auch bei einigen Politikern in den USA auf Unmut. Randy Fine, republikanischer Abgeordneter im Parlament von Florida, wies darauf hin, dass sein Staat Israelboykott verbiete. Dies könnte britische Unternehmen beeinträchtigen, die in Florida Geschäfte machen wollten.
Zudem stellte eine Delegation von 20 Senatoren der Staatenebene Gegenmaßnahmen in Aussicht. Sie kündigte Gesetze zum Verbot des Israelboykotts an. Die Gruppe bereist derzeit Judäa und Samaria. Angeführt wird sie von Jason Rapert. Der frühere Senator in Arkansas ist Gründungspräsident des Nationalen Verbands Christlicher Abgeordneter (NACL). (df)
50 Kommentare
Der britische Außenminister Miliband sieht in der „Zwei-Staaten-Lösung“ die einzige Möglichkeit für Frieden in Nahost. In der Tat, zwei Staaten, die Frieden wollen. Will der Staat Israel Frieden? Ja. Wollen die Palästinenser auch Frieden? Nein.
Was ist eigentlich mit Produkten aus britischen Kolonien ? Aus französischen (die sich Trump unter den Nagel reissen will) ? Ich frage für einen Freund…In diesem Sinne : Las Malvinas argentinas !
@Antonia
Nun bin ich mal ahnungslos; wie heißen die britischen od. französischen Kolonien? Ohne zu goggeln.
Las Malvinas argentinas! Die Falklandinseln gehören (zu) Argentinien. Musste dieser Brandbeschleuniger jetzt wirklich sein?
Brigitte @ ja, das musste sein .Gross(?)-Britannien sollte vor der eigenen Tür kehren, da liegt genug Dreck herum.
Antonia, frage niemals für einen Freund, lasse ihn lieber selber die Frage stellen und bring sie ins Netz.
Aber deine Frage ist in der Tat interessant, das würde ich nämlich auch gerne mal wissen.
SHALOM
Ich merke mittlerweile wie stark doch IN versucht mich zu zensieren. 2/3 meiner Beiträge werden nicht freigegeben. Ich weiß nicht was es an der Aussage auszusetzen gibt, dass Israel genau wusste was der Siedlerterror verursacht und Sanktionen sich schon anbahnen. Jetzt wo die Sanktionen da sind zeigt sich Israel entrüstet und schließt Konsulate wie die der UK, was für mich unverständlich ist.
@Blub
Die Israelnetz-Redaktion ist streng, einige Kommentare von mir und meiner Ehefrau erscheinen nicht, aber nicht streng genug, denn längere Kommentare ( maximal 5 Zeilen!) sind eine Zumutung und dürfen nicht gedruckt werden.
Blub @ es ist mir NOCH NIE gelungen, einen Kommentar auf einem propalästinensischen Portal unterzubringen, weder im deutschsprachigen noch im francophonen Bereich. Von Ihnen lese ich (zu) häufig Kommentare, ebenso von anderen Israel-Feinden wie Ludovico oder Brigitte. Also hören Sie auf, das Opfer zu spielen.
@Blub
„dass Israel genau wusste was der Siedlerterror verursacht und Sanktionen sich schon anbahnen“
Darf ich Sie duzen? Du hast recht. Untere Kommentare von Sahra C. und Gideon Lahve bestätigen das auf ihre Weise. Wie heißt es so richtig: der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.
@Blub
Na, wen wird Ihre Zensur wundern? In 2/3 Ihrer Beiträge unterstellen Sie anderen Aufstachelung zur Hetze, weisen Israel Schuld zu und unterstellen (mir) Menschenverachtung, dazu antisemitische Anteile in Ihrem Kommentaren. Schon komisch, dass IN darauf reagiert. Gegen die palästinensischen Terroraktionen haben Sie sich nicht einmal geäußert. Miliband hat keine Ahnung vom Frieden im Nahen Osten mitten unter Terroristen. Die Zwei-Staaten-Lösung ist ihm hoch und heilig. Das von Gott versprochene Land Samaria und Judäa ist den Israelis heilig und sie werden keinen Milimeter davon hergeben für eine Belohnung terroristischer Aktionen.
Zur Causa Blub:
Es ist erschreckend, mit welcher Penetranz dieser Schreiberling seinen Israelhass und Antisemitismus vertritt. Für ihn ist vieles unverständlich. Zensur seines Unsinns ist das Mindeste.
@Gunter – das ist jetzt völlig themenfremd.
@Gunther
Zur Causa Brigitte/Blub: echte Freunde? Wie unser Bischof sagt: „Sage mir, mit wem du gehst, dann sage ich dir, wer du bist“. Aus dem Italienisch von Ernesto übersetzt.
@Alberto
Kamen Euch auch die Tränen? Was für eine Romanze („Darf ich Sie duzen?“)
@Lothar
Wenn der Bischof redet, immer. Wir Italiener sind nahe am Wasser gebaut…
@Lothar
🤣🤣🤣🤣🤣👍👍👍
Der Boykott Großbritanniens ist ein schwerer Fehler, der nur Extremisten Vorschub leistet.
Aber man muss ehrlich sein:
Dieser Schritt ist das direkte Ergebnis eines weiteren, kolossalen diplomatischen Versagens der Regierung von Netanjahu. Wer eine radikale Politik betreibt, die unsere engsten internationalen Verbündeten vor den Kopf stößt, darf sich über die Quittung nicht wundern. Anstatt reale Sicherheitsinteressen zu schützen, treibt diese Koalition Israel sehenden Auges in die internationale Isolation. Wir brauchen im Oktober eine verantwortungsvolle Politik der Mitte, die Israels Bündnisse stärkt, statt sie zu zerstören.
Absolut richtig analysiert Gideon 👍.
Der Siedlungsboykott Großbritanniens und anderer Partner ist eine schmerzhafte Quittung, aber er war leider absehbar. Diese Regierung hat die strategischen Bündnisse Israels für die ideologischen Projekte von Extremisten wie Smotrich und Ben-Gvir geopfert.
@ Gideon Lahav
Und du glaubst wirklich, dass Israel oder das Judentum durch Wohlverhalten antisemitischer Hetze und Vernichtungswut entgehen könnte?
Nein, das ist ein fataler Irrtum, Israel könnte sich vollends aus Gaza zurück ziehen, den Golan zurück geben, das WJL verlassen und sich schließlich mitsamt aller jüdischen Bewohner ins Meer stürzen, die wenigen verbleibenden Juden würden weiter vom unersättlichen Hass des Antisemiten verfolgt werden. Etwa weil sie meinen, alle Juden hätten schreckliche Essgewohnheiten, stinkende Füße, eine zu nasale, nervige Stimme aufgrund ihrer großen, krummen Nasen etc., was zur endgültigen Ausrottung geradezu zwingen müsste.
Antisemitismus ist irrational, entsprungen aus einer seit Jahrtausenden bestehenden Sündenbock-Philosophie und -Leidenschaft. Es haben schon einmal Juden geglaubt, durch Assimilation und besänftigendes Wohlverhalten dazu beitragen zu können, dass Verfolgung durch Einkehr von Vernunft auf Seiten ihrer Feinde letztlich abgewendet werden könnte. Die tragischen Folgen kennen wir alle.
@ Gideon Lahav
Ergänzender Nachtrag zu meinem vorherigen Kommentar.
Las vor einigen Tagen – ich weiß nicht mehr wo genau, ob in einem Artikel oder Kommentar bei IN? – von Herbert Samuel, dem britischen Hochkommissar von Palästina (1920 – 1925). Jedenfalls nahm ich das zum Anlass, etwas mehr über ihn nachzulesen:
Selbst Jude, setzte Samuel als Hochkommissar alles daran, zwischen zionistischen und arabischen Interessen zu vermitteln und versuchte, das Vertrauen der arabischen Bevölkerung zu gewinnen. So sorgte er etwa für Maßnahmen, die die jüdische Einwanderung ins britische Mandatsgebiet Palästina erschwerte und verlangsamte.
Um seine Unvoreingenommenheit und Neutralität bei der Bekleidung seines Amtes ausreichend zu demonstrieren, ernannte er darüber hinaus schließlich, unter Überwindung diverser Hürden, Mohammed Amin al-Husseini zum Großmufti von Jerusalem.
Dieser war zuvor wegen seiner Teilnahme am Arabischen Aufstand (1936–1939) in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, einige Monate später aber von Samuel begnadigt worden. Anschließend unterstützte er ihn als Kandidaten bei den Wahlen im April 1921, wo dieser aber als Viertplatzierter scheiterte. Daraufhin erklärte Samuel die Wahlen für ungültig und setzte Husseini am 8. Mai 1921 als Großmufti von Jerusalem ein.
(Fortsetzung folgt)
@ Gideon Lahav
(Fortsetzung)
Damit machte er natürlich, wie wir heute wissen, den Bock zum Gärtner:
Husseini vertrat einen verschwörungsideologischen islamistischen Antisemitismus und verbreitete diesen nachhaltig unter Arabern. Von 1936 bis 1939 führte er den Arabischen Aufstand gegen jüdische Einwanderer und Briten in Palästina an. Ab 1933 unterstützte er das NS-Regime und arbeitete ab 1937 mit ihm zusammen. Er war ein glühender Hitler-Verehrer.
Dies ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wohin der auch heute noch so oft anzutreffende jüdische Eifer, es allen recht zu machen, niemanden vor den Kopf zu stoßen, nur ja immer um Ausgleich und Gerechtigkeit bemüht zu sein, führen kann.
Bisweilen mündet dies in absurden jüdischen Selbsthass, jüdische Selbstverleugnung oder eskaliert in „jüdischem Antisemitismus“, siehe bspw. Karl Marx.
Natürlich unterstelle ich dir keine dieser Tendenzen, will aber sagen, dass Anpassung bis zur Selbstaufgabe keine zielführende Option sein kann, um Gnade vor dem Israel- und Judenhasser finden zu können.
Und meiner Ansicht nach grenzt die Umsetzung der Forderung nach einer ZSL an jüdische Selbstaufgabe.
Jedenfalls unter den derzeitigen Voraussetzungen, weil keinerlei glaubhafte Bereitschaft zu einer friedlichen Koexistenz auf Seiten der Palästinenser ersichtlich ist. Es bedarf zumindest als Grundvoraussetzung einer klaren Distanzierung der Pals gegenüber Hamas, Hisbollah etc..
Bis dahin bleibt die ZSL für mich naive Träumerei, die die Existenz des einzigen jüdischen Staates in dieser Welt ernstzunehmend bedroht.
Shalom,-Gideon Lahav+Sarah C.@- Ich als eingefleischter und wahrer Israeli gebe EUCH zwei 150% Recht. Es gibt doch noch Leute hier die mit und für ISRAEL mitdenken. Grosses Lob an EUCH zwei. Jerusalem
@Jerusalem
Meine Ehefrau, ich selbst denken Tag und Nacht für und mit für ISRAEL.
Toda, Jerusalem. elohim yavrech otech.😉
Vielen lieben Dank, Jerusalem.
LG 🙋🏼♀️.
@Jerusalem, Dem schließe ich mich gerne an.
SHALOM
Am meisten schadet sich GB selbst, denn es zieht sich den Fluch des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs zu. Eine solche Politik zeigt, dass die britische Regierung für die Realität vollkommen erblindet ist. Das ist schon ein Teil des Fluches. Noch ist Zeit zur Umkehr!
Ja, little brother, und nicht nur Great Britain. Es gibt noch mehr Erblindete.
1. Mose 12,3
»Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.«
Wir kommen mehr und mehr in die Zeit, in der sich die meisten der großen EU-Mitgliedstaaten gegen Israel stellen.
So sieht praktizierter Unglaube aus.
Viele erkennen es nicht.
Der Mann ist ja vollkommen durchgeknallt (ich meine Milibrand).
„Kernziel sei es, die Möglichkeit einer „Zwei-Staaten-Lösung“ zu erhalten.“
(Milibrand)
Also ist der Boykott israelischer Siedlungsprodukte ein weiterer totalitärer Versuch, Juden aus Judäa und Samaria zu vertreiben, mit dem sie aber historisch engst verbunden sind.
Was soll denn da im Sinne ISRAELS sein. Ich verstehe hier (!) die drei Kommentatoren @ Gideon Lahav (*das direkte Ergebnis“)
@Sarah C. („eine schmerzhafte Quittung“)
und @Jerusalem („gebe EUCH zwei 150% Recht“)
nicht.
So lassen sich die Wogen schon mal gar nicht glätten.
Glauben Sie wirklich, dass der Boykott eine Reaktion auf das angebliche „diplomatische Versagen der Regierung von Netanjahu“ ist? Erkennen Sie alle DREI KAPAZITÄTEN nicht, dass das vorgeschoben ist? Dann tut es mir sehr leid um ISRAEL Willen.
Und vergessen Sie in Ihrem Gedankengeflecht nicht, dass die
geplante Bebauung des Gebietes E1 in Zone C bereits unter Regierungschef Jizchak Rabin entworfen war (1994), sollten Sie den Text gelesen haben.
@Lothar
Ich bin da bei dir.👍🏻 Es geht schon lange nicht mehr nur um Nethanjahu. Das schärfste daran finde ich, dass Miliband Israel „ethnische Säuberung “ vorwirft, die schlimmste Verurteilung, die seit der Staatsgründung Israels von Großbritannien kommt. Und die Vereinten Nationen blasen ja voll in sein Rohr, Frankreich will folgen. Dieser Schritt wird große Auswirkungen auf Israels Banken und Versicherungen haben. E1 wird es nun schwer haben, die Ausschreibung geht bis 10. Oktober. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Hallo, Lothar. Ich stimme Ihnen völlig zu, dass der Boykott ein schwerer Fehler und inakzeptabel ist. Aber als Israeli sehe ich die Realität vor Ort: Israels Sicherheit hängt existenziell von unseren strategischen Allianzen und unserer diplomatischen Stärke ab. Wenn die aktuelle Regierung durch eine kompromisslose Rhetorik unsere engsten Freunde in Europa und den USA so weit treibt, dass sie solche drastischen Schritte gehen, dann ist das ein kolossales Versagen unseres Außenministeriums. Das ist nicht vorgeschoben, das ist bittere geopolitische Realität.
Zum E1-Projekt: Ja, Jizchak Rabin hat das 1994 entworfen – aber als Teil des Oslo-Prozesses, eingebettet in strategische Verhandlungen und im Dialog mit der Welt. Was die Smotritsch-Koalition heute tut, ist das genaue Gegenteil: Sie nutzt das Projekt als ideologischen Vorschlaghammer, um Allianzen zu zertrümmern. Wahre Liebe zu Israel bedeutet heute, das Land vor der totalen internationalen Isolation zu schützen.
Denn ein schwaches, isoliertes Israel ist ein verwundbares Israel – und genau das spielen wir unseren wahren Feinden in die Hände.
@Gideon Lahav
Ich habe zunächst den Dialog zwischen Ihnen und @Caja im Genauen abgewartet. Er verlief auf hohem Niveau und machte die ganze Problematik deutlich. Vom Resultat her stehe ich zu @Caja’s Schlussfolgerungen, insbesondere dass bei allen vorgelegten Lösungsansätzen Israel auch zukünftig nicht auf die Integrität anderer Nationen vertrauen und die Verantwortung für seine Sicherheit nicht aus den Händen geben darf.
Das brauchen wir hier jetzt aber nicht weiter vertiefen, da alles gesagt ist.
Dennoch widerspreche ich dem ganz entschieden, dass der Boykott eine Folge oder Quittung für die Rhetorik der israelischen Regierung sein soll. Außerdem würde ich immer noch von einer Netanjahu-Regierung sprechen und nicht von einer Smotrich-Regierung.
Der Boykott ist ausschließlich eine Reaktion auf die Bebauung E1 in Zone C. Ich sehe E1 als strategisch gerechtfertigt und unbedingt notwendig an, um eben eine Zweistaatenlösung zu verhindern. Ein autonomes Palästina in Judäa/Samaria würde in der Tat Israels Sicherheit erneut gefährden und einen zweiten 7. OKTOBER ermöglichen. Einen 100%-Schutz durch IDF an der Grenzziehung wäre realistisch nicht zu erwarten. Außerdem habe ich schon einmal angemerkt, dass ein neuer unabhängiger Palästinenserstaat sich auch irgendwann bewaffnen wird.
Daher ist Israels Vorhaben eben kein „ideologischer Vorschlaghammer, um Allianzen zu zertrümmern“, sondern profilaktischer Selbstschutz.
Ich würde Ihrem Ansatz folgen, würden Israel nicht so Viele feindlich gesonnen sein. So wie es aussieht aber nicht. Die EU kann keinen Schutz sicherstellen.
@Gideon Lahav
Nachtrag/Korrektur meines Kommentars:
Sie hatten „Smotritsch-Koalition“ gesagt, nicht „Smotrich-Regierung“.
Korrekt zitiert also:
„Smotrich-Koalition“.
Hallo Lothar, volle Zustimmung für Deinen Kommentar. Es tut richtig weh, was die Kommentatoren schreiben. Man buhlt um Great Britain, solch ein versifftes Land, das Israel in eine Zweistaatenlösung hineintreiben will. Netanjahu hat nicht das Land geopfert, er hat sich selbst geopfert für das Land. Ich vermute, dass die Kommentatoren selbst eine Zweistaatenlösung favorisieren, nichtsahnend, dass Israel dann auseinander bricht. Man schreibt von Elohim, doch DEM will man nicht gehorchen. Wie soll das enden ? Ach so ja :: Es gibt neue Hoffnung :: Eisenkot ist der grosse Erlöser ! 🥺😩😥
Versäumst du den Funken zu löschen, wirst du der Flamme nicht Herr ! 🔥 WARUM hat Israel sein juristisches und göttliches Recht auf ERETZ ISRAEL einschließlich Judäa, Samaria und die Golanhöhen nie eingefordert und zur Staatsdoktrin gemacht , damit alle Bescheid wissen ? Es ist eine Tragödie !
@Liebe Marita
Das ist eine gute Frage. Ich denke, der Staat Israel wurde von säkularen Zionisten gegründet. Für sie ging es nicht in erster Linie um göttliche Prophezeiungen, eher um einen sicheren Zufluchtsort für Juden. Um diesen Staat überhaupt zu bekommen, akzeptierten die Verantwortlichen den UN-Teilungsplan von 1947. Würde Israel das gesamte biblische Land annektieren, müsste es auch die Millionen dort lebenden Nicht-Juden integrieren. Dann wäre es der Einstaat, Israel würde sein Status als Demokratie verlieren. Im Laufe der Jahre hat Israel schon seinen Anspruch auf Eretz Israel eingefordert, es kommt aber darauf an, welche Grenzen es auch (militärisch) verteidigen kann. Das Land, das Gott Abraham versprochen hat, wird als das Gebiet „vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom Euphrat“ beschrieben. Merkste was? Da haben wieder zwei Völker einen Anspruch, aber nur dem einen wird Gott Recht geben, wenn die Zeit gekommen ist. Warten und beten, unsere einzige, aber die beste Option!
Herzliche, betende und liebste Grüße, Ella
💝🙏
Danke, liebe Ella, 🌹 für Deine wissenswerten Hinweise. Vieles lerne ich noch. Wir machen mit Gebet weiter. Wohin sollten wir sonst gehen ? Alles Liebe, Dir und Euch allen mächtige Segnungen. 💞🙏
Eines wollte ich schon lange mal sagen:
Es ist beachtlich, welche unterschiedlichen Ansichten, Standpunkte und Lösungsansätze von uns Israelfreunden hier im Forum vertreten werden.
