Goldmedaillengewinner wegen israelischer Flagge disqualifiziert

Bei der Informatik-Olympiade in Usbekistan zeigt ein israelischer Schüler Flagge. Doch die Organisatoren lassen Israelis nur zu, wenn diese auf nationale Symbole verzichten.
Von Israelnetz

TASCHKENT (inn) – Weil er bei der Siegerehrung eine Israelflagge präsentierte, ist ein Schüler bei der Informatik-Olympiade (IOI) disqualifiziert worden. Denn seit 2024 erlaubt der Veranstalter Israelis die Teilnahme nur ohne nationale Symbole; Grund ist der Gazakrieg. Bei der Abstimmung sprachen sich zwei Drittel der Delegierten für den Ausschluss aus. Die Regeln gelten auch für Schüler aus Russland und Belarus, wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Die 38. Informatik-Olympiade wurde vom 9. bis 16. August in Usbekistan ausgetragen. Den Wettbewerb organisiert das IOI-Komitee, das sich unter anderen aus Vertretern früherer und zukünftiger Gastgeberländer zusammensetzt. Die 386 Teilnehmer stammen aus 97 Ländern. Insgesamt gewannen sie 31-mal Gold, 62-mal Silber und 94-mal Bronze. Die Israelis, die als unabhängige Teilnehmer antraten, erhielten drei Goldmedaillen und einmal Bronze. Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse wurde ihre Nationalität nicht genannt.

Als sich die Gewinner am Samstag auf dem Siegerpodest präsentierten, zog der Zwölftklässler Jotam Budnik eine israelische Flagge hervor und hüllte sich darin ein. Er habe gedacht, dass Politik bei einem wissenschaftlichen Wettbewerb keinen Platz habe, sagte er dem israelischen Sender „Kan“.

Der 17-Jährige aus Rechovot fügte hinzu: „Ich faltete die Fahne und versteckte sie in der Hosentasche. Während ich auf der Bühne stand, zitterten mir die Knie vor Aufregung. Aber sobald ich sie auseinanderfaltete, hatte ich keine Probleme mehr. Ich sah in die Menge und suchte nach Reaktionen, aber ich hörte nicht einmal Buhrufe. Ich lächelte einfach und freute mich.“

Leistung kann niemand rückgängig machen

Doch die Freude wurde getrübt: Die Organisatoren strichen seinen Namen aus den Ergebnislisten und nahmen ihm die Urkunde ab. Als sie ihm auch die Medaille wegnehmen wollten, habe er sich gesträubt. „Sie ist noch bei mir“, sagte Jotam. Sein Name könne wohl aus den Ranglisten gelöscht werden. Aber seine Leistung könne niemand rückgängig machen.

Die Teilnehmer mussten in zwei fünfstündigen Runden jeweils drei komplexe Algorithmusprobleme lösen. Die Israelis hatten dafür im Jugendzentrum der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan trainiert.

Am Wettbewerb in der usbekischen Hauptstadt Taschkent nahm auch ein iranisches Team teil. Die vier Schüler gewannen zwei Silber-, eine Bronze- und eine Ehrenmedaille. Auf der Bühne posierten sie mit der iranischen Flagge.

Die Informatik-Olympiade fand das erste Mal in Zentralasien statt. Im kommenden Jahr ist sie in Deutschland.

Erfolgreich in Mathematik und Informatik

Indes ist Jotam Budnik kein Unbekannter: Bereits drei Wochen vor seinem Informatik-Erfolg hatte er eine Goldmedaille bei der Mathematik-Olympiade in Schanghai gewonnen. Bei diesem internationalen Wettbewerb gelten jedoch andere Regeln, die israelische Nationalflagge ist zugelassen. (eh)

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4 Kommentare

  1. Nach Usbekistan würde ich nicht fliegen. Warum? Man darf die linke Hand in dem musl. Land nicht benutzen. Sie gilt als unrein. Was machen da Linkshänder?
    👍😄😄😄😄

  2. Israelische Fahne nein, iranische Fahne ja…mehr braucht man nicht zu wissen. Der Junge hat den besten Kommentar dazu abgegeben : seine Leistung könne niemand rückgängig machen. Eben.

  3. Jotam Budnik: „Ich sah in die Menge und suchte nach Reaktionen, aber ich hörte nicht einmal Buhrufe. Ich lächelte einfach und freute mich.“
    Die Organisation kennt keine Freude an Leistung. Die sind soo doof. Sie kennen nur Israelkritik und unsinnige Regeln. Unsinnig deshalb, weil sie iranische Flaggen zugelassen haben. Gut und richtig, dass Jotam die Medaille einbehalten hat.🤗
    Ihr lieben Israelis, wenn die Olympiade nächstes Jahr in Deutschland stattfindet, dürft ihr eure Fahnen schwenken, I hope so.🇮🇱🇮🇱🇮🇱

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