Gantz: Nur vereint sind Juden widerstandsfähig

Auf dem Jüdischen Mediengipfel ruft Verteidigungsminister Gantz zur Einheit auf und warnt vor dem Iran. Eine Referentin betont die Bedeutung einer historischen Bildung.
Von Israelnetz

Foto: Israelnetz/mh

Auf dem Jüdischen Mediengipfel wandte sich Verteidigungsminister Benny Gantz an die Journalisten

JERUSALEM (inn) – Zum fünften Mal veranstalten das israelische Pressebüro und das Diaspora-Ministerium den „Jüdischen Mediengipfel“ in Jerusalem. Für vier Tage treffen sich mehr als 100 Journalisten von jüdischen Medien aus aller Welt zum Netzwerken und Austausch.

Auf der Eröffnungsveranstaltung am Montagabend betonte Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) die Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk in Israel und der Diaspora: „Die Verbindungen, die vor mehr als 3.000 Jahren zwischen uns geschlossen wurden, sind stärker als jede politische Führungspersönlichkeit, jede Regierung und jedes Ereignis. Es liegt in der Verantwortung der israelischen Regierung und der jüdischen Leiter in der Welt, alle Strömungen des Judentums anzuerkennen und zu integrieren. Nur vereint können wir unsere Widerstandsfähigkeit in Israel und auf der ganzen Welt sicherstellen.“

Dass Gantz mit dem Wahlergebnis von Anfang November nicht zufrieden war, machte er deutlich, sagte aber: „Ich respektiere den demokratischen Prozess und die Ergebnisse dieses Prozesses in Israel – der einzig wahren Demokratie in der Region des Nahen Ostens. Unsere Partner und Freunde, die ein Recht auf ihre Meinung haben, sollten sich jedoch nicht in die Innenpolitik Israels einmischen.“

Iran: Gantz ruft zum Handeln auf

Ausführlich äußerte sich Gantz zum Thema Iran: „Der Iran ist eine globale und regionale Bedrohung, und besonders eine Bedrohung für den Staat Israel. Der Iran fügt seinem eigenen Volk Schaden zu, einschließlich gewalttätiger Angriffe auf friedlich protestierende unschuldige Frauen. Der Iran stellt eine Bedrohung für die Stabilität der Region und den globalen Frieden und die globale Ordnung, wie wir sie kennen, dar.“

Der Minister machte deutlich: „So wie sich die NATO um die Ukraine versammelt hat, müssen wir unsere internationalen Partner dazu drängen, sich dem größten globalen Tyrannen zu stellen, bevor er die Macht der Abschreckung erlangt – mit einem nuklearen Schirm.“

Auch der Zeitpunkt sei entscheidend. „Jetzt ist der Iran mit internen sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Er wird wegen seiner Rolle bei der Bereitstellung von Waffen für den Angriff auf die Ukraine zurückgedrängt und hat bei seinen nuklearen Fortschritten noch nicht den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt.“

Gantz rief dazu auf, die militärische, nachrichtendienstliche und diplomatische Zusammenarbeit mit Partnern zu vertiefen. „Wir müssen jüdische Organisationen einbeziehen und den Dialog über diese Herausforderung verstärken. Die nukleare Bedrohung darf nicht von der globalen Agenda verschwinden.“ Es sei an der Zeit, ernsthaften Druck auf die Iraner auszuüben, um ein neues und verbessertes Abkommen zu erreichen. „Wenn dies scheitern sollte, ist die Zeit für eine Kombination aus Machtprojektion und kraftvoller Reaktion auf die iranische Aggression gekommen. Unser Handeln muss präventiv sein. Bevor es zu spät ist.“

Der Supermarkt der Nationen

„Die Geschichte des jüdischen Staates zu erzählen, ist Aufgabe des Staates Israel, doch wir müssen die Geschichte der Menschen erzählen.“ Dies sagte Joanna Landau von der Organisation „Vibe Israel“.