Einige verurteilen die „Siedlergewalt“, andere verteidigen sie oder halten sie für propagandistisch und über-dramatisiert von Seiten der Israel- und Judenhasser.
Manche von uns verurteilen die Netanjahu-Regierung oder ihn selbst, andere verteidigen oder verehren ihn sogar.
Trump wird von einigen geliebt, gehypt, von anderen scharf abgecancelt, als Person, aber auch für seine Politik im allgemeinen oder im besonderen bezüglich Israel, Iran, Gaza etc.
Einige stehen zu Israel als Christen, andere als Personen mit jüdischen Wuzeln, wieder andere einfach als Freunde dieses Landes und seiner Menschen oder auch, weil sie Antisemitismus verurteilen und ein Zeichen setzen wollen.
Oftmals kommt es dabei in unserem Austausch zu sehr kontroversen oder auch emotional geführten Diskursen. Aber irgendwie treffen wir uns dann meistens wieder auf der gemeinsamen Ebene der Israelfreundschaft bzw. im Kampf gegen Antisemitismus, wo der eine dem anderen seine Meinung lässt, auch wenn sie von der eigenen in Nuancen abweicht.
Und selbst Leute aus der Blub-Fraktion dürfen sich nach wie vor hier äußern.
Entgegen der Ansicht von unseren Kontras empfinde ich uns daher als äußerst tolerant und anerkennenswert offen gegenüber der Vielfalt im hier veröffentlichten Meinungsspektrum.
In unserer heutigen Zeit empfinde ich diese Erfahrung als sehr erfreulich und wertvoll.
@Caja
Danke, hast du super auf den Punkt gebracht. 👍🏻 LG Ella
Danke Caja für all Deine Erklärungen. 🌹 Wir sind Durchschaute ! Ich sehe das nicht negativ. 🤣🤗 Ja, manchmal ist es spannend, was jeder so meint und kommentiert. „Anpassung“ bis zur Selbstaufgabe . Ja, man will doch den anderen Ländern gefallen, das Ansehen steigern. Das ist aber nicht in Gottes Geschichtsplan und der muss !!!! erfüllt werden, koste es, was es wolle. Es ist ein hartes Wort in der Tat von Gottes Seite, wenn er Abraham wissen liess :: Jakob ist erwählt und Esau (=Ismael) verachtet, sogar verflucht. Daran wird sich nichts ändern. Diese Menschen sind gebunden und verstrickt in das Böse und nur Jesus Christus kann sie da herauslösen. Israel muss diesen Weg zuende gehen . Wenn etwas missrät oder gestolpert wird, fädelt Gott aufs Neue den Faden ein, bis alles gelernt wurde und erfüllt ist. Sei gesegnet !
Caja @ das musste einmal gesagt werden, und Du hast es wunderbar formuliert. Wir müssen uns nicht in allen Punkten einig sein, aber uns eint die Liebe zu Israel (mit seinen Vorzügen und Fehlern) und die Abweisung jeglicher Form von Antisemitisms, von rechts, von links, von islamischer, christlicher, atheistischer oder was auch immer Seite. Das, denke ich, können wir alle unterschreiben, ausser vielleicht…, na, die sollen sich selbst dazu äussern. LG nach Frankfurt
Danke an euch alle für eure verständnisvollen Rückmeldungen! Die bestätigen das von mir Gesagte bezüglich der hier herrschenden wohltuenden Toleranz und Bereitschaft des Aufeinander-Zugehens.
@Caja
Klasse. Danke.
Hallo Caja, ich wollte auf den Kommentar antworten, den du oben an mich gerichtet hast, und dir für deine ausführliche, historisch fundierte Rückmeldung danken.
Du hast in einem zentralen Punkt absolut recht: Antisemitismus ist tief verwurzelt, irrational und lässt sich nicht durch ‚Wohlverhalten‘ oder Appeasement besänftigen. Wer glaubt, Israel müsse sich nur zurückziehen, um geliebt zu werden, ist naiv. Aber genau hier liegt das Missverständnis: eine Zwei-Staaten-Perspektive bedeutet nicht, um den Antisemiten in London oder den Palästinensern zu gefallen. Sondern um Israels eigene Existenz als jüdischer UND demokratischer Staat zu sichern. Wenn Israel das Westjordanland dauerhaft annektiert, verliert es entweder seine jüdische Mehrheit oder seine Demokratie.
Deshalb ist Pragmatismus kein „Wohlverhalten“ oder „Anpassung aus Selbstaufgabe“, sondern eiskaltes Kalkül für Israels Überleben.
Einerseits müssen wir den Terror der Hamas gnadenlos bekämpfen, und unsere Grenzen sichern, (zumindest hier sind wir uns beide einig)
gleichzeitig wäre Israel ohne internationale Verbündete und diplomatische Klugheit geopolitisch isoliert.
(Fortsetzung folgt)
(Fortsetzung)
Deine historischen Beispiele, besonders zu Herbert Samuel und dem fatalen Fehler mit dem Großmufti Husseini, zeigen treffend, wie gefährlich naive Gutgläubigkeit im Nahen Osten ist. Da stimme ich dir vollkommen zu.
Doch die Lektion, die daraus zieht, ist eine andere: Wir dürfen nicht in die Passivität verfallen und zusehen, wie sich die Welt gegen uns verbündet, während radikale Minister in unserer eigenen Regierung Öl ins Feuer gießen. Ben-Gvir und Smotritsch betreiben keine Politik der Stärke, sondern des populistischen Krawalls, der uns unsere wichtigsten strategischen Partner kostet – Partner, die wir brauchen, um uns gegen den Iran und seine Stellvertreter zu verteidigen.
Eine Zwei-Staaten-Lösung ist unter den aktuellen Bedingungen und dem grassierenden Terrorismus utopisch – da bin ich ganz bei dir. Es braucht eine fundamentale Deradikalisierung auf palästinensischer Seite. Aber Israels Führung muss der Welt einen rationalen, zukunftsträchtigen Plan anbieten, anstatt Allianzen sehenden Auges zu zerstören. Nur wenn wir diplomatisch klug agieren, behalten wir die Initiative und die Unterstützung des Westens. Trotzhaltung ist keine Strategie, um Israel zu schützen.
Im Gegensatz zu vielen europäischen Staaten habe ich es jedoch mit der Zwei-Staaten-Lösung nicht besonders eilig, da ich sie nicht als ,,Liebeserklärung“ an eine Versöhnung unterstütze, sondern als Sicherheits- und Trennungskonzept.
Hallo Gideon,
wie könnte denn deiner Meinung nach ein „rational zukunftsträchtiger“ und „diplomatisch kluger“ Plan einer ZSL aussehen? Ein Plan, der Israel davor schützt, dass es nach Abtretung von Teilen des WJLes von Palästinensern, nun von einem strategisch noch vorteilhafteren Ausgangspunkt (Stichwort Nadelöhr) als zuvor von Gaza aus, traktiert und terrorisiert wird?
Das ist doch die alles entscheidende Frage! Denn wenn dieser Weg gegangen ist, gibt es kein Zurück mehr. Und bisher hat keine der gutgemeinten Gebietsabtretungen zur Besänftigung des pal. Hasses geführt. Alle dahingehenden Bemühungen, jedes „Handausstrecken“, scheiterte an der blindwütigen Vernichtungswut dieser Unversöhnlichen.
Und selbst wenn ein Großteil der Pals sich zur friedlichen Koexistenz bereit fänden: Wie sich wehren, wenn Israel im Grunde in zwei Teile zerrissen und nur durch quasi einen schmalen Korridor miteinander verbunden ist. Es wäre doch dann endgültig seiner Möglichkeiten hinsichtlich einer effektiven, schützenden militärischen Gegenwehr vom eigenen Land aus geschwächt oder gar beraubt?
Ich zweifle daran, dass wir diese komplexe Frage hier zufriedenstellend klären könnten, stelle sie aber trotzdem. Vielleicht gibt es ja hier manche, die wenigstens Vorschläge dazu anzubieten hätten.
Hallo Caja, danke für diese absolut berechtigte Frage. Das Risiko des ,Nadelöhrs‘ ist real und jede israelische Regierung muss es militärisch absichern. Der Fehler von 2005 in Gaza war, dass Israel einseitig abgezogen ist, ohne Sicherheitsgarantien und ohne internationale Einbindung. Das darf sich nie wiederholen.
Ein kluger Plan setzt auf konditionierte Trennung. Das bedeutet das Israel die militärische Oberhoheit im Westjordanland so lange behält, bis eine komplett entmilitarisierte Zone garantiert ist. Wir ziehen uns erst dann aus zivilen Bereichen zurück, wenn der Terror nachweislich zerschlagen und das Bildungssystem dort derradikalisiert ist. Bis dahin bleibt die IDF der Sicherheitsgarant.
Aber wir müssen uns auch die Gegenfrage stellen: Was ist die Alternative der aktuellen Regierung? Die dauerhafte Annexion von Millionen Palästinensern. Das würde bedeuten, dass wir entweder die Demokratie aufgeben oder den jüdischen Charakter Israels opfern. Beides ist das Ende des zionistischen Traums. Ein rationaler Plan trennt sich zivil von den Palästinensern, hält aber das Gewehr in der Hand, um das Land zu schützen. Nur so sichern wir Israel langfristig ab.
@ Gideon Lahav
Interessanter Ansatz, diese (groben) Skizzierung eines möglichen Vorgehens.
Zumindest könnte durch einen derartig in Aussicht gestellten Lösungsansatz vorerst etwas „Druck aus dem Kessel“ der ZSL-Drängler genommen werden.
Und wer weiß, vielleicht – oder sogar wahrscheinlich – würde die Umsetzung eines solchen Vorhabens letztlich Jahrzehnte dauern, angesichts der Unbelehrbarkeit und mangelnden Kooperationsbereitschaft der verblendeten Israelhasser und der Terrorbegeisterung unter dem Großteil der Palis. Oder auch letztlich endgültig deswegen scheitern – aber diesmal dann hoffentlich, ohne die wahren Verantwortlichen dafür verschweigen zu können.
Natürlich ist mir klar, dass eine Ein-Staaten-Lösung völlig absurd wäre, weil sich der demokratische Judenstaat angesichts der arabischen Geburtenzahlen damit selbst abschaffen würde.
Wichtig und absolut elementar ist und bleibt, dass die Sicherheit und Existenz Israels gewahrt wird. Und Israel die Verantwortung dafür nicht aus den Händen gibt. Unterstützung ja, aber die Lehren aus der Vergangenheit zwingen zu kritischer Überprüfung aller durch vermeintlich wohlmeinende „Freunde“ vorgelegten Lösungsansätze. Israel darf auch zukünftig nicht auf die Integrität anderer Nationen vertrauen.
Gideon , das Böse ist derzeit nicht vollständig besiegbar und das Gewehr muss immer griffbereit bleiben. Laut Joel 4 verlässt sich Israel noch zu sehr auf seine eigene militärische Stärke und auf Verbündete. Dieses Fundament trägt nicht. Wenn Jesus Christus als König wiederkommt werden restlos alle Feinde besiegt sein. Das ist der Beginn des Messianischen Reiches, wo ein zu den Waffen greifen nicht mehr notwendig ist. Das geht jetzt Schlag auf Schlag. Jesus Christus warnte vor dem Tag, an dem sich die Menschheit vernichten würde, sollte ER nicht eingreifen. (Mt.24/22) KI wird dazu beitragen, nukleares Wettrüsten, Artensterben…..Christen in islamischen Ländern müssen als Märtyrer ihr Leben lassen. Sie sterben für Jesus Christus und dieser Gott kommt zurück nach Israel . Bald !