Landau bat die Zuhörer, sich einen „Supermarkt der Nationen“ vorzustellen: „Wie würde diese Nation aussehen, wenn ich sie im Supermarkt kaufen könnte?“ Israel sei eine „optimistische Nation von Träumern und ‚Machern’, in Zeit und Ort verbunden, um ein Zeichen in der Welt zu setzen“.

Landau ergänzte: „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen sprechen zu lassen. Wir müssen ihre Geschichte erzählen. Wenn wir es nicht tun, tun es andere.“ Sie warnte vor der Boykottbewegung BDS und antisemitischen Strömungen.

Auf dem Programm für den Kongress stehen neben zahlreichen Diskussionsforen auch ein Besuch mit verschiedenen Vorträgen im Außenministerium und in der Knesset. Außerdem ist eine Führung im Peres-Zentrum für Frieden und in der Armee-Basis Tzehelim geplant. (mh)

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5 Antworten

  1. Die Aussage von Verteidigungsminister Ganz: „Nur vereint sind Juden widerstandsfähig“ – ist nicht ganz falsch – nur fehlt die wichtigste Komponente. Israel ist nur dann stark, wenn es im Bund mit dem allmächtigen Gott Jahwe ist. „Und der Herr hat dich heute sagen lassen, dass du sein eigenes Volk sein wollest, wie er dir zugesagt hat, und alle seine Gebote halten wollest und dass er dich zum höchsten über alle Völker machen werde, die er geschaffen hat, und du gerühmt, gepriesen und geehrt werdest, damit du dem Herrn, deinem Gott, ein heiliges Volk seist, wie er zugesagt hat“ (5.Mose 26, 18+19). In 5.Mose 29, 23 ff beschreibt Mose was passiert, wenn Israel sich auf seine „menschliche Weisheit“, seine eigene Kraft verlässt, so sein möchte, wie andere Nationen, die Gott nicht kennen. „Ja, alle Völker werden sagen: Warum hat der Herr an diesem Lande so gehandelt? Was ist das für ein großer grimmiger Zorn?“
    Die Nationen werden das Handeln Gottes an seinem Volk erleben, wie er nach einer großen Trübsal, Israel übernatürlich, durch Zeichen und Wunder, wiederherstellen wird – zur Ehre Gottes – dann für immer!
    Landau setzt auf den Menschen – das ist eine „Jakobs-Tätigkeit“, der allgewaltige Gott, wird ein für alle Nationen sichtbares Zeichen, an und mit seinem Eigentumsvolk Israel setzten – und die Welt wird staunen und den „Schrecken Gottes“ – seine Größe und Allmacht, ehrfürchtig erkennen.
    Lieber Gruß Martin

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  2. Wir sehen, dass der Iran Russland unterstützt mit Waffen und mit Zuspruch. Im Gegegenzug fördert Russland im Iran den Aufbau des Schirms, der hier angesprochen wird, und würde im Zweifel auch den Schirm für den Iran übernehmen und mit seinen Atomwaffen angreifen, wie er es schon zuvor tun wollte, aber, Gott sei Dank, daran gehindert wurde.
    Deshalb geht es bei diesem Thema um viel viel mehr als nur mal abwarten. Und in der Tat braucht es da keine Tagespresse, die über alles plaudert, was man unter der Sonne findet, sondern um besonnenes Handeln einer in sich geeinten Nation. Viel Erfolg weiterhin!
    Viel Erfolg

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  3. Mittlerweile ist es Fakt, BDS ein judenfeindlicher Verein von überwiegend Kulturellen , Hochschullehren, rückgratlosen Politikern und ungebildeten Menschen, die Israel wirtschaftlich vernichten wollen.
    Kauft nicht bei Juden. Nazi- Nachahmer. Phui!
    Ja, vor dem Iran und Katar muss sich IL in acht nehmen.

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  4. Einheit unter der Schirmherrschaft Gottes, das ist-wäre DIE Lösung….nicht nur bei den vielen Herausforderungen in Sachen Iran sondern generell

